Tropico 3

Tropico 3

Publisher: Kalypso
Genre: Wirtschaftssimulation
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 12.11.2009
USK 12

Tropico 3   17.11.2009 von Panikmike

„Glückwunsch Präsidente! Ihr rascher Machtanstieg ist eine Inspiration für uns alle.“ So werde ich von meinem loyalen Berater Penultimo begrüßt. Er weiß zwar, dass ich die Übermacht bin, jedoch kann er mir trotzdem ein paar gute Tipps geben. Klar ich befinde mich im Tutorial, ich möchte mich ja erstmal mit der Steuerung auf der Xbox 360 vertraut machen. Da ich selbst noch keinen Teil von Tropico gespielt habe, ist es für mich auch wichtig, die Einführung zu spielen. Dann mal los…

Penultimo spricht mit mir und sagt mir nebenbei, was ich tun muss. Ich kann so lange seinen Anweisungen folgen, bis ich zur nächsten Lektion übergehen möchte. So lerne ich das Bewegen der Kamera, das Zoomen und die kompletten Möglichkeiten bei Tropico. Das ist aber auch sehr wichtig, da es hier wirklich viele Steuerungsmöglichkeiten gibt. Nicht nur dass man die Kamera bewegen kann, nein hier ist der Controller wirklich ausgelastet.

Wichtig ist, dass man die Tutorialtexte aufmerksam liest, denn alleine das Überspringen kann später tödlich sein. Wir wollen doch schließlich ein guter Presidente sein oder? Manch Spieler wird es an diesem Punkt schon abschrecken, ich rate euch bloß eines: Gebt nicht auf, denn es lohnt sich. Natürlich ist eine Steuerung auf dem PC in so einem Fall viel besser, aber ich muss sagen, die Programmierer ließen sich hier nicht lumpen. Generell ist alles sehr gut umgesetzt.

Tropico erinnert mich ein wenig an die Sims. Leute laufen überall herum, man kann sie mit „A“ anwählen und dann schauen, wie ihre Bedürfnisse sind, ob sie sich wohlfühlen und man kann generelle Informationen über den Passanten einsehen. Das ist allerdings sehr wichtig, denn nur so bekommt man heraus, was die Personen wollen. Schließlich ist es ja unsere Aufgabe, ein guter Chef zu sein! Wie man es bei verschiedenen Simulationen kennt, kann man auch hier unglaublich viel machen. Das geht zum Teil sehr ins Detail, Freaks wird das gefallen, Neueinsteiger wird es sehr schnell überfordern. So kann man Arbeiter einstellen, entlassen und die Löhne erhöhen. Das ist ja noch nichts Besonderes, aber warum sollte man einen Arbeiter denn entlassen? Naja, man kann sich ja mal sein Profil ansehen, dann sieht man mehr. Hier wird man geradezu erschlagen, was die Informationen dieser Person angeht. Neben dem Alter, der Arbeitsstätte, dem Glauben, seinen Unterhaltungswert, unterstütztende Fraktionen, das Gehalt, die Wohnung, seine Eltern und Ehepartner, seine Bildung, usw. erfährt man hier wirklich viel über die Person. Für mich ein wenig zu viel Details, aber wie schon gesagt, Fans werden es lieben!

Womit wir beim Thema Statistiken sind. Man kann jederzeit das Jahrbuch öffnen. In dem stehen sehr viele Sachen, die man als perfekter Präsident braucht. Eines der wichtigsten Punkte ist natürlich mein Gewinn bzw. der Verlust meiner Geschäfte. Aber nicht nur das wird hier angezeigt, sondern auch noch Vieles über die Menschen, meine Wirtschaft und die Politik. Auch hier ist es eine wahre Flut an Infos, alles in Allem ist aber Gott sei Dank nicht alles fürs Spiel megawichtig. Wenn man aber Tropico in vollen Zügen spielen möchte, so muss man sehr viel Zeit mit sich bringen, denn alleine das Lesen der ganzen Infos nimmt viele Minuten in Anspruch!

