Vampire

Vampire

Originaltitel: Vampire
Genre: Drama
Regie: Shunji Iwai
Hauptdarsteller: Kevin Zegers
Laufzeit: DVD (115 Min) • BD (120 Min)
Label: Koch Media Home Entertainment
FSK 16

Vampire   18.07.2015 von MarS

Vampire bevölkern schon immer die Filmwelt, und viel haben sie sich dabei nicht weiterentwickelt. Nur selten beweisen einzelne Produktionen ein Gespür für neue Inhalte oder den Mut, den uralten Vampir-Mythos zu verändern. Diesen Schritt hat nun der japanische Regisseur Shunji Iwai gewagt - ob seine Arthouse-Version aber wirklich etwas Besonderes ist, wollte MarS einmal genauer wissen!

 

Der Biologielehrer Simon (K. Zegers) lebt zurückgezogen mit seiner an Alzheimer erkrankten Mutter (A. Plummer) und hat ein dunkles Geheimnis: er hat einen unstillbaren Durst nach menschlichem Blut. Seine Opfer findet der moderne Vampir auf der Internetplattform "Side by Cide", wo sich Menschen mit Suicidgedanken zum gemeinsamen Sterben verabreden. Doch nicht nur die Polizei ist längst auf seiner Spur, auch er selbst bekommt es mit der Zeit mit seinem Gewissen zu tun ...

 

Mit Vampire geht Shunji Iwai ganz eigene Wege, um mit der Thematik des Vampirismus umzugehen. So ist die Hauptfigur als äußerst tragische, sensible und geplagte Figur dargestellt, die nicht wie in Vampirfilmen sonst üblich souverän mit ihrer Umgebung agiert, sondern zurückgezogen, einsam und zurückhaltend den Alltag als vom Blutdurst getriebener meistert. Von Gleichgesinnten wird er abgestoßen und reagiert angeekelt und seine Opfer tun ihm leid. 

 

Die ganze Grundstimmung des Films ist sehr melancholisch und das Geschehen sehr ruhig, was perfekt unterstützt wird vom Soundtrack, der von Klavier und Streichinstrumenten dominiert wird. Lange, bedächtige Kamerafahrten und teils kunstvolle Bilder unterstreichen den Arthouse-Status von Vampire. So faszinierend das Gesehene auch ist kommt der Film dennoch nie wirklich in die Gänge, und auch die Charaktertiefe ist leider nur sehr oberflächlich ausgefallen. Die Erzählung weist keinerlei Spannung auf und ist sehr schwerfällig und anstrengend, was leider dafür sorgt dass Vampire einfach nur vor sich hin plätschert, ohne tatsächliche Unterhaltungswerte zu bieten. Nur wenige Szenen erzeugen ein gewisses Unwohlsein beim Zuschauer, diese passen jedoch wiederum nicht so wirklich ins Gesamtbild des Films. Das Finale ist dann letztlich so strange, dass am Ende nur ein großes Fragezeichen über dem Kopf übrig bleibt und den Film schnell wieder in Vergessenheit geraten lässt. 

 

Bildergalerie von Vampire (6 Bilder)

Die Bildqualität von Vampire ist sehr durchwachsen. Ist man anfangs noch überwältigt von der hervorragenden Schärfe, schleichen sich schon bald erste Unschärfen mit ein, die über die Laufzeit des Films immer häufiger werden. Auch Filmkorn ist zu Beginn nicht auszumachen, nimmt im Laufe der Zeit aber immer mehr zu. Gleiches gilt für den Kontrast und den schwankenden Schwarzwert. Der Ton ist genrebedingt sehr frontlastig und verirrt sich nur ganz selten dezent auf die hinteren Boxen, der Bassbereich ist komplett arbeitslos.


Das Fazit von: MarS

MarS

Vampire zeigt sich zwar künstlerisch sehr anmutig und auch die melancholische, triste Stimmung wird hervorragend transportiert, doch kann im Spannungsbereich und beim Unterhaltungswert kaum punkten. Der Film übt eine gewisse Anziehung auf den Zuschauer aus und hält einen bei der Stange, da man stets wissen will welche Umstände den Hauptcharakter bewegen und wie es ihm letztendlich ergeht. Die Faszination verliert sich jedoch im Finale komplett, da dieses viel zu verwirrend ausgefallen ist und mehr Fragen hinterlässt als es beantwortet. Für mich konnte Vampire kein neues Licht auf den Vampirmythos werfen sondern was bleibt ist lediglich ein fader Beigeschmack. Fans von Arthouse-Filmen können es gerne einmal mit Vampire versuchen, ich für meinen Teil konnte außer mit den künstlerischen Werten nur wenig mit dem Film anfangen.


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