The Angriest Man in Brooklyn

The Angriest Man in Brooklyn

Originaltitel: The Angriest Man in Brooklyn
Genre: Komödie • Drama
Regie: Phil Alden Robinson
Hauptdarsteller: Robin Williams
Laufzeit: DVD (80 Min) • BD (84 Min)
Label: Universum Film
FSK 12

The Angriest Man in Brooklyn   14.12.2014 von Born2bewild

Dieses Jahr war ein trauriges für die Filmwelt. Einer der großartigsten Schauspieler unserer Zeit ist von uns gegangen. Robin Williams wird wohl vielen von uns als sympathische Mrs. Doubtfire oder als Radiomoderator in Good Morning Vietnam im Gedächtnis bleiben. Nun erscheint mit The Angriest Man in Brooklyn einer seiner letzten Filme, der sich ironischerweise mit dem Thema Tod auseinandersetzt. Wir haben ihn uns für Euch angesehen …

 

Henry Altmann (Robin Williams) war schon immer etwas verrückt, aber er war ein guter Familienvater. Sein Leben gerät komplett aus den Fugen, als sein Sohn bei einem Jagdunfall ums Leben kommt. Von da an baut er sich ein emotionales Schutzschild aus Hass und Wut auf. Seine Liste der Dinge, die er hasst ist nahezu endlos. Viele Kleinigkeiten bringen ihn schon zum Ausrasten. Ein richtiger Choleriker eben.

 

Als er eines Tages im Berufsverkehr steht und den dröhnenden Subwoofer seines Nachbarautos schon gedanklich zu seiner Hass-Liste hinzufügt, ist er schon kurz vor dem Ausrasten, als er an der grünen Ampel anfährt und von einem Taxi gerammt wird. Natürlich dreht er gleich wieder durch und faltet seinen Unfallgegner verbal zusammen. Dieser droht ihm sich zu rächen, flüchtet  aber anschließend. Frustriert und auf 180 fährt Henry zu seinem Arzt zu einer Routineuntersuchung.

 

Dr. Sharon Gill (Mila Kunis) ist angehende Ärztin und heute im Dauerstress. Sie hat dem Arzt, mit dem sie ein Verhältnis hat, versprochen, seine Termine zu übernehmen, da er Hochzeitstag hat. Sie rennt von Patient zu Patient und hat pro Patient nur 15 Minuten Zeit. Das führt dazu, dass sie keine Zeit hat für Höflichkeiten oder die Menschen hinter den Patienten. Zu allem Überfluss kommt sie nun zu dem Vergnügen Henry untersuchen zu dürfen. Und das Schlimmste daran: Sie hat keine guten Nachrichten für ihn. Sein letztes CT belegt, dass er keine Migräne hat, sondern ein Hirnaneurysma, das so bald wie möglich behandelt werden muss. Als sie es Henry mitteilt, rastet dieser sofort aus und möchte wissen, wie lange er noch zu leben hat. In die Enge getrieben, nennt sie ihm 90 Minuten, die Garzeit eines Truthahnrezeptes neben ihr.

 

Henry kann die schlechte Nachricht gar nicht fassen. Wutentbrannt stürmt er im Patientenkittel aus dem Krankenhaus zum nächsten Taxi. Er lässt sich sofort zu seiner Arbeit fahren, einer kleinen Kanzlei, die er mit seinem Bruder führt. Irgendwie glaubt er noch nicht so recht, dass die Aussage der Ärztin stimmt, jedoch scheint es ihm immer wahrscheinlicher. In seinem Büro der Kanzlei Altmann und Altmann angekommen, stürmt er gleich in ein Meeting seines Bruders und philosophiert mit den Mandanten über einen hypothetischen Klienten, der nur noch 90 Minuten zu leben hätte, und was man ihm raten könnte. Einstimmig raten sie ihm, das Leben zu genießen und sich für die letzten Minuten zur Familie zu begeben. Also läuft Henry los, um sich mit seiner zerrütteten Familie zu versöhnen. Seine Frau möchte er ein letztes Mal beglücken und seinem weggestoßenen, verbliebenen Sohn möchte er noch mitteilen, dass er ihn liebt.

