Was?

Was?

Originaltitel: Che?
Genre: Komödie
Regie: Roman Polanski
Hauptdarsteller: Sydne Rome • Marcello Mastroianni
Laufzeit: BD (113 Min)
Label: Koch Media Home Entertainment
FSK 16

Was?   26.12.2015 von LorD Avenger

Die junge amerikanische Anhalterin Nancy (Sydne Rome) reist mit all ihrem Hab und Gut durch Italien, wo ihr das gute Aussehen zum Verhängnis wird, denn gleich alle drei männlichen Mitfahrer versuchen sie zu vergewaltigen. Mit viel Glück schafft sie es zu entkommen und flüchtet in eine luxuriöse Strandvilla, in der es nur so von merkwürdigen Gästen wimmelt...

 

Der Filmtitel Was? ist Programm und fasst dieses Werk sehr gut zusammen. Was ist hier eigentlich los? Was ist die Handlung? Was soll das alles? Was habe ich mir da gerade angesehen? Was der Film zweifelsohne nicht ist und weswegen ich ihn auch am meisten bewundere, ist Hollywood-Einheitsbrei. Allein der Umstand, dass man tatsächlich die meiste Zeit überhaupt keine Ahnung hat, was gerade geschieht oder worauf es hinausläuft ist herrlich erfrischend und umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass der Streifen 1972 entstanden ist. Eine Handlung nicht vorhersehen zu können ist heutzutage ein seltenes Phänomen, das man umso mehr schätzen sollte.

 

Maßgeblich entsteht dieser Umstand aber dadurch, dass der Film keine wirkliche Handlung hat und dafür mit annähernd zwei Stunden Laufzeit etwas lang ausfällt. Sicherlich, der Zuschauer wird zum Nachdenken angeregt und dadurch auf Trapp gehalten, das allein macht es aber schwer durchgängig zu unterhalten - die Grundlage dafür ist aber zweifelsohne gegeben! Ähnlich der Handlung von Alice im Wunderland findet sich Nancy in einer offenbar von der Außenwelt abgeschnittenen, surrealen Welt voller kurioser Gestalten wieder - und auch wenn keine unsichtbare Grinsekatze oder eine rauchende Raupe vor Ort sind, so präsentieren sich die zahlreichen einzigartigen Gäste der Villa nicht minder eigen.

 

Bildergalerie von Was? (5 Bilder)

Was? wird auch als sexueller Fiebertraum bezeichnet und das ist gar nicht mal so weit hergeholt. Zwar bleibt die Frage offen, ob es sich tatsächlich um einen Traum der Hauptfigur handelt, sonderbare Elemente wie Zeitschleifen machen es aber zu einer interessanten Interpretationstheorie. Und ja, vieles im Film dreht sich um Sex und Sexualität. Beginnend mit der versuchten Vergewaltigung in der Anfangsszene, gefolgt von einer sehr ansehnlichen zunehmend weniger bekleideten Sydne Rome und einer Handvoll triebgesteuerter Charaktere mit sehr eigenen Fetischen. Viel unrasierte 70er-Jahre-Nacktheit wird ganz offen präsentiert, Sex an sich gibt es vor der Kamera dennoch eher selten - dann schon eher Anspielungen und Symbolik.


Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

Dieser vielleicht eigenartigste Film von Roman Polanski ist vielleicht auch sein einzigartigster und das ist definitiv etwas Gutes! Die großartigen Darstellerleistungen des überwiegend italienischen Casts (der u.a. aber auch Gastauftritte von z.B. Dieter Hallervorden oder Roman Polanski selbst zu bieten hat) und einige überraschend markante Szenen und Situationen machen den Film zu einem Werk, das man sich ruhig anschauen sollte, wenn man cineastisch überrascht werden möchte. Leider lebt er für meinen Geschmack etwas zu sehr vom Bizarren und bringt nicht genug Humor mit, bzw. verliert einiges davon in der deutschen Übersetzung. Die englische Tonspur leidet bedauerlicherweise unter der Tonqualität und Untertitel sind lediglich auf Deutsch verfügbar. Bildtechnisch merkt man dem Film sein Alter ebenso deutlich an wie das ausgebliebene remastern zugunsten der Blu-ray-Neuauflage - Letzteres ganz besonders in den eher weniger interessanten Bonus-Interviews.


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