Sniper - Ghost Warrior

Sniper - Ghost Warrior

Publisher: City Interacitve
Entwicklerstudio: City Interactive
Genre: Action
Sub-Genre: 3rd Person Shooter
Art: Midprice-Titel
Erscheinungsdatum: 24.06.2010
USK 18

Sniper - Ghost Warrior   16.07.2010 von Panikmike

City Interactive ist bisher im PC-Sektor in aller Munde, doch die Xbox 360 ist für die Polen ein absolutes Neuland. Die ersten Bilder und Videos von Sniper – Ghost Warrior sahen allerdings sehr gut aus und erinnern stark an Crysis oder Far Cry. Hübsche Tropenlandschaften mit blühender Flora und Fauna wurde uns präsentiert. Mal sehen ob das Gesamtwerk ebenso wie die Vorabinformationen punkten kann?
Sniper – Ghost Warrior präsentiert sich auf dem ersten Blick als wirkliche Alternative zu Crysis, Far Cry oder Call of Duty, doch wenn man ein wenig tiefer im Spiel steckt, so bemerkt man einige Mängel, die den Spielablauf trüben und keine hohe Wertung zulässt. Was City Interactive auf die Beine gestellt hat, ist ein guter und solider Shooter, den man sich jedoch mal genauer ansehen sollte.

Nur ein Scharfschütze?

Nein, Gott sei Dank nicht. Auch wenn das Spiel „Sniper“ heißt, so heißt es noch lange nicht, dass man darin nur einen Scharfschützen spielen kann. Natürlich dreht sich die ganze Geschichte um diesen Geisterkrieger, der aus dem Nichts seine Gegner per Kopfschuss erledigt, aber es gibt eigene Abschnitte, die man mit der Pistole oder einer Maschinenpistole absolvieren muss. Man kann jedoch fast in jedem Sektor, in dem man spielt, sein Scharfschützengewehr gegen eine MP eintauschen. So bleibt es dem Spieler weitgehend selbst überlassen, ob er eher actionreich oder taktisch vorgeht.  So schleicht man sich von Busch zu Busch, versteckt sich hinter Bäumen, legt sich in die üppige Vegetation ins Gras oder man läuft auf die Gegner zu und ballert freudig darauf los. Doch letzteres würde ich euch nicht empfehlen, denn meistens führt dies zum Tod. Natürlich gibt es im Spiel auch die typischen Healthpack in Form einer Lebensenergie-Spritze, jedoch hilft die auch nicht in jeder Situation.

Lieg ich nur da und verhalte mich wie ein Sniper?
Auch hier bin ich froh, dass sich City Interactive einiges hat einfallen lassen. So muss man bei einer Mission einen Gegner von der Weite aus entfernen, bei einer anderen muss man C4-Sprengstoff finden und Abwehrstellungen beseitigen. Die Missionen sind abwechslungsreich und schön aufgebaut. So macht es zwar immer Sinn, sich langsam zu seinem Ziel zu begeben und nicht drauflos stürmen, jedoch kann auch die letztere Taktik fruchten. Die Gegner selbst sind leider nicht wirklich die hellsten, so kann es durchaus sein, dass man mit einer Haudrauf-Taktik mehr erreichen kann, als wenn man sich ins Gebüsch legt. Leider ist die künstliche Intelligenz ein Manko im Spiel, denn die geht zeitweise gar nicht.

Nur ein Beispiel: Ich schleiche mich vorsichtig an, um eine Plantage zu infiltrieren. Ungefähr 50 Meter vor meinem Zielpunkt sehe ich auf der linken Seite zwei Hochstände, mit jeweils einem Soldaten darauf. Ich stehe genau in der Mitte, allerdings 10 Meter unter ihnen, bisher sieht mich keiner. Mein Glück, beide sehen genau auf die andere Seite. Ich kralle mir mit meinem Scharfschützengewehr den linken Soldaten mit einem Kopfschuss. Normalerweise erwartet man, weil der Soldat schreit und der Schuss auch nicht lautlos war, dass der andere Soldat erschrickt und mich sucht. Doch was passiert: Leider nichts! Er blickt weiterhin in seine Richtung und tut so, als wäre nichts passiert. Ok, vielleicht haben sich beide Kollegen ja gehasst, aber so richtig kollegial ist das wirklich nicht!

Alles 1A oder mangelt es an einer guten Programmierung?

