Schulmädchen-Report Edition

Schulmädchen-Report Edition

Originaltitel: Schulmädchen-Report Edition
Genre: Erotik • Aufklärung
Regie: Ernst Hofbauer • Walter Boos
Hauptdarsteller: Nichtgenannte Jugendliche und Erziehungsberechtigte
Laufzeit: DVD (998 Min)
Label: Studiocanal
FSK 18

Schulmädchen-Report Edition   17.06.2016 von Born2bewild

In den Siebzigern gab es eine Flut von Erotik- und Aufklärungsfilmen. Eine der bekanntesten und erfolgreichsten Reihen ist der Schulmädchen-Report, der auf Interviews Jugendlicher basiert. Die dreizehnteilige Spielfilmreihe erscheint nun in einer geschnittenen Fassung in Form der Schulmädchen-Report Edition, und wir haben mehrere Blicke darauf geworfen...

 

Die Basis der Filme ist das Buch Schulmädchen-Report des Autors Günther Hunold, der mit zwölf Mädchen und Frauen Interviews zu ihrem Leben führte und diese in Buchform veröffentlichte. Insgesamt wurden die Filme in achtunddreißig Sprachen übersetzt und gelten noch heute als eine der erfolgreichsten deutschen Kinoproduktionen. Dies lässt sich vor allem durch die Neugier am Tabuthema Sexualität erklären, was hierzulande zu dem entsprechenden Schnitt geführt hat.

 

Der Aufbau der Schulmädchen-Reporte ist dabei immer der gleiche. Am Anfang wird auf die vorhergehenden Teile geblickt und auf deren Erfolg hingewiesen. Anschließend werden nach und nach Geschichten präsentiert, die neben dem „normalen“ Sexualleben der Teenager auch Themen wie Inzest, Vergewaltigung und Verführung Schutzbefohlener behandeln. Meistens sind aber die Schulmädchen die „bösen“, die die hilflosen Männer verführen und ihnen die Schuld in die Schuhe schieben, wenn sie erwischt werden. Hier ein kurzer Handlungsüberblick der einzelnen Filme:

 

Schulmädchen-Report: Was Eltern nicht für möglich halten (1970, FSK 16)

 

Die Schulklasse ist auf einer Exkursion im Namen der Physik. Ein Ingenieur soll sie durch eine Fabrik führen. Obwohl die Lehrerin sehr gut aufpasst, schafft es eine Schülerin, sich unbemerkt von der Klasse zu entfernen und den Schulbusfahrer zu verführen. Das Schäferstündchen bleibt nicht unentdeckt und so beschließt der Schulleiter sie zu bestrafen. Auf der Elternbeiratssitzung, mit der ein Schulverweis beschlossen werden soll, packt der Schulpsychologe über eine Studie zum Sexualleben der Schülerinnen aus. Geschichten, die Eltern nicht für möglich hielten…

 

Der neue Schulmädchen-Report 2. Teil: Was Eltern den Schlaf raubt (1971, FSK 16)

 

Nach dem Erfolg und den zahlreichen Zuschriften zum ersten Teil des Schulmädchen-Reports beginnt Teil 2 mit einer Diskussion. Hierbei berichtet eine Lehrerin von einem Zwischenfall in ihrer Schule. Ein paar Mädchen waren scharf auf ihren Lehrer und schmiedeten so einen finsteren Plan: eins der Mädchen lockte ihn unter einem Vorwand in ihr Haus und verführte ihn. Die anderen nehmen das Ganze mit einer Kamera auf und nutzen die gewonnenen Bilder als Druckmittel, um Sex von dem Lehrer zu erpressen…

 

Schulmädchen-Report 3. Teil: Was Eltern nicht mal ahnen (1971, FSK 18)

 

Beim nächsten Report geht es um den Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) in Hamburg. Er setzte neue Regeln für die sexuelle Entwicklung von Jugendlichen auf. Hierbei ging es um gemeinsame Schlafräume und gemeinsames Saunieren und Nacktbaden, was die Jugendlichen natürlich sofort ausprobieren. Allerdings gehen sie auch etwas weiter als es dem Herbergsvater lieb ist. Die Jugendlichen treffen sich heimlich auf den Zimmern und feiern Orgien. So bleibt ihm nichts übrig als dem bunten Treiben Einhalt zu bieten...