 

Dr. Sharon Gill versucht Henry währenddessen zu finden, denn sie muss ihm sagen, dass die Aussage der 90 Minuten falsch war, dass er auf jeden Fall auf seinen Blutdruck achten muss und sich keinesfalls aufregen darf. Auf der Suche nach Henry reist sie nach und nach seine Stationen in der Stadt ab, verpasst ihn aber immer wieder, stößt dabei aber auf seinen Bruder und seine Frau, die ihr zeitweise bei der Suche helfen. Mehr und mehr wird ihr dabei die Trostlosigkeit ihres eigenen Lebens bewusst. Dass sie den Menschen nicht wirklich so helfen kann wie sie es wollte, und dass sie keine richtige Familie hat.

 

Henrys Frau ist außer sich als er nach Hause kommt und ihr eröffnet, dass er mit ihr nach Jahren der Enthaltsamkeit schlafen möchte. Natürlich schmeißt sie ihn sofort wieder raus. Verzweifelt, dass er seinen Sohn nicht erreichen kann, rennt Henry durch die Straßen. Dabei wird ihm bewusst, dass er es in seiner kurzen verbleibenden Lebenszeit nicht mehr schaffen wird, seinen Sohn persönlich zu besuchen. Also beschließt er ein Video zu drehen, bei dem er seinem Sohn sagen möchte, wie sehr er ihn liebt. Allerdings rastet er selbst dabei aus und ihm wird bewusst, dass in seinem Leben etwas gewaltig schief läuft. Deprimiert macht er sich auf den Weg, um von der Brooklyn Bridge zu springen und sein Leben vorzeitig zu beenden. Hier trifft er auf die junge Ärztin, die nun alles daran setzt, ihn vom Springen abzuhalten. Jedoch erfolglos, denn Henry springt …

 

Bildergalerie von The Angriest Man in Brooklyn (10 Bilder)

Technisch gesehen ist der Film in Ordnung. Bis auf den Anfang, der mit seiner schlechten Bildqualität zuerst etwas schockiert, sich dann aber als Stilmittel herausstellt, um den Rückblick auf die 80er Jahre glaubhaft darzustellen. An Extras gibt es das gewohnte Wendecover, den Trailer zum Film, sowie ein paar lustige Outtakes. Am Anfang der DVD gibt es 3 Trailer zu aktuellen Filmen, die aber auch einzeln übersprungen werden können.


Das Fazit von: Born2bewild

Born2bewild

Alex:

 

Auch wenn ich es von Herzen gerne anders sagen würde: Der Film ist unter dem Niveau eines Robin Williams. Irgendwie versucht man hier, das ernste Thema Tod zusammen mit etwas Humor unter einen Hut zu kriegen, was in einem Kompromiss endet, in dem beide Richtungen nur halbgar rübergebracht werden. Es gibt einige lustige Momente, bei denen man lachen muss, diese sind aber an einer Hand abzählbar. Die Dramatik des Films hat mich weder überzeugt noch erreicht. Ich habe zwar an der einen oder anderen Stelle verstanden, dass das jetzt traurig sein soll, aber es hat mich nicht mitgerissen. Die Ausraster von Henry waren auch nicht wirklich überzeugend. Ich dachte zuerst, es liegt vielleicht an der Synchronisation, aber auch als wir dann eine Anfangsszene noch einmal im O-Ton angeschaut haben, konnte es mich ebenfalls nicht überzeugen. Vielleicht sind meine Ansprüche hier etwas zu hoch, aber mich hat der Film leider enttäuscht. Für so mal zwischendrin ist er ok, allerdings darf man kein Meisterwerk erwarten und bekommt eher die Mittelklasse geliefert.

 

Josi:

 

Also ich musste am Ende heulen wie ein Schlosshund, aber ich bin auch zu nah am Wasser gebaut und somit anfällig bei gut eingesetzter Musik. Ansonsten kann ich Alex aber nur beipflichten. Ein Film, für den man rein vom Inhalt her keinen Robin Williams bräuchte. Er hat so unendlich viel mehr Potenzial, vielleicht merkt ihm ja hier dann doch schon sein Alter und die beginnende Krankheit an. Mila Kunis spielt hier zumindest einmal eine etwas ernstere, sehr nachdenkliche Rolle und zeigt, dass sie dies ebenfalls kann. Kein Megafilm.


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