The Gang

The Gang

Originaltitel: De Bende van Oss
Genre: Thriller • Drama
Regie: André van Duren
Hauptdarsteller: Matthias Schoenaerts
Laufzeit: DVD (110 Min) • BD (114 Min)
Label: Koch Media Home Entertainment
FSK 16

The Gang   27.09.2015 von MarS

Denkt man an das Genre der Gangsterfilme kommen einem unweigerlich große amerikanische Streifen wie Der Pate, Scarface oder auch Es war einmal in Amerika in den Sinn, die sich allesamt meist mit der Mafia und deren Machenschaften beschäftigt haben. Dass es auch Genrevertreter aus dem europäischen Raum gibt beweist das niederländische Thrillerdrama The Gang - Auge um Auge. Mit welchem Erfolg sagt Euch die Kritik von MarS...

 

Die niederländische Stadt Oss kurz vor Beginn des 2. Weltkriegs. Die "Ossche Gang" herrscht über die Ortschaft mit brutaler Hand, selbst die Polizei schaut ängstlich weg - wenn nicht wird auch sie Opfer von blutiger Gewalt. Mittendrin steckt Johanna, eine junge Frau die mit ihrem Mann Ties, der soeben aus dem Gefängnis entlassen wurde, eine Existenz abseits des Gang-Millieus aufbauen will. Sie eröffnet ein Restaurant und verdient nebenbei noch etwas Geld als Prostituierte im Hinterzimmer. Der Osschen Gang den Rücken zu kehren ist allerdings nicht so einfach, denn Ties ist der Neffe des Anführers und rutscht schon bald wieder in alte Gewohnheiten ab. Als Johanna unverhofft schwanger wird und Ties darauf wenig erfreut reagiert, beschließt sie ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. Eine Entscheidung mit schicksalhaften Konsequenzen für alle...

 

The Gang - Auge um Auge ist entgegen den ersten Erwartungen und dem Covermotiv weniger ein actiongeladenes Gangsterepos als ein Drama über eine junge Frau, die in den Fängen einer Verbrecherbande feststeckt und mit allen Mitteln heraus möchte. Dementsprechend ist die Inszenierung auch größtenteils sehr ruhig und dialoglastig und hat nur vereinzelte Actionmomente und schlagkräftige Szenen zu bieten. Wer sich aber trotzdem auf den Film einlässt wird sowohl mit sehr guten schauspielerischen Leistungen vor allem der Hauptdarsteller als auch einer authentischen und atmosphärischen Ausstattung und Darstellung belohnt. Stark ist vor allem die erste Stunde des Films, da dort die Hauptcharaktere ihr Können ausspielen und für emotionale und überzeugende Dichte sorgen. Leider kann The Gang dieses Niveau nicht über die gesamte Laufzeit halten und wird in der zweiten Stunde von einigen Längen begleitet, die den Zuschauer nur schwerlich bei der Stange halten können. Die Mischung aus Drama und Gangsterfilm mit romantischen Elementen geht zwar insgesamt auf, sorgt aber mangels Fahrt in der Geschichte und abflauendem Spannungsbogen dafür, dass man nicht zu jeder Zeit unterhalten wird. Da der Film auf wahren Begebenheiten beruht ist der Abspann sehr interessant, der mit Texttafeln die späteren Werdegänge diverser Charaktere und Gruppierungen aus dem Film darstellt und dadurch einige Gedanken über den Film hinaus transportiert, da einige der späteren Ereignisse im absoluten Gegensatz zur gezeigten Geschichte stehen.

 

Bildergalerie von The Gang (6 Bilder)

Das Bild der Blu-ray passt optimal zu der Zeit, in der The Gang spielt. Schärfe und Details sind jederzeit sehr gut, durch die entsättigten, bräunlich dominierten Farben und das stetige, stimmige Filmkorn ergibt sich ein sehr schöner Look. Kontrast und Schwarzwert sind stets solide eingestellt. Der Ton spielt sich leider komplett auf den vorderen Boxen ab, größtenteils rein auf dem Center-Lautsprecher. Der Bass ist trotz potentiell nutzbarer Szenen arbeitslos, genauso wie die hinteren Boxen.


Das Fazit von: MarS

MarS

 

The Gang - Auge um Auge punktet vor allem durch seine authentische Ausstattung und die tolle Hauptdarstellerin, verspielt aber sein Potential indem er nach dem emotional starken Einstieg den Spannungsbogen aus den Augen verliert und sich in einigen Längen etwas verliert. Was zurückbleibt ist ein Mix aus Gangsterfilm und Drama, der stark anfängt aber leider im Mittelteil sehr schnell abflacht und den Unterhaltungswert erst kurz vor Ende wiederfindet. Somit kann ich den Film leider nur bedingt empfehlen, Genre-Fans dürfen aber gerne einen Blick riskieren.


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