The Man Who Killed Don Quixote

The Man Who Killed Don Quixote

Originaltitel: The Man Who Killed Don Quixote
Genre: Fantasy • Drama • Abenteuer
Regie: Terry Gilliam
Hauptdarsteller: Adam Driver • Jonathan Pryce
Laufzeit: DVD (127 Min) • BD (133 Min)
Label: Concorde Home Entertainment
FSK 12

The Man Who Killed Don Quixote   25.02.2019 von MarS

Die sage und schreibe 28-jährige Entstehungsgeschichte von Terry Gilliams Herzenswerk The Man Who Killed Don Quixote erscheint wie ein ganz persönlicher Kampf gegen Windmühlen. Ob sich dieses jahrzehntelange Abenteuer wirklich gelohnt hat...?

 

Inhalt

 

Toby (Adam Driver) ist ein erfolgreicher Werbefilmer, der mit seiner zynischen, arroganten Art alle Mitarbeiter in den Wahnsinn treibt. Früher einmal war er jedoch wirklich ambitioniert, denn sein erster Film "The Man Who Killed Don Quixote" strahlte noch echte Leidenschaft aus. Doch rückblickend hat dieses Werk nicht nur sein eigenes Leben verändert, sondern auch das der einstigen Darsteller, was Toby schon bald am eigenen Leib erfahren muss, als er dem alten spanischen Schumacher (Jonathan Pryce) begegnet, der damals den Don Quixote spielte. Der hält sich inzwischen nämlich wirklich für den echten Don Quixote, und auch im naheliegenden Dorf hat sich seit den einstigen Dreharbeiten das gesamte Leben völlig verändert. Ehe er sich versieht, sitzt Toby plötzlich als Sancho Panza an der Seite von Don Quixote de la Mancha auf dem Rücken eines Esels und durchlebt genau die Abenteuer, die er selbst seinerzeit niedergeschrieben hatte...

 

10 Jahre Entwicklungszeit, anschließend mehrere Startversuche mit stetig wechselnder Besetzungsliste, nicht zuletzt auch durch die tragischen Tode von Joan Rochefort und John Hurt, dazu noch ein Rechtsstreit kurz vor der Vollendung des Films. The Man Who Killed Don Quixote stand wirklich zu keinem Zeitpunkt der Entstehung unter einem guten Stern, und dennoch hielt Terry Gilliam an seinem Werk fest. Leider kann der Film jedoch die holprige und langwierige Entstehungsphase nicht ganz verleugnen, denn ganz so zünden wie Gilliams bisherige Filme will das Ganze letzten Endes nicht. Natürlich, auch hier spielt das Geschehen gekonnt mit Realität und Einbildung, verbindet verschiedene Erzählebenen und präsentiert zahlreiche skurrile Charaktere und Momente, verbunden mit einer eigenwilligen aber nicht minder aussagekräftigen Umsetzung der ursprünglichen Geschichte um Don Quixote. Überhaupt nichts anlasten kann man dabei den Darstellern, die allesamt mit viel Freude und Enthusiasmus bei der Sache sind. Vor allem Jonathan Pryce weiß hier durch seine schräge und spielfreudige Art sofort alle Sympathien auf seine Seite zu ziehen, während auch Adam Driver einfach perfekt besetzt erscheint. Streckenweise fehlt es aber am typischen Charme und der fesselnden Atmosphäre, sodass im immerhin über zwei Stunden langen Film auch immer wieder arg zähe, langgezogene Passagen auftauchen, die den Zuschauer aus der eigentlich traumhaften, märchengleichen Welt reißen. Terry Gilliam war zwar noch nie ein Regisseur, der Wert auf die Meinung von Kritikern legte oder das Mainstream-Publikum bedienen wollte, aber irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass er mit The Man Who Killed Don Quixote dann doch irgendwie alle zufriedenstellen wollte. Ein Kunststück, das ihm hier nur bedingt gelingt, denn während einige Szenen durchaus massentauglich und realitätsnah ausgefallen sind, wirken andere dafür umso surrealer und verwirrender. Von der skurrilen Konsequenz seiner früheren Werke ist The Man Who Killed Don Quixote letztendlich doch weit entfernt, bedenkt man jedoch, was Gilliam für die Verwirklichung seines Traumes alles in Kauf nehmen und über sich ergehen lassen musste, ist dies auch nicht weiter verwunderlich. Vermutlich finden sich auch gerade deshalb zahlreiche Parallelen zwischen dem Schicksal des Filmemachers Toby und Terry Gilliam selbst im Film wieder. Am Ende ist The Man Who Killed Don Quixote zwar ein opulenter Augenschmaus, ebenso wie humorvolle, skurrile Adaption einer bekannten Geschichte, kann aber seinen typischen Gilliam-Charme leider nicht durchwegs halten.

 

Bildergalerie von The Man Who Killed Don Quixote (10 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Das Bild der Blu-ray ist scharf, detailreich und kontraststark, was zusammen mit der etwas erhöhten Farbtiefe für einen typischen Gilliam-Look sorgt. Der Schwarzwert ist ebenfalls auf hohem Niveau und sorgt für satte dunkle Bereiche. Ebenfalls überzeugend ist die Tonspur, die über eine hohe Dynamik und weitläufige Abmischung verfügt. Die Kanaltrennung ist sauber und die Signalortung differenziert bei stets verständlicher Sprachausgabe und räumlicher Effekteinbindung.


Das Fazit von: MarS

MarS

Die Entstehung von The Man Who Killed Don Quixote hatte mit zahlreichen Problemen zu kämpfen, die sich in gewisser Weise letztendlich auch auf den Film selbst ausgewirkt haben. Ähnlich wie bei Gilliams Das Kabinett des Dr. Parnassus, mit dem ich persönlich auch meine Schwierigkeiten hatte, ist The Man Who Killed Don Quixote zwar ein opulenter Augenschmaus und bietet skurrile Charaktere, surreale Momente und den typischen Humor des Regisseurs, irgendwie fehlt einem dann aber doch irgendetwas. Unterhaltsam ist das Ganze ohne Zweifel, einige zähe Passagen und unnötige Längen kann der Film aber nicht verleugnen, ebenso wenig wie den stellenweise auf der Strecke bleibenden Gilliam-Charme.


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