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Shin Godzilla
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BEWERTUNG |
16.11.2017 von LorD Avenger
Ein gigantisches Monster taucht in der Bucht vor Tokio auf und sorgt für heftige Zerstörung. Als es schließlich auch noch an Land kommt und keine Waffe ihm gewachsen zu sein scheint, beginnt die japanische Regierung zu verzweifeln...
Ich muss offen zugeben, dass ich die 30 Filme zuvor nicht gesehen habe und nie auf den Gedanken gekommen wäre, mir den 31. angesehen, wenn es nicht ein heißes Thema zwischen meinen beiden Lieblings-YouTubern gewesen wäre. Unabhängig der Kritikermeinungen zum amerikanischen Godzilla von Roland Emmerich, war das für mich stets sehr unterhaltsames Popcornkino, das ich mir immer wieder ansehen könnte - von japanischen Godzilla-Filmen herrschte immer noch das Bild von schlechten Gummianzügen in meinem Kopf vor, als wären es Monster aus der Power Rangers-Serie.
Zwar ist Shin Godzilla kein spärlich ausgefüllter Gummianzug, sieht aber leider so aus. Er bewegt sich wie ein Fahrgeschäft-Roboter in einem Freizeitpark, mit mechanischen Gliedmaßen und absolut keinen Regungen im gesamten Gesicht, außer dem Öffnen und Schließen des Mauls - und nicht einmal das sieht sonderlich gut aus. Am schlimmsten sind aber seine Augen. Mein erster Gedanke als ich sie sah, lautete "googly eyes" - also diese Plastikaugen mit wackelnden Pupillen, die man auf jede beliebige Oberfläche kleben kann zu humoristischen Zwecken. Und genau so einen, wohl eher unfreiwilligen Zweck erfüllten auch die ausdruckslosen Plastikaugen am neuen Godzilla, speziell in seiner ersten Metamorphoseform. Zumindest als Figur wäre er aber immerhin ein Volltreffer gewesen, denn seine steinerne Haut mit den lavaartigen, glühenden Schluchten dazwischen schindete schon etwas Eindruck - der dummerweise gleich wieder zunichte gemacht wurde, als er aus Maul und Rücken lausig dargestellte Laserstrahlen abfeuerte...
Natürlich hat ein japanischer Film nicht denselben Markt wie ein amerikanischer mit namhaften Darstellern und Regisseuren und dementsprechend nicht mal annähernd dasselbe Budget, weswegen ich bei den mäßigen Spezialeffekten, selbst im Vergleich zum fast 20 Jahre alten Film von Roland Emmerich, gerne eine Auge zudrücke. Trashfilme können schließlich auch einschlagen wie der Fuß eines Riesenmonsters. Dummerweise ist der Rest des Films nicht viel ansprechender. Ein Großteil der immerhin zwei Stunden Spielzeit verbringt der Zuschauer mit einem Haufen Politikern in Räumen mit Teppichböden und Mobiliar wie aus der alten Wohnung meiner Oma. Die gewöhnungsbedürftige Form der Schauspielerei von Japanern macht viele Szenen unfreiwillig komisch und wird noch von sonderbaren Regisseurentscheidungen wie Kamerafahrten und -perspektiven unterstrichen, die es schwer machen, den Film ernstzunehmen. Ganz zu schweigen, dass man erst einmal am Ball bleiben müsste durch die Stunden von trockenem Politik- und Wissenschaftsgelaber ohne Nebenhandlungen oder auch nur Sympathieträgern unter den Hauptfiguren. Das Fazit von: LorD Avenger
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