The Doors

The Doors

Originaltitel: The Doors
Genre: Biografie • Drama • Musikfilm
Regie: Oliver Stone
Hauptdarsteller: Val Kilmer • Kyle MacLachlan
Laufzeit: DVD (135 Min) • BD (141 Min)
Label: Studiocanal
FSK 16

The Doors   25.07.2019 von MarS

Legendär, kontrovers und prägend für Generationen: Die Rockband The Doors hinter Leadsänger Jim Morrison schrieb zweifellos Geschichte. Unter der Regie von Oliver Stone entstand im Jahr 1991 das filmische Biopic, welches nun von Studiocanal neu veröffentlicht wurde...

 

Inhalt

 

Fasziniert von indianischem Schamanismus und Meditation erkennt Jim Morrison (Val Kilmer) früh seine Leidenschaft für das Schreiben von Gedichten und Liedtexten. Am Strand von Venice Beach beschließt er schließlich im Sommer 1965 gemeinsam mit Ray Manzarek (Kyle MacLachlan), einem ehemaligen Studienkollegen an der UCLA-Filmschule, die Band "The Doors" zu gründen. Kleinere Auftritte in Clubs und ihr ungewöhnlicher Stil bescheren ihnen schon bald Berühmtheit und schließlich auch einen Plattenvertrag, doch der zunehmende Ruhm hat auch seine Schattenseiten. Jim kapselt sich immer mehr von seinem Umfeld ab und flüchtet sich durch Drogen und Alkohol vor der Realität, sehr zum Unmut seiner Bandkollegen, und letztendlich auch der Fans...

 

Mit The Doors hat Oliver Stone seiner Filmografie zweifelsohne einen weiteren Meilenstein hinzugefügt, denn auch wenn die gesamte Inszenierung inzwischen ein wenig altmodisch erscheint und mit ihrem psychedelischen Erzählstil nicht jedermanns Geschmack trifft, so ist der Film doch eine beeindruckende Bestandsaufnahme eines von Drogen und Alkohol bestimmten Lebens, dessen Ausgang eher konsequent als überraschend erscheint. Auch wenn es sich Stone nicht hat nehmen lassen, einige Details auszuschmücken, so ist es ihm doch gelungen, ein stimmiges Bild der Kultfigur Jim Morrison zu zeichnen, das den Zuschauer immer wieder zwischen Faszination und Abneigung schwanken lässt, ganz so wie es einst seinen Fans und Bandkollegen ergangen ist. Neben dem visuell ungewöhnlichen Stil, der den stetigen Rausch auch optisch zu vermitteln weiß, liegt der große Erfolg von The Doors aber vor allem an einer Person: Val Kilmer. Eigentlich unbestreitbar liefert er hier die wohl großartigste Performance seiner Karriere ab und lebt mit vollem Herzblut die ihm anvertraute Rolle, wobei er sogar die Songs im Film selbst eingesungen hat. Letztendlich ist seine Leistung so intensiv, dass die unglaubliche Ähnlichkeit gemeinsam mit der emotionalen Präsenz regelrecht erschreckend authentisch und realistisch wirkt. Leider konzentriert sich Oliver Stone in seiner Erzählung aber gänzlich auf Jim Morrison, so dass The Doors zwar als Biopic eben dieser Person wirklich großartig ist, in Bezug auf die eigentliche Band aber deutlich zu wenig Informationen liefert.

 

Für den vorliegenden Final Cut hat sich Oliver Stone übrigens dazu entschieden, keine zusätzlichen Szenen hinzuzufügen, sondern eine etwa drei minütige Sequenz im Finale des Films zu entfernen. Somit ist der Final Cut kürzer als die ursprüngliche Kinofassung. Nachdem Studiocanal allerdings beide Filmfassungen mitliefert, bleibt es jedem selbst überlassen, welche Fassung er bevorzugt.

 

Bildergalerie von The Doors (7 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Die Blu-ray liefert einen soliden Transfer, der jedoch wie bereits in den vorangegangenen Blu-ray Veröffentlichungen nicht ganz perfekt aussieht. Gerade Closeups überzeugen immer wieder durch eine sehr gute Schärfe und ordentlichen Detailreichtum, ansonsten ist das Bild aber immer wieder etwas wachsartig beziehungsweise schwammig. Im Übrigen ist das Bild ansprechend und mit Ausnahme der vielen stilisierten Sequenzen recht ruhig und frei von gröberen Mängeln. Insgesamt etwas besser als bisher und im Vergleich die optisch bislang beste Veröffentlichung des Films. Im Gegensatz zur englischen Originaltonspur, die nun sogar in Dolby Atmos abgemischt wurde, müssen Freunde der deutschen Tonspur weiterhin mit einer Abmischung in DTS-HD 2.0 vorliebnehmen. Zwar wird im Auswahlmenü DTS-HD 5.1 angezeigt, auf Grund der fehlenden Räumlichkeit und starken Frontlastigkeit dürfte hier aber eventuell ein Fehler vorliegen. Dennoch präsentiert sich der Ton unerwartet dynamisch und sehr sauber, wodurch sowohl die Dialoge wie auch die zahlreichen Songs der Doors sehr angenehm klingen.

 

Bilder © 1991 Studiocanal


Das Fazit von: MarS

MarS

The Doors ist ein filmgewordener Drogenrausch und damit ein wirklich tolles Biopic über Jim Morrison, seinen Aufstieg sowie seinen langanhaltenden, bodenlosen Fall zu Boden. Leider funktioniert das Ganze im Gegenzug nur bedingt als Rückblick auf die gesamte Band, was jedoch durch das einzigartige Schauspiel von Val Kilmer in weiten Bereichen wieder aufgefangen wird. The Doors ist ein Meilenstein der Filmgeschichte, den jeder Filmfan zumindest einmal gesehen haben sollte, der aber letzten Endes zu wenig Informationen über die namensgebende Band liefert und sich zu sehr auf den Absturz des Leadsängers konzentriert.


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