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Smash'n'Survive

Publisher: Disney Interactive
Entwicklerstudio: Version2Games
Genre: Action
Sub-Genre: Arcade-Racer
Art: Downloadtitel
Erscheinungsdatum: 22.02.2012
USK 6

Smash'n'Survive   18.04.2012 von Beef Supreme

Hmm… Destruction Derby … cooles Spiel, damals. Oh, es gibt wieder so etwas in die Richtung mit Waffen und so. Kann doch gar nicht so schlecht sein. Autos zu Klump fahren macht seit Flatout wieder Spaß. Wird sicher cool!, dachte ich. Smash’n’Survive ist der PS3-exklusive Output von Version2 Games aus Indien. Und ich sage Euch: was für ein Höllenritt …


Zunächst einmal lächelt einen das schäbig gezeichnete Menü-Bild eines Monstertrucks mit sechs Reifen an. Na schön, muss ja nicht alles gleich super aussehen, starten wir die Kampagne. Aha, man fährt also nun für eine Gang namens Necromancers und soll für jene verschiedene Missionen ausführen, die sich meist darum drehen, andere Fahrzeuge zu zerlegen. Mehr Hintergrund wird nicht beleuchtet. Storymäßig knallt’s nicht besonders, aber welcher Arcade-Racer tut das schon. Na dann nageln wir doch das Gaspedal ans Bodenblech. Die Missionen setzen sich aus Checkpoint-Rennen, Deathmatch, Team-Deathmatch, Bombe legen und KI-Fahrer beschützen zusammen. Und das in verschiedenen Variationen: auf zehn verschiedenen Karten und mit mal mehr, mal weniger Feindfahrern oder KI-Begleitern. Hört sich doch im Ansatz nicht so schlecht an.


Die Rennen beginnen immer gleich. Ein paar lieblos hingestanzte Zeilen Text erklären meist, dass die anderen böse sind und wir doch so gut sein sollen, neues Altmetall zu produzieren. Danach erfolgt die Wagenauswahl. Der Fuhrpark ist vergleichsweise umfangreich, will aber erst freigeschaltet werden. Das geschieht mittels spielinterner Währung, die für erfolgreiche Missionen ausgegeben wird. Die Wagen unterscheiden sich in Bewaffnung und Statistik voneinander und lassen sich manchmal etwas aufmotzen. Das Problem ist, die Wagenwerte haben nur drei Abgrenzungsstufen, was dazu führt, dass viele Fahrzeuge die gleichen Werte haben, sich aber unterschiedlich fahren. Zum Design lässt sich sagen, dass es absolut nichts bringt. Ein paar kleinere optische Anpassungen lässt SnS einen machen. Fahrerische Verbesserung? Ach woher denn. Stärkere Abwehr oder durchschlagendere Bewaffnung? Fehlanzeige. Und die Tatsache, dass das Spiel gefühlte vier Stunden lädt, nachdem eines der überflüssigen und kaum erkennbaren Alternativteile angebracht wurde, vergrätzt einem das Ride pimpen gehörig.


Nach beendeter Einkaufstour und Wagenwahl geht es an irgendeinem Punkt in einem abgeschlossenen Areal los. Was zuerst auffällt, ist die grottige Fahrphysik. Das Beschleunigen und die Geradeausfahrt funktionieren einigermaßen, doch wehe dem, der versucht, präzise Kurven zu fahren. Entweder man verfehlt meilenweit die geplante Route oder man erleidet ein mittleres Schleudertrauma. Die Steuerung wirkt zwar arcadelastig, doch auch sehr willkürlich, was genaue Fahrmanöver fast unmöglich macht. Richtig ärgerlich wird‘s auf Maps mit sehr engen Straßen oder vielen Landmarken, wie Häuser, Leitplanken oder Felsen. Viele Objekte sind zwar zerstörbar, doch ist das Fahrzeug erst einmal festgefahren, war’s das. Rückwärts ausparken oder wenden ist nämlich ein Ding der Unmöglichkeit und braucht mehr Platz als ein Flugzeugträger mitsamt Hafen und Stadt. Auch spielt einem die Kollisionsabfrage gern mal Streiche. Anders kann ich mir nicht erklären, dass das Fahrzeug bei Berührung eines Zauns entweder über die halbe Karte fliegt oder auf Null gebremst wird. Es kann auch passieren, dass das Fahrzeug vollkommen unbeeindruckt durch Häuserwände ballert, aber direkt danach von einer Bodenwelle zum Stehen gebracht wird. Je länger die Spielzeit, desto mannigfaltiger sind die Kuriositäten des Clippings.


