Wettlauf nach El Dorado

Wettlauf nach El Dorado

Genre: Deckbau • Rennen
Autor: Reiner Knizia
Illustrator: Franz Vohwinkel
Spieleverlag: Ravensburger
Empfohlenes Alter: 10-99
Spieldauer: 60 min
Anzahl Spieler: 2-4

Wettlauf nach El Dorado   07.04.2018 von Seelöwen

Der Wettlauf nach El Dorado hat begonnen und es warten sagenumwobene Schätze auf die Abenteurer! Die Frage ist nur: wer von euch kann sich besser und vor allem schneller in diesem Deckbauspiel durch das schwierige Gelände schlagen? Also Zelte zusammenpacken und auf geht die Reise! ...

 

Das Material und die Vorbereitung

 

Zunächst wird die Strecke aufgebaut, durch welche man sich schlagen will. Hierzu legt man die Starttafel parat, legt an dieses dann die weiteren Geländetafeln an und schlussendlich noch die Zielplättchen an dass letzte Geländetafel. Zusätzlich kommt noch je eine zufällige Blockade zwischen die einzelnen Geländeplatten. Wer möchte, darf sich die Strecke selbst aus den doppelseitigen Geländeplatten erstellen oder die Strecke nach Beispielen in den Regeln aufbauen. Dazu gibt es immerhin sieben verschiedene Pläne in drei unterschiedlichen Herausforderungs- graden.

 

Daraufhin erhält jeder Spieler eine Spielfigur in der gewünschten Farbe und platziert sie auf einer der Startpositionen, ein Startdeck bestehend aus acht Expeditionskarten und eine Expeditionstafel. Letztere dient vor allem als Spielübersicht. Jeder Spieler mischt sein Deck und zieht vier Karten.

 

Abschließend wird noch der Markt vorbereitet, aus welchem man sich im Spielverlauf bessere Karten für sein Deck (das eigene Expeditionsteam) kaufen kann. Zunächst gibt es sechs vorgegebene Expeditionskartenstapel am Markt zur Auswahl, mit je drei gleichen Karten. Die anderen zwölf Stapel werden ebenfalls bereit gelegt, aber man erlangt erst im späteren Spielablauf darauf Zugriff.

 

Die Anleitung

 

Wettlauf nach El Dorado kommt mit zwei Spielanleitungen. In der einen wird der Spielaufbau erklärt und außerdem mögliche Beispielaufbauten gezeigt. In der anderen werden die Spielregeln auf vier Seiten erklärt. Zusätzlich befinden sich in den Spielregeln noch die Variante für zwei Spieler, ein detailliertes Beispiel für einen Spielerzug, eine Höhlenvariante für noch mehr Abwechslung und auf der Rückseite ein Glossar, in welchem jede Karte im Detail erklärt wird.

 

Durch diese Aufteilung der Regeln kommt man recht schnell ins Spiel und kann direkt einsteigen. Z.B. kann man für das allererste Spiel einfach die Schachtel öffnen, einer nimmt sich die Regeln und beginnt sie zu lesen. Alle anderen können direkt mit dem Spielaufbau starten und sich dadurch bereits mit dem Spielmaterial vertraut machen.

 

Das Spielziel

 

Wie der Titel bereits vermuten lässt, geht es in diesem Spiel um einen Wettlauf. Es gilt also so schnell wie möglich von A nach B zu kommen. Dabei braucht es ein geschicktes Händchen bei der Auswahl der Route und vor allem der Karten welche man sich zulegt, sowie natürlich auch ein Quäntchen Glück beim Ziehen der Karten.

 

Der Spielablauf

 

Gespielt wird über mehrere Runden, in welchen die Spieler reihum an der Reihe sind. Jeder Spielerzug besteht dabei aus den klassischen drei Phasen von Deckbauspielen:

 

  • Handkarten ausspielen und deren Effekte nutzen
  • Ausgespielte Karten auf den Ablagestapel legen
  • Karten nachziehen

 

In der ersten Phase werden zunächst erstmal die Handkarten ausgespielt, welche jede für sich für genau eine von zwei Optionen genutzt werden können: für Bewegung oder zum Kaufen von neuen Karten vom Markt. Zusätzlich gibt es Spezialkarten (lila) mit anderen Verwendungszwecken (wie extra Karten ziehen und Deckoptimierung).

 

Möchte man Karten zur Bewegung nutzen, betrachtet man zunächst das Feld, auf welches man ziehen möchte. Hier gibt es unterschiedliche Landschaftsfelder (grün, gelb und blau) und zusätzlich noch Spezialfelder. Auf den Landschaftsfeldern ist zusätzlich angegeben, wie schwierig das Gelände auf diesem Feld ist. Zur Bewegung benötigt man folglich eine Karte der richtigen Farbe und mit ausreichendem Stärkewert. Es ist dabei nicht erlaubt mehrere schwache Karten zu kombinieren, um einen höheren Stärkewert zu erreichen, wohl aber eine starke Karte auf mehrere einfache Felder zu verteilen. Steht man vor einer Blockade muss man die darauf abgebildete Bedingung wie bei der Bewegung auf ein entsprechendes Feld erfüllen und nimmt sich dann die Blockade zu sich.

 

Egal ob man sich bewegt hat oder nicht, jetzt darf man sich mit den übrig gebliebenen Karten maximal eine neue Karte einkaufen. Hierzu addiert man die Stärkewerte von Karten mit Münzsymbol (gelbe Karten). Zusätzlich kann jede andere Karte (egal wie stark) als halbe Münze verwendet werden. Mit diesem Münzwert kann man sich daraufhin eine der sechs Karten aus den Verfügbaren am Markt kaufen. Ist