 

Schulmädchen-Report 4. Teil: Was Eltern oft verzweifeln lässt (1972, FSK18)

 

Die Abiturprüfungen stehen bevor und Elfi hat ein Problem. Sie ist eine absolute Niete in Mathe. Ihre letzte Arbeit war eine Fünf. Ihr Mathelehrer hat gute Verbindungen zum Kultusministerium, also spricht sie ihn darauf an und macht ihm ein unmoralisches Angebot. Nach etwas Überzeugungsarbeit bekommt sie vorab die Prüfungsaufgaben und er Sex mit ihr. Doch anders als er es sich erhofft hat, ist der Sex nur eine einmalige Sache und sie lässt ihn beim zweiten Mal abblitzen...

 

Schulmädchen-Report 5. Teil: Was Eltern wirklich wissen sollten (1973, FSK 18)

 

Eine Schulklasse ist auf einem Ausflug in der freien Wildnis. Mit dabei sind eine Lehrerin und ein Referendar, der seinen letzten Tag mit der Klasse verbringt. Eine Gruppe von drei Mädchen beschließt, den Referendar zu verführen. Es gelingt ihnen, sich mit dem Referendar von der Gruppe zu entfernen. Eine verführt ihn, die anderen zwei stoßen dazu und das bunte Treiben beginnt. Natürlich erwischt die Lehrerin die vier in flagranti und fällt vor Empörung in Ohnmacht...

 

Schulmädchen-Report 6. Teil: Was Eltern gern vertuschen möchten (1973, FSK 16)

 

Achim und Sibylle haben sich – wie jeden Tag – nach der Schule in einem Klassenzimmer verabredet. Sie sind seit zwei Wochen ein Paar und geben in dem leeren Klassenzimmer ihrer Lust freien Lauf. Achim überlegt schon seine Freundin seinen Eltern vorzustellen. Schließlich müsste es mit siebzehn ja legitim sein eine Freundin zu haben. Doch Sibylle hat da so ihre Zweifel. Zu allem Überfluss werden sie auch mitten im Liebesspiel von einem Lehrer beobachtet und der Fall landet vor dem Elternbeirat, wo Achim seine Position vehement verteidigt...

 

Schulmädchen-Report 7. Teil: Doch das Herz muss dabei sein (1974, FSK 16)

 

Babsi besucht ihren Bruder, da sie ein paar Gerüchte gehört hat, denen sie nachgehen möchte. Er versucht sie abzuwimmeln, doch sie schafft es in die Wohnung. Kaum hat sie den Eingangsbereich betreten, trifft sie schon auf eine leichtbekleidete Schulfreundin. Also hat sich ihr Verdacht bestätigt: Ihr Bruder ist der Leiter eines Bordells, in dem die Freier ein- und ausgehen. Als einer der Männer sich an sie ranmacht, verpasst sie ihm eine. Fluchend verlässt er das Haus und schwört Rache. Wenig später steht die Polizei vor der Tür. Der gekränkte Freier hat das illegale Bordell angezeigt...

 

Schulmädchen-Report 8. Teil: Was Eltern nie erfahren dürfen (1974, FSK 16)

 

Die Klasse macht sich auf den Weg zu einer Klassenfahrt. Während die Mädels sich über ein Schmuddelheft hermachen, berichtet eine von ihnen wie es sich an den Lehrling der Gärtnerei ihrer Eltern herangemacht hat. Auf geschickte Art und Weise präsentiert sie dem Jungen ihre weiblichen Reize. Der weiß gar nicht wie ihm geschieht und ergreift die Flucht. Als all ihre Annäherungsversuche fehlschlagen, weil der junge Mann sich nicht traut, ist sie schon fast am Verzweifeln. Doch dann, als ihre Eltern eines Nachts außer Haus sind, erwischt sie ihn mit Schmuddelheft...

 

Schulmädchen-Report 9. Teil: Reifeprüfung vor dem Abitur (1975, FSK 16)

 

Ein paar angeheiterte Jugendliche liefern sich in vollbesetzten Autos ein Rennen auf der Landstraße. Gerade als es am meisten Spaß macht, verunglücken beide Autos. Einer der Wagen fährt gegen einen Baum, der andere fällt in eine Kiesgrube und überschlägt sich mehrfach. Wie durch ein Wunder gibt es keine Tote. Bei der Polizei ist man sich nicht einig, wie man damit umgehen soll. Sollten die Jugendlichen härter bestraft werden oder sich straffrei die Hörner abstoßen?

 

Schulmädchen-Report 10. Teil: Irgendwann fängt jede an (1976, FSK 16)

 

In einer Unterrichtsstunde entbrennt eine Diskussion über Moral und Recht. Zur Veranschaulichung berichtet die Lehrerin von einem Verhör einer befreundeten Staatsanwältin, bei der ein Lehrer eine Schülerin misshandelt haben soll. Anders als von der Schülerin behauptet hätte nicht er sie während der Nachhilfestunden mit Alkohol gefügig gemacht, sondern sie ihn. Sie habe ihm den Alkohol eingeflößt und versucht ihn zu verführen. Doch er hätte widerstanden und sie nach Hause geschickt. Kurz vor der Anklage taucht dann noch ein Zeuge auf...