Doch nun auf in den Kampf! Boliden wollen doch verbeult werden. Oder nicht? Schadensmodell ist nämlich kaum zu erkennen. Es hängt zwar mal der Heckspoiler schief, doch das ist das höchste der Gefühle und Auswirkungen hat es auch keine. Der Kampf an sich gestaltet sich immer gleich. Betrunkener Gegner kommt angerollt, verfranzt sich in einer Ecke und präsentiert die Flanke. Dann besteht die Möglichkeit, den Feind zu rammen oder von einer Waffe Gebrauch zu machen. Es gibt zwar Kreissägen, Schockwellen, Flammenwerfer und noch mehr ausgefallenen Firlefanz, doch der Flügelschlag der gemeinen Motte verursacht wohl mehr Schaden als das gesamte Arsenal. Die Auswirkungen der Waffen sind kaum feststellbar. Halt, sind sie doch! Bei „erfolgreichem“ Treffer schaltet nämlich die Kamera in eine unsäglich unübersichtliche Position und eine ultranervige Zeitlupe fängt das Geschehen ein. Jedes Mal. Selbst wenn die Waffen tatsächlich einen Nutzen hätten, spätestens nachdem man das dritte Mal gegen eine Wand gefahren ist, weil die Kamera die Innenansicht des Reifens präsentiert und die Zeitlupe am Nervenkostüm zerrt, bleibt nur der pazifistische Weg. Mal angenommen, es gelänge, den Energiebalken des Feindes zu leeren, so würde ein Totenschädel über seinem Wagen erscheinen. Doch damit ist es nicht getan. Es bedarf noch mindestens zwei weiterer Treffer, bis er in Walhall einfährt. Es kam oft genug vor, dass Totgeglaubte mich dennoch zu Schrott verarbeitet haben, denn ist mein Balken leer, bin ich auch wirklich hinüber. Nervig.


Zu den Spielmodi. Deathmatch, Team-Deathmatch, Kumpel beschützen und Überleben sind so klar, wie fad. Steuerung, Kamera, KI und seltsame Kollisionsabfrage wissen zu frustrieren. Doch das Ganze lässt sich noch weiter würzen, nämlich beim Bomben legen. Dazu fährt man zu einem bestimmten Punkt auf der Karte und muss dort geschlagene 20(!!) Sekunden stehen bleiben, um die Bombe zu legen. Derweil steht man auf dem Präsentierteller und noch nicht mal diese KI ist so bescheuert, ein ruhendes Ziel 20 Sekunden lang zu ignorieren. Wird man aus dem kleinen Kreis gerammt, geht das Spiel von vorne los. Das Ende vom Lied, muss man selbst die Bombe legen, ist es wohl wahrscheinlicher, dass alle Gegner vom Blitz erschlagen, als selbst 20 Sekunden in Ruhe gelassen zu werden. Entschärfen dauert übrigens ebenso lange, sollte die Bombe wider Erwarten gelegt werden. Yeeha!

 

Bildergalerie von Smash'n'Survive (6 Bilder)

Dann wäre da noch die KI. Profil: doof wie Brot, Führerscheinprüfung kommt erst noch. Es kommt nämlich sehr oft vor, dass die Herren, egal ob Freund oder Feind absolute Aussetzer aufweisen. Mitstreiter rammen einen, Widersacher fahren so lange im Kreis, bis sie aus ihrem Leid erlöst werden, oder bleiben einfach stehen und harren der Dinge, die da kommen. Zwar haben sie manchmal ihre hellen Momente, sodass das Spiel am Laufen bleibt, aber fordernd oder unterstützend, je nach Seite, geht anders. Dann halt doch mit Menschen ... Doch ha! Nicht so schnell, junger Schelm! Online-Support gibt’s hier nicht. Höchstens Split-Screen mit einem Kumpel ist hier drin. Man denke doch nur, Team-Deathmatch zu zweit. Oder man male sich aus, wie launig es ist, zu zweit Bomben zu legen und zu entschärfen. Ein Fest für die Sinne. CPU-gesteuerte Mitfahrer finden sich im Multiplayer nämlich nicht.


Viel schlimmer kann’s jetzt eigentlich auch nicht mehr werden. Aber besser auch nicht. Denn die Technik passt sich ans Niveau an. Grafisch fühlt man sich doch gleich an die wilden Zeiten der PS2 zurückerinnert. Matschige Texturen, schwache Effekte, geringe Polygon-Anzahl. Ok es muss nicht immer ein Forza oder ein GT5 sein, aber etwas besser hätte es schon aussehen dürfen. Der Sound macht’s auch nicht besser. Metal in allen Ehren, aber nur ein einziges Lied, das hoch und runter dudelt, nervt selbst die härteste Pommesgabel. Die Sound-Effekte sind übrigens auch zum Davonfahren. Die Waffensounds sind so leise, dass sie meist überhört werden, die Umgebungssounds dafür so laut, dass der Eindruck entstehen könnte, die Handwerker im Haus zu haben. Die Motoren hören sich fast identisch an, nämlich nach überdrehendem Rasenmäher. Und zu guter Letzt, je länger man spielt, desto länger fesselt einen das Spiel in Form von Ladezeiten, die sich immer weiter ausdehnen. Großartig.


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Ich kann es nicht beschönigen. Was Version2 Games hier abgeliefert hat, bereichert die Spielewelt weniger als ein Bimsstein. SnS versagt in allen Bereichen. Grafisch gab's schon vor 10 Jahren besseres und spielerisch schon seit Anbeginn der Zeit. Ein Online-Multiplayer hätte zumindest die strunzdoofe KI etwas wettmachen können, doch so kann ich nur davon abraten. Die knapp 13 Euro kann man bedeutend besser investieren. Zum Beispiel in einen Haarschnitt oder einen Meter Pils, um den Schrecken zu ertränken.


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