Leider war dies kein Einzelfall, jedoch ist es mir im gesamten Spiel nicht so oft passiert. Da wir schon mal bei den Mängeln des Spiels sind, da gibt es leider noch jede Menge. Nicht nur die KI ist mies, auch die Kollisionsabfrage habe ich bei vergleichbaren Spielen schon besser gesehen. Es ist mir auch nicht nur einmal passiert, dass man irgendwo hängen bleibt, obwohl eigentlich nichts da ist. Der Höhepunkt meiner Karriere war im letzten Abschnitt bei Akt 1. Hier habe ich mich schön snipermäßig angeschlichen und fiel dann einen kleinen Abhang runter. Soweit ist dies ja nicht schlimm, jedoch war gleich darunter ein Haus. Nun hing ich schön zwischen Abhang und Haus und konnte mich nicht befreien. Nach ca. 45 Sekunden hatte ich es dann doch geschafft, ich kann nur von Glück reden, dass kein Gegner in meiner Nähe war. So zieht sich dieser Hängenbleiben-Mangel leider durchs ganze Spiel.

Wie sieht es mit der Grafik und dem Sound aus?

Hier kann ich wiederum vorerst ein großes Lob aussprechen. Selten hab ich so viel Vegetation, Flora und Fauna gesehen wie hier. Die Grafik selbst ist unglaublich schick, die Bäume, Büsche und alles rundherum sieht einfach klasse aus. Das Wasser ist geschmeidig, die Vögel und der Wind bringen Leben ins Spiel und auch die Gegner können sich sehen lassen. Leider ist dies beim genaueren Betrachten nicht mehr so rosig. Die Grafik ist und bleibt schön, doch zoomt man mit dem Scharfschützengewehr auf ein Objekt, einen Baum, einen Fels oder ähnliches, so sieht man die groben Texturen. Leider wird man immer wieder darauf gestoßen, da es ja ein Scharfschützenspiel ist und man unweigerlich zoomen muss. Versteht mich nicht falsch, mir hat alles gut gefallen, doch die miesen herangezoomten Texturen fallen einfach negativ ins Gewicht. Der Sound hingegen ist sehr gut gelungen, die deutschen Stimmen sind ok, der Sound passt sich der Situation an und fetzt gewaltig. Ebenso können die Effekte punkten, die Surround-Anlage macht ständig mit – Klasse.


Alleine oder Mehrspieler?

City Interactive hat den Spielern einen Mehrspielermodus spendiert, der allerdings nicht so ganz fruchten kann. Wer Lust hat, der kann sich mit 11 anderen Snipern schön duellieren. Hier gibt es drei Modi zur Auswahl, die das Rad allerdings nicht neu erfinden. Einmal gibt es das klassische Teamduell, welches hier zwar nett ist, jedoch nicht so richtig Spannung erzeugt, denn sechs Scharfschützen gegen sechs Scharfschützen kann manchmal ganz schön ermüdend sein. Besonders lustig wird es, wenn sich jeder auf seine Position legt und nichts passiert! Der zweite Modus ist allen Shooter-Freunden ebenso bekannt, es handelt sich hier um „Jeder gegen Jeden“. Hier wird ein wenig mehr Action erzeugt, aber so richtig in Fahrt kommt dieser Modus ebenso nicht. Beim letzten Modus handelt es sich um „VIP“. Hier ist ein Spieler der „Chef“ und bekommt mehr Punkte als alle anderen. Dies passiert dann solange, bis sein Sonderstatus durch einen Tod flöten geht. Alles in allem ist der Mehrspieler-Part nett, aber nicht mehr.


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Also ich muss sagen, dass mir Sniper – Ghost Warrior trotz der Mängel sehr viel Spaß gemacht hat. Vom Spielablauf darf man es na klar nicht mit einem Call of Duty vergleichen, den König vom Thron stoßen gelingt nicht so einfach und ich denke, dass es City Interactive auch nicht vor hatte. Sniper macht Spaß, die Grafik ist gut und der Sound passt super ins Geschehen. Auch wenn die Texturen aus der Nähe betrachtet nicht fruchten können, so hinterlässt das Spiel doch als Gesamtwerk einen guten Eindruck. Das Heranschleichen und Auskundschaften macht Laune, jedoch fehlt das i-Tüpfelchen. Das Hängenbleiben hingegen nervt und der Mehrspieler-Modus ist nicht so das Gelbe vom Ei. Alles in allem kann ich aber Sniper – Ghost Warrior jedem Shooter-Fan empfehlen, alleine schon, weil das Spiel keinen Vollpreis von ca. 60 Euro hat. Wenn man ein wenig die Preise vergleicht, dann bekommt man das Spiel schon für unter 35 Euro. So soll es sein, ein solides Spiel für einen vernünftigen Preis.


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