 

Schulmädchen-Report 11. Teil: Probieren geht über Studieren (1977, FSK 18)

 

Im Radio findet eine Diskussion zum Thema Jugendschutz statt. Mit dabei ist ein Kriminalkommissar, der von einem Fall einer Gymnasiastin berichtet. Bei der letzten Mathematikarbeit vor den Zeugnissen lässt sie sich von ihrem Freund Rolf helfen. Doch der Schwindel fliegt auf und ihr Abi ist mehr als nur gefährdet. Nachdem sie aber die Schuld auf sich nimmt, bietet Rolf ihr Nachhilfe an. Als Bezahlung nimmt er allerdings kein Geld, sondern ihre Jungfräulichkeit. Nach den ersten paar Malen macht die Nachhilfe immer mehr Spaß...

 

Schulmädchen-Report 12. Teil: Junge Mädchen brauchen Liebe (1978, FSK 16)

 

In der Redaktion einer Schülerzeitung werden die Zuschriften ausgewertet. So wie es aussieht ist die Zeitung ein voller Erfolg. Nachdem die Briefe einen sehr interessanten Inhalt zu bieten haben, beschließen die Redakteure einen nach dem anderen zu lesen. So erfahren sie von einem Mädchen, dessen Bruder für sie alles ist, denn ihre Eltern sind bereits beide tot. Sie entdeckt eines Tages, dass sie doch etwas mehr als nur Geschwisterliebe für ihren Bruder empfindet...

 

Schulmädchen-Report 13. Teil: Vergiss beim Sex die Liebe nicht (1980, FSK 16)

 

Bei den Proben zum Theaterstück Romeo und Julia entbrennt eine Diskussion über die Liebe. Während der Lehrer die Schüler von der Romantik zu überzeugen versucht, steht für die Jugendlichen der Sex im Mittelpunkt. Passend zu der Geschichte Romeo und Julias erzählt einer der Schüler von einem Mordfall. Bei der Vernehmung eines tatverdächtigen Mädchens stellt sich heraus, dass das Opfer sie zum Sex gezwungen hatte. Ob ihr Freund sie so sehr liebte, dass er ihren Peiniger für sie tötete?

 

Die Filme sind mit einem gewissen Augenzwinkern zu sehen und bieten eine Menge Humor, wenn man sich darauf einlässt. Natürlich sind die Filme heutzutage nicht mehr so aufklärend wie früher. Das was man dort sieht kommt heute schon – übertrieben gesagt – zur besten Sendezeit.

 

Bildergalerie von Schulmädchen-Report Edition (10 Bilder)

Qualitativ merkt man den Filmen ihr Alter zwar an, aber für die 40 Jahre sehen die Filme auf dem heimischen Fernseher noch sehr gut aus. Soundtechnisch gibt es nur zwei Kanäle mit einer hammermäßigen Musik, die an alte Heimatfilme erinnert ;) Immerhin wird so aber nicht das alte Flair zerstört und man fühlt sich ein wenig an seine Pubertät erinnert. Neben dem obligatorischen Wendecover finden sich noch ein paar Extras in Form von Interviews und Biografien auf den dreizehn DVDs.


Das Fazit von: Born2bewild

Born2bewild

Alex:

Mit Kindheitserinnerungen ist es immer so eine Sache. Man hat ja immer leicht die Einstellung „früher war alles besser“. Als ich im pubertierenden Alter war, liefen diese Filme spät nachts und man hat sich sozusagen schon darauf gefreut. Wie schon erwähnt sind die Filme alle mit einem gewissen Augenzwinkern zu sehen und wirken heutzutage mehr wie Komödien als wie Erotik- oder Aufklärungsfilme. Insgesamt finde ich, dass die Filme einen guten Unterhaltungswert haben, aber die eine oder andere leichte Schwäche aufweisen. So kommt es im Vorspann zum Beispiel häufiger vor, dass weiße Schrift vor einem weißen Hintergrund (zum Beispiel auf einem T-Shirt) eingeblendet wird und nicht lesbar ist. Schade ist zudem, dass die Filme auch in der heutigen Zeit noch geschnitten sind. Wobei ich mich in der einen oder anderen Szene etwas gewundert habe, dass sie es in die finale Fassung geschafft hat. Nichts desto trotz ist die Edition sehenswert und sorgt hin und wieder für einen Lacher. Daher für mich eine Empfehlung für ü30er, die die Filme vielleicht schon aus ihrer Jugend kennen.


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