Kein Cover vorhanden: upload/articles/the_fight_ps3_cover_gSv6Ki7aIPKf0RsqYcm5.jpg

The Fight

Publisher: Sony Computer Entertainment
Entwicklerstudio: Sony Computer Entertainment
Genre: Sportspiel
Sub-Genre: Fighting-Action
Art: Midprice-Titel
Erscheinungsdatum: 05.11.2010
USK 18

The Fight   11.12.2010 von Der Ohm

Was macht man nicht alles für die Sofahelden-Leserschaft. Während ich mit 39 Grad Fieber auf der Couch vor mich hin halluzinierte, trudelte ein kleines Päckchen ein. Schnell ausgepackt lächelte mich "The Fight" an, das Kampfsportspiel für PlayStation Move. Da blieb mir nichts anderes übrig als meinen Apothekerschrank nach den härtesten Schmerzmitteln abzusuchen und den Kampf zu beginnen. Umso beruhigender, dass auch mein Alter Ego im Spiel auf diese Mittel nicht verzichtet. Also Hände bandagiert und ab in die Hinterhöfe.

Das Tutorial
Allerdings sollten wir uns nicht ganz so blind in das Gerangel werfen, es soll doch zumindest die eigene Mutter ihren Sohn wieder erkennen können. So steht uns Danny Trejo im Tutorial zur Seite, vielen ist der Schauspieler mit dem markanten Gesicht sicher aus "From Dusk Till Dawn" oder aktuell "Machete" bekannt. Mit einer Überdosis Testosteron macht er sich ans Werk aus uns Sofahelden richtige Straßenkämpfer zu formen, was für viele, sicherlich ungewollte Lacher sorgt. In einem schummerigen Raum zeigt er uns, wie so ein Motion-Controller richtig zu halten und zu bedienen ist. Recht früh wird der Spieler vor die Wahl gestellt mit einem oder zwei Controllern zu spielen. Sollte nur ein Controller vorhanden seien, wird der Dualshock-Controller in die linke Hand genommen, die sich nun in eine Art bionische Superfaust verwandelt, aber dazu später mehr. Es fällt schwer ihn mit den zwei Leuchtekugeln in der Hand weiterhin als Autoritätsperson ernst zu nehmen, aber was soll`s.

Nachdem uns Danny in die Welt des Schlagens und Blockens eingeführt hat, können wir uns in einem recht umfangreichen Editor unseren Wunschcharakter zusammenbasteln. Hier ist alles vom drahtigen Six-Pack bis zur Bierplautze auswählbar. Auf den Kampf wirken sich die hier erwählten Körpermaße allerdings nicht aus.

Ab in den Hinterhof
Wer eine richtige Story erwartet wird von The Fight bitter enttäuscht sein. Der Spieler kämpft sich durch verschiedene Wettkämpfe nach oben und verdient hierbei ein bisschen Geld. Von dem Lohn kann der Spieler seinen Charakter aufpimpen oder einfach ein paar Medikamente kaufen, um ihn wieder zusammenzuflicken. Einige Mittelchen puschen den Kämpfer auch über das vorherige Niveau, wenn ihr versteht, was ich meine. Solltet ihr es euch nicht leisten können eure Verletzungen zu heilen, schleppt ihr die Wunden mit in die nächsten Kämpfe. Aber keine Sorge, im Notfall könnt ihr im PlayStation Network auf andere Spieler wetten, um eure Kasse aufzustocken. Natürlich darf auch selbst online in den Ring gestiegen werden, eine dauerhafte Motivation bleibt hier aufgrund fehlender Anreize aber aus.

Im weiteren Verlauf erlernt ihr noch viele weitere, auch unfaire Angriffsmöglichkeiten. Durch Drücken einer Taste in Kombination mit der richtigen Bewegung werden diese Special-Moves ausgeführt. Wie auch bei den normalen Schlägen sitzt hier auch nicht jeder Versuch. Da bei den Kämpfen ein erbarmungsloser Timer tickt, ist man oft verleitet einen unfairen Move auszuführen. Nutzt dies mit Bedacht, das kann schnell auf Kosten eurer Siegesprämie gehen, von den abgezogenen Punkten ganz zu schweigen.

