The Inhabitant

The Inhabitant

Originaltitel: El Habitante
Genre: Horror • Thriller
Regie: Guillermo Amoedo
Hauptdarsteller: María Evoli • Vanesa Restrepo
Laufzeit: DVD (89 Min) • BD (93 Min)
Label: Capelight Pictures
FSK 16

The Inhabitant   23.10.2018 von MarS

Es gibt Unterkategorien im Horrorgenre, die es mittlerweile sehr schwer haben, dem Zuschauer noch etwas neues, innovatives zu präsentieren. Neben Home-Invasion, Teenie-Slasher, Rape-and-Revenge oder Geisterfilmen zählen dazu ganz klar auch Exorzismusfilme. Nichts desto trotz hat sich Regisseur Guillermo Amoedo für seinen zweiten Kinofilm nach The Stranger für dazu entschieden, gleich zwei eben dieser Unterkategorien zu nutzen...

 

Inhalt

 

Für die drei Schwestern Maria, Camila und Ana sollte es eigentlich ein einfacher Job werden. Während Ana im Fluchtwagen wartet, brechen Maria und Camila in das Haus eines korrupten Politikers ein und leeren dank Insiderwissen kurzerhand den Safe. Doch der Safe ist leer, und so bleibt den beiden nichts Anderes übrig, als den Senator und seine Frau zu wecken und nach dem Verbleib des Geldes zu fragen. Der Überfall gerät jedoch schon bald in Vergessenheit, als Camila im Keller des Hauses die gefesselte und offenbar misshandelte Tochter des Senators findet. Entgegen den eindringlichen Warnungen der Eltern befreien sie das Mädchen und wollen sie in Sicherheit bringen. Ein folgenschwerer Fehler mit tödlichen Konsequenzen... 

 

The Inhabitant beginnt unerwarteterweise tatsächlich extrem stark. Regisseur Guillermo Amoedo gelingt es, dem Setting einer riesigen, in düsteres Licht getauchten Villa eine hervorragende Atmosphäre zu entlocken und dabei eine ebenso bedrohliche wie unheilsschwangere Grundstimmung zu erschaffen, während die Handlung deutliche Parallelen zum Horrortrip Don´t Breathe von Fede Alvarez aufweist. Auch hier gibt es niemanden, der wirklich unschuldig ist, und eigentlich jede Figur hat eine finstere Vergangenheit, die sie vor den übrigen Menschen in ihrem Leben geheim hält. Eben diese Tatsache wird hier durch bedrückende, teilweise emotional schockierende Rückblenden vermittelt, was für eine im Genre ungewöhnliche Vielschichtigkeit und Tiefe bei den Charakteren sorgt. Da ist es nur konsequent, dass ein Dämon genug Ansatzpunkte bekommt, um sein manipulatives und tödliches Spiel zu spielen, wodurch sich auch das Exorzismus-Element sehr stimmig in die Erzählung einfügt. Genau hier liegt jedoch auch das Problem von The Inhabitant, denn so spannend und atmosphärisch dicht die erste Stunde des Films auch sein mag, letztendlich entwickelt sich das Ganze dann eben doch in die altbekannte Richtung und bestätigt die Regel: Kennt man einen Exorzismus-Film, kennt man alle. 

 

Bildergalerie von The Inhabitant (6 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Ähnlich wie dem Film selbst geht auch der Bildqualität mit zunehmender Laufzeit die Luft aus. Während das Bild anfangs noch sehr scharf, detailreich und ausgewogen kontrastiert ist sowie über einen satten Schwarzwert verfügt, tauchen im weiteren Verlauf immer wieder weichere, schlechter kontrastierte Szenen auf. Auch der Schwarzwert fällt dadurch innerhalb der Villa oftmals ins Gräuliche ab. Insgesamt ist die Bildqualität sehr gut, erreicht aber niemals Höchstwerte. Viel besser macht es hier im Gegensatz dazu die Tonspur, die über eine tolle Dynamik verfügt und dank gezielter Effekteinbindung und weitläufigen Abmischung eine ordentliche Räumlichkeit erzeugt. 


Das Fazit von: MarS

MarS

The Inhabitant liefert eine sehr starke erste Stunde, die sich als gelungene Mischung aus Home-Invasion und dämonischer Besesenheit präsentiert und dabei sowohl von den sehr gut agierenden Darstellern, als auch der hervorragenden Atmosphäre lebt. Leider kann Regisseur Guillermo Amoedo diesen tollen Einstieg nicht bis ins Finale weiterführen, denn nachdem die letzte Katze aus dem Sack ist verbleibt am Ende nur ein üblicher Exorzismus-Film ohne weitere Überraschungen und nach bekanntem Ablauf. The Inhabitant ist auf Grund seiner Grundidee und dem tollen Beginn auf jeden Fall einen Blick wert, vom Finale sollte man sich aber nicht zu viel erwarten.


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