Ralph Fiennes sollte jedem Cineasten ein Begriff sein. In Filmen wie "Der Vorleser", "Kampf der Titanen" oder "Harry Potter" konnte er sein Können bereits mehrfach unter Beweis stellen. Doch der britische Schauspieler ist schon seit längerem bekannt. Einer seiner ersten Filme war "Strange Days"´ aus dem Jahre 1995. Doch kann denn ein älterer Action-Thriller heutzutage überhaupt noch überzeugen?
Lenny (Ralph Fiennes) verdient sein Geld auf illegale Weise. Er verkauft seinen Abhängigen eine neue Droge, die man mit herkömmlichen Drogen nicht vergleichen kann. Die „Clips“ sind kleine Discs, die man in eine Art CD-Player schieben kann. Diesen verkabelt man mit sich selbst und bekommt dadurch ein Abenteuer der etwas anderen Art. Auf den Discs sind Erlebnisse von anderen Personen, die quasi gefilmt worden sind. Rein technisch gesehen läuft das so ab: Ein Rekorder sendet elektromagnetische
Signale des Gehirns und speichert diese dann ab. Alles ist echt, es ist kein Schauspiel! All die Dinge, die die Personen gesehen, gehört und gefühlt haben, fühlt nun der Besitzer des Clips.
Eigentlich hört sich alles schön und gut an, doch der Inhalt der Clips wird von Zeit zu Zeit immer extremer. So verkauft Lenny aktuell auch Gefühle von Kriminellen, die zum Beispiel einen Raub begehen. Der Konsum der Clips löst bei vielen Menschen eine Sucht aus. Lenny profitiert natürlich von den Folgekäufen der Konsumenten und er selbst nutzt die Droge, um in den positiven Erinnerungen an seine Ex-Freundin Faith (Juliette Lewis) zu schwelgen. Lennys beste Freundin Mace (Angela Bassett) versucht sich und ihren Sohn von dieser Technik fernzuhalten. Nebenbei möchte sie auch Lenny vor diesem illegalen Geschäft bewahren, doch dieser hört nicht auf sie.
Eines Tages taucht eine Bekannte von Lenny namens Iris (Brigitte Bako) in einer Bar auf und versucht ihm einen Clip zu geben. Sie agiert sehr hektisch, da sie von irgendwelchen Verbrechern verfolgt wird. Kurze Zeit später findet Lenny den Clip in seinem Auto und schaut ihn sich voller Sorge an. Die Bilder, die er jetzt sieht, sind unglaublich, doch er weiß schließlich, dass es kein Film ist, sondern die Realität wieder spiegelt. Voller Furcht bekommt er am nächsten Tag erneut einen Clip zugestellt, auf dem die Ermordung seiner Freundin Iris zu sehen ist. Zusammen mit seinem Freund Max (Tom Sizemore) geht er der Sache nach und merkt erst später, in was er da verwickelt wurde…
Werden Lenny und Max den Mörder von Iris finden? Was war auf dem ersten Clip zu sehen und warum macht Lenny das Gezeigte Angst? Was wird aus Lenny und seiner Ex-Freundin Faith, die er immer wieder besucht?
Der Film ist mittlerweile in die Jahre gekommen, doch nach wie vor kann er mit seiner guten Story und seinen sehr guten Schauspielern punkten. Ralph Fiennes und Tom Sizemore machen ihre Sache spitze und man nimmt ihnen die Rollen zu jeder Zeit ab. Doch auch der Rest der Truppe passt gut ins Geschehen. Die Thematik ist immer noch aktuell, auch wenn natürlich sehr viel Fiktion dahinter steckt. Man kommt aber ständig ins Grübeln und das ist auch dass, was der Film unter anderem bewirken möchte. 1996 bekamen Angela Bassett und die Regisseurin Kathryn Bigelow jeweils zu Recht eine Auszeichnung für dieses Werk. Leider ging Ralph Fiennes leer aus. In meinen Augen hätte er für seine Leistung auch einen Preis verdient.

Doch kommen wir nun mal zur Qualität des Streifens. Der Film hat ja schon einige Jahre auf dem Buckel, doch insgesamt wurde alles ganz gut auf die Blu-ray transferiert. Natürlich kann das Bild nicht mit aktuellen Titeln mithalten, doch es ist deutlich besser als die DVD-Version. Der Bildkorn wurde gefiltert, doch leider ist trotzdem ein Grundrauschen vorhanden. Die Schärfe passt und die Details sind jederzeit gut erkennbar, aber ein richtig glasklares Bild kommt nie zum Vorschein. Das Farbspektrum, wie auch der Schwarzwert, sind ebenfalls in Ordnung. Generell ist das Bild besser als auf der DVD, doch Vergleiche mit aktuellen HD-Titeln sollte man lieber nicht machen. Der Ton hingegen kann besser punkten. Die Räumlichkeit ist sehr gut geworden, die Kanaltrennung ist perfekt und auch die Surroundboxen bekommen immer wieder Arbeit. In manchen Szenen allerdings klingen die Stimmen ein wenig dumpf, aber auch das ist nicht wirklich tragisch. Bei den Extras hat sich Kinowelt ins Zeug gelegt, denn insgesamt bekommt der Zuschauer sehr viel geboten. Neben den gekürzten Szenen und einigen interessanten Interviews kann man sich mit zwei langen Dokumentationen vergnügen. Alles in allem handelt es sich hierbei um eine gute Umsetzung, die in Sachen Bild noch einen kleinen Feinschliff gebraucht hätte.
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