Doch was muss ich hier eigentlich machen. Tropico ist eine klar strukturierte Wirtschaftssimulation. Ergo ist unser einziges Ziel: Geld, Kohle und Moneten scheffeln. Klar, auch die Menschen glücklich machen, aber ohne Geld geht das ja so und so nicht. Ihr könnt euren Werdegang entscheiden, entweder ihr lasst den Arroganten raushängen oder ihr seid lieb und nett. Tropico lässt euch da viele Wege offen. Wollt ihr politisch absolut korrekt sein oder lieber den Tyrannen miemen? Seid ihr spendabel und hilfsbereit oder habt ihr nur Züge von Egoismus in euch? Lebt einfach die Eigenschaften, die ihr wollt. Ihr könnt natürlich auch eine mit der anderen kombinieren. Doch kurz zurück zum Thema Geld scheffeln: Man kann verschiedene Pflanzen anbauen, die mir dann dementsprechend Geld einbringen. Hat man einmal alles richtig gemacht, so läuft hier alles automatisch ab. Die Pflanzen werden von den Bauern gepflückt, dann von Lastwagen zum Hafen transportiert und von da an gehen sie um die ganze Welt. So einfach es sich auch anhört, so einfach ist es auch. Man muss allerdings schon auf einige Faktoren aufpassen. Dies ist nicht die einzige Möglichkeit, Kohle zu scheffeln. Man kann Mieten von Häusern einnehmen, Restaurants und Bars eröffnen und noch Einiges mehr machen, um reich zu werden. Jedoch sollte man immer das Gebäude im Auge halten, denn die laufenden Kosten können unter Umständen sehr hoch sein. Nebenbei möchte ich natürlich auch, dass mein Schweizer Bankkonto gefüllt wird, also erlasse ich einen Baugenehmigung, die folgendes aussagt: Erhöht die Baukosten neuer Gebäude um 20%, wobei 10% des Geldes auf euer Schweizer Bankkonto überwiesen werden. Ach wäre das halt im richtigen Leben auch so einfach. Die Baugenehmigung ist übrigens eine von 40 Möglichkeiten, etwas an der allgemeinen Lage zu ändern. Alleine hier kann man sich lange aufhalten, eine sehr geile Idee, wie ich finde.

Nebenbei muss ich natürlich auch an die Politik denken. Hier sollte man immer wieder eine Wahlrede halten, die zwar von meinem Berater geschrieben wird, jedoch hab ich selbst einige Einflussmöglichkeiten. Die Rede ist vorgefertigt und ich habe verschiedene Sachen zur Auswahl, so dass ich gewisse Schichten der Bevölkerung auf meine Seite ziehen kann. Ebenso kann man die Gunst verschiedener Länder auf sich ziehen und schöne Wahlversprechen machen. Komisch, das letztere kenn ich aus dem richtigen Leben auch. Die Betonung ist auf „Versprechen“. Natürlich bin ich ein ehrlicher Politiker (Ja, das gibt es tatsächlich!) und halte, was ich gesagt habe. In meinem Fall muss ich ein Gebäude bauen. Auch hier ist die Auswahl unglaublich. Insgesamt kann man über 70 Gebäude bauen. Natürlich ist jedes individuell und für diverse Situationen brauchbar. Wichtig ist allerdings dann auch, Gebäude brauchen Arbeiter, später dann evtl. auch noch mehr, die den jeweiligen Job erledigen. Wenn ich zum Beispiel eine Kirche baue, so brauche ich logischerweise einen Priester, denn ohne Predigt wird kein Gläubiger zu uns in das Gotteshaus kommen.

