Stalled (Uncut Edition)

Stalled (Uncut Edition)

Originaltitel: Stalled
Genre: Horror • Komödie
Regie: Christian James
Hauptdarsteller: Dan Palmer
Laufzeit: DVD (84 Min) • BD (81 Min)
Label: Alive
FSK 18

Stalled (Uncut Edition)   14.04.2015 von Beef Supreme

Warum gehen Frauen so selten allein auf die Damentoilette? Zur Ergänzung eventuell fehlender Hygiene- oder Schminkprodukte? Vermeintlich spannende Gesprächsthemen? Für die zügellose Orgie zwischendurch? Alles Mumpitz. Zu zweit hat man während einer Zombieapokalypse auf dem Scheißhaus einfach das bessere Blatt. Dass dieses Szenario gar nicht so abwegig ist, zeigt uns Stalled. Feinste Unterhaltung oder Zeit, die durchs Klo gespült wurde?

 

Hausmeister W.C. (Dan Palmer), so der Name des Perspektivengebers, hat einen richtig beschissenen Tag. Wir schreiben den 24. Dezember und die Stimmung auf der Weihnachtsfeier in der namenlosen Firma ist am Überkochen. W.C. hingegen darf Dienst schieben und ist gerade auf der Damentoilette angelangt, als zwei leicht bekleidete, dafür aber schwer betrunkene Mädels den Lokus aufsuchen. Aus Scham versteckt sich W.C. auf einer Box und harrt der Dinge die da kommen mögen. Plötzlich snackt Mädel 1 die Kehle von Mädel 2 und die Hölle bricht los, als weitere hirnhungrige Zombies das Damenschild auf der Tür ignorieren und das Stille Örtchen überbevölkern. W.C. ist auf dem WC gefangen und sieht sein Leben schon den Abfluss hinabrauschen, als er zwei Boxen weiter eine liebliche Stimme vernimmt, deren Besitzerin sich in der gleichen, beschissenen Situation befindet. Es entbrennt …

 

… ja was eigentlich? Gerade wegen Zombies und so müsste hier jetzt eigentlich „ein Kampf auf Leben und Tod“ oder „ein Gemetzel sondergleichen“ stehen. Doch weit gefehlt! Stalled belästigt den übersättigten Zuschauer nicht mit stumpfer Gewalt, hunderten toten Untoten oder axthaltiger Metzgerskunst, sondern wählt den dialoglastigen, pseudophilosphischen Weg durch die Zombie-Invasion. Ähnlich dem sehr gelungenen Buried beschränkt sich Stalled darauf, fast ausschließlich W.C. in seiner Klobox aus allen erdenklichen Perspektiven zu zeigen und sich mit der Stimme namens Evie zwei Schüsseln weiter zu unterhalten. Dass sich vor der 3 cm starken Pressspantür gerade zig Zombies tummeln blendet der Streifen gern und oft aus, daran zu erkennen dass deren Gegrunze willkürlich auftaucht und wieder abebbt, wie es dem Drehbuch gerade passt. Die Intensität des Vorbilds wird aber nicht einmal im Ansatz erreicht, da der Film krampfhaft versucht, lustig zu sein. Manchmal gelingt’s, meistens aber eher nicht und so reiht sich Peinlichkeit an Ödnis, die das Niveau des durchschnittlichen Klospruchs am städtischen Bahnhofsklo erreicht. Solche beengte Kammerspiele leben von der Kunst des Darstellers, seine Gefühlsregungen glaubhaft zu transportieren. W.C.-Darsteller Dan Palmer jedoch leiert ziemlich uninspiriert sein Ding runter und versprüht dabei so viel Charme, wie der Duftspender neben der Klorolle.

 

Der Film hat natürlich auch seine Momente in denen sowohl der Humor, als auch die Kreativität funktionieren, aber sie sind selten und schaffen es nicht, den Film über seine Laufzeit von knapp 90 Minuten interessant zu halten. Dafür ist das eiserne Regime des Dialogs zwischen W.C. und der Wand einfach zu präsent. Als Gore-Fan braucht man hier gar nicht erst einschalten, denn zu sehen gibt es so gut wie nichts, und wenn doch mal Blut fließt, erkennt man, dass das Budget dafür vom Teller der Putzkraft stammen muss.

 

Bildergalerie von Stalled (Uncut Edition) (12 Bilder)

Denn technisch kann sich der Film ohne weiteres mit jeder VHS anlegen. Ob er dabei gewinnt ist allerdings fraglich. Die Bildqualität transportiert einen direkt zurück in die frühen 90er, als die Abkürzung DVD noch für „Dalmatiner-Verein Deutschland“ stand. Warum so etwas auf Blu-ray verkauft werden muss erschließt sich mir nicht, da noch nicht einmal ansatzweise DVD-Qualität erreicht wird. Rauschen ohne Ende und ein Bild so scharf wie ein Löffel flimmern über die UHD-verwöhnte Netzhaut. Der Sound hingegen ist zumindest nicht als Totalausfall zu bezeichnen. Etwas mehr Score hätte nicht geschadet und das Geröchel der Zombies hätte sich nicht so oft wiederholen müssen, aber insgesamt bewegt sich der Ton auf Durchschnittsniveau. Überraschend gut für einen Film dieser Kategorie ist die Synchronisation gelungen. Die beste Figur macht dabei Evie a.k.a das Gekritzel an W.C.s Klowand. 


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

„Ein würdiger Anwärter auf den Thron von Shaun of the Dead”, so titelt das Cover von Stalled vollmundig. Abgesehen davon, dass Stalled keinerlei Ähnlichkeit mit SotD hat, außer vielleicht Zombies, besteht qualitativ ein himmelweiter Unterschied. So gut die Grundidee auch sein mag, die Umsetzung ist – ich muss es einfach sagen – ein Griff ins Klo. Flache Gags, nicht existente Handlung, Zombie Action und Gore – Fehlanzeige. Stalled ist Langeweile auf anderthalb Quadratmetern, garniert mit pseudophilosophischem Gequatsche und einem unsympathischen Darsteller. Klopapier abrollen macht genauso viel Spaß.


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