I like to move it, move it – Die Steuerung
Kommen wir zur Steuerung. Ich hab mir ja gedacht, einfach Faust nach vorne und schauen was passiert, hat im Kindergarten damals ja auch funktioniert. Doch hier scheinen die Gegner mitgewachsen zu sein. Besonders in den ersten Kampfrunden habe ich gedacht, der Motion-Controller ist kaputt. Mit voller Wucht schlage ich Richtung Fernseher, sodass ich mir fast die Schulter auskugle, und was passiert? Nichts. Der Schlag verpufft ins Leere. An der Präzision der Move-Steuerung kann es eigentlich nicht liegen, in den Trainingsrunden am Sandsack kann der Spieler sehr schön die Bewegungen der Faust nachvollziehen. Die Schläge mit der bionischen Linken sitzen da schon besser, sobald das Spiel meine Gäste mit dem Dualshock-Controller richtig interpretiert hat, schnellt die Faust nach vorne als sei ich der Sechs Millionen Dollar Mann. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, entweder ich muss mehr üben oder die Steuerung ist wirklich vermurkst. Nach ein paar weiteren Runden am Sandsack und ein paar Übungen mit der leider nicht sehr intuitiv geratenen Bewegung des Charakters (in Kombination mit der Move-Taste den Controller in die Richtung kippen, in die man gehen möchte) fange ich langsam an meinen Gegner auch zu treffen. Da ich mir aber mittlerweile garantiert beide Schultern ausgekugelt habe und sämtliche Sehnen überspannt sind, verziehe ich mich für diesen Tag doch lieber wieder auf mein Sofa und kuriere die eigenen Schmerzen aus.

Am nächsten Tag geht es mit frischem Elan ans Werk. Die Trainingsrunden haben nachhaltig Wirkung hinterlassen. Es sitzt zwar bei weitem noch nicht jeder Schlag und ich komm nicht drum rum die meisten Patzer auf die Steuerung zu schieben, doch bei The Fight macht Übung eindeutig den Meister. Doch richtig funktioniert das Spiel nur mit einem zweiten Motion-Controller. Zum Blocken werden die Controller schützend vor das eigene Gesicht gezogen, auch hier funktioniert die Erkennung nicht in jedem Fall. Schläge können an jeder Stelle des Oberkörpers platziert werden und auch Uppercuts sind möglich.

Zeigt her eure Höfe – Grafik und Sound
Wie kann es anders sein,bei den tätowierten Schlägern dröhnt Hip-Hop und Rap aus den Boxen. Die Umgebungsgeräusche sind genretypisch und benötigen keine weitere Erwähnung. Grafisch bleibt das Spiel hinter dem technisch Machbaren. Die Kampfarenen wie auch die Spieler sind grau in grau gehalten, was auf Dauer doch sehr langweilig erscheint. So wirken alle Locations am Ende gleich, ein bisschen mehr Farbe hätte hier doch ein wenig mehr Leben reingebracht. Wahrscheinlich hatte Danny Trejo auch einen Vertrag mit Sony, dass keiner der Kämpfer schöner sein darf als er selbst.


Das Fazit von: Der Ohm

Der Ohm

Ich muss ja zugeben, dass mich das Spiel auf dem falschen Fuß erwischt hat. Ich konnte zu Beginn des Tests kaum die Fernbedienung gerade Richtung Fernseher halten, und dann soll ich noch Straßenkämpfer verprügeln. Das ich anfangs noch nicht mal einen ordentlichen Punch setzen konnte, machte die Sache nicht angenehmer. The Fight erfordert einiges an Übung, sei es die nicht gerade intuitive Steuerung des Kämpfers oder eben das richtige Platzieren der Fäuste. Trotzdem komm ich nicht drum herum zu behaupten, dass im Kampf die Move-Steuerung nicht so präzise funktioniert wie im Trainingsraum. Eine Storyline und eine schönere Präsentation hätten dem Spiel auch noch sehr gut getan. Man darf das Spiel nicht mit einem Party-Spiel verwechseln, letztendlich entpupt sich The Fight als ein Fitness-Spiel für gestandene Männer, die auch mit einem Muskelkater leben können.


Die letzten Artikel des Redakteurs:


positiv negativ
  • Echte Hinterhof-Atmosphäre...
  • Unfreiwillig witziges Tutorial
  • Mehrspieler Online und Splitscreen...
  • Komplett über Move steuerbar...
  • ... die auf dauer öde wird
  • Frustrierende erste Kämpfe
  • ... wofür dann vier(!) Motion Controller nötig wären.
  • ... wobei die Bewegung des Kämpfers nicht intuitiv erfolgt





Kommentare[X]

[X] schließen