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Stagecoach

Originaltitel: Stagecoach
Genre: Western
Regie: John Ford
Hauptdarsteller: John Wayne
Laufzeit: ca. 92 Minuten
Label: Voulez Vous Film
FSK 12

Stagecoach   06.11.2010 von Der Ohm

Begeben wir uns auf eine Reise in das Amerika des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Echte Männer ritten noch mit Pferd und Colt durch die Prärie und wirbelten ordentlich Staub auf. Schöne Frauen warteten im Saloon hinter der Schwingtür auf Kundschaft und schauten den Kerlen beim Pokern zu. In dieser Welt waren John Wayne als Schauspieler und John Ford als Regisseur zuhause. Ihre erste Zusammenarbeit habe ich mir für euch einmal angeschaut.

Es herrscht Krieg zwischen den weißen Siedlern und den Apachen.  Durch dieses Gebiet muss die Postkusche von Tonto nach Lordsburg. Um die Gefahr eines Überfalles zu mindern, wird der Kutsche sogar eine Einheit der Armee abgestellt, die ihr Geleitschutz bietet. In der Kabine befinden sich diesmal sehr interessante Fahrgäste. Da wäre zum einen Dr. Boone, ein guter Arzt der sich neben der Medizin auch dem Alkohol verschrieben hat, die Schwangere Lucy Mallory, die sich auf dem Weg zu ihrem Mann befindet, die Bardame Dallas, die von den Anständigen Damen des Ortes nur mit Abscheu betrachtet wird und der Bänker Gatewood, der mit den Löhnen einer ganzen Miene durchgebrannt ist. Neben einem ruhigen Handelsvertreter, der zur Freude von Dr. Boone Alkoholika vertreibt, befinden sich noch der Sheriff Wilcox nebst des eingefangenen Desperados Ringo an Board. Doch scheinen nicht alle Passagiere das zu sein, was sie vorgeben. Erst extreme Situationen zeigen den wahren Charakter der Personen.


Stagecoach lässt schon Vieles erahnen, was John Ford und John Wayne in späteren Filmen an Leistung bringen. Abseits von eintönigem Indianer töten, oder die Stadt vor bösen Räuberbanden schützen, wird hier eine äußerst tiefgründige Charakterstudie geliefert. Wer also stumpfe Revolverhelden sucht, wird sie in Stagecoach nicht finden.


Bei der Bewertung des Bilds dürfen wir nicht vergessen, dass der Streifen von 1939 ist. Die Helligkeit schwankt ein wenig und einige Defekte sind auszumachen. Die Schärfe kann allerdings überzeugen. Für das Alter ist das aber schon in Ordnung, ein bißchen Patina muß nach 70 Jahren schon zu sehen sein.


Der Vertonung ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist die Synchronisation mit professionellen Sprechern sehr angenehm zu hören, wenn auch ein bißchen dumpf. Der originale Soundtrack stand allerdings nicht zur Verfügung, so ist in der deutschen Synchronisation nur mit einem Banjo eingespielte Fahrstuhlmusik zu hören. Besonders beim Umschalten auf die originale Tonspur fällt dieser Verlust schwer ins Gewicht.


Ob 1939 schon an ein Making of für die spätere DVD-Auswertung gedacht wurde? Was für eine Frage, natürlich nicht. Immerhin ist ein interessant gestalteter Originaltrailer ausgegraben worden. Das Wendecover wurde vom FSK-Logo befreit.


Das Fazit von: Der Ohm

Der Ohm

Stagecoach erscheint in der Serie "Vergessene Western", und tatsächlich habe ich bis her noch nichts von dem Film gehört. Um so schöner dass die Bildqualität für das hohe Alter noch in Ordnung geht. Stagecoach ist ein Western mit Tiefgang und einem Hauch schwarzem Humor. John Wayne stand noch am Anfang seiner Kariere, ein paar Jahre später wäre er bestimmt noch mehr in die Story eingebunden worden. Hier zeigt er aber schon, was später aus ihm werden sollte. Ein Film für Westernfans, die Wert auf eine Geschichte legen, die einmal fernab des Üblichen ist.


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