Hat man das Tutorial durchgespielt, so kann man sich nun der Kampagne widmen. Hier muss man in der vorgegeben Amtsperiode ein gewisses Missionsziel erfüllen. Anfangs sind diese noch sehr einfach, doch der Schwierigkeitsgrad zieht schnell an. Zum Beispiel muss man hier eine gewisse Zeit in der Amtsperiode bleiben oder eine bestimmte Stückzahl an Waren in einer gewissen Zeit exportiert haben. Die Missionen sind sehr unterschiedlich und fordern zum Teil bis ins Letzte! Wichtig ist dabei, bei jeder Mission einen gelungenen Start hinzulegen, denn hat man hier schon Probleme, so kommt man nicht mehr aus den Staatsschulden raus. Die Einleitung hilft euch zwar prima dabei, jedoch hat Tropico mehr zu bieten als die in dem Tutorial genannten Dinge. Hier ist ein klares Motto angesagt: Learning by doing! Ihr müsst öfters verschiedene Wege ausprobieren, um festzustellen, dass dieser Weg doch nicht besser als der andere war. Aber genau so ist das Leben, einfach wird es euch hier auch nicht gemacht. Das A und O liegt allerdings in der Planung. Natürlich kann man einfach mal darauf los bauen, aber das macht keinen Sinn. Schafft euch eine klare Struktur! Bauen, Arbeiter einstellen, Löhne festlegen, evtl. einen Studierten als Chef hinsetzen und dann wird alles gut. Wichtig: Versucht stets eure Leute bei euch zu behalten, da sie schnell mal gegen euch sind, wenn ihr Mist baut. Also immer Arbeitsplätze schaffen, ein gutes Geld zur Entlohnung zahlen, Polizei und Krankenhäuser als Sicherheit bauen, Schulen zur Weiterbildung und so weiter. Da ihr selbst alles nicht überschauen könnt, steht euch euer treuer Gefährte immer bei Seite und hilft euch bei Problemen weiter.

Hierbei sei auch der Tipp gegeben, dass ihr euch immer wieder die Informationen und Statistiken ansehen sollt. Hier könnt ihr sehr wichtige Dinge über euer Land und dessen Einwohner erfahren. Ebenso ob sich eine Farm lohnt oder mehr Schulden produziert. Aber nicht nur dass, sondern man kann auch die Umweltbelastung ablesen, die Wünsche der Einwohner, und noch vieles mehr.

Rein technisch gesehen ist Tropico sehr gut gelungen. Die Umgebungen sind liebevoll gestaltet und glänzen mit vielen Details. Die frei regelbare Kamera und die Zoomstufen gliedern sich gut ein, man hat jederzeit ein gutes und scharfes Bild. Auch bei dem direkten Zoom kann man keine scharfen Kanten und grobe Pixel erkennen. Allerdings werden dann die gleichen und wenig abwechslungsreichen Texturen sichtbar, also sollte man alles doch lieber aus der Ferne betrachten, da sieht alles grandios aus. Ebenso die Effekte, die Tropico 3 zu bieten hat. Diese sind sehr dynamisch, das Wasser als Beispiel sieht hier verhältnismäßig realistisch aus.

Der Ton ist gut gelungen. Die gute Grafik wird mit kubanischen Rhythmen unterstützt. Die Musikstücke sind dezent aber gut gewählt, hier kommt zu keiner Zeit ein Nervfaktor zu Stande. Nebenbei gibt es immer wieder gewisse sprachliche Samples des Präsidenten zu hören. Hier präsentieren die Entwickler ein sehr gutes und klar verständliches Deutsch. Leider gibt es hier nicht so viel Abwechslung, man hätte hier mehr draus machen können.


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Ich muss sagen, ich bin begeistert. Erstens ist die Steuerung dieser Wirtschaftssimulation sehr gut gelungen, obwohl es sehr viele Tasten und Kombinationen gibt. Zweitens ist die allgemeine Umsetzung sehr gut, auch wenn die Grafik im Gegensatz zum PC Abstriche verzeichnen muss. Dafür dass das Spielprinzip schon einige Jahre auf dem Buckel hat, präsentiert sich Tropico 3 auf der Xbox 360 unglaublich gut. Man kann stundenlang vor seiner Insel sitzen und alles betrachten, die Wirtschaft ankurbeln und das Missionsziel schaffen. Der Wiederspielfaktor ist sehr hoch, auch wenn man die Kampagne durchgespielt hat, so legt man das Spiel immer wieder ein und versucht vielleicht eine andere Weise, eine Mission zu absolvieren. Alles macht einfach Spaß, jedoch müssen sich Anfänger ein wenig gedulden und öfters spielen, sonst werden sie nie alle Möglichkeiten als Diktator zu Gesicht bekommen. Alles in Allem ein gelungener Titel, auch für Konsolenfans!


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positiv negativ
  • Sehr viele Möglichkeiten…
  • Frei dreh- und zoombare Kamera
  • Schöner Tag und Nachtwechsel
  • Gutes Tutorial
  • Schöne kubanische Rhythmen
  • Gute Steuerung
  • …die Anfänger schnell überfordern
  • Kein Mehrspielermodus
  • Schrift sehr klein
  • Sprachsamples wiederholen sich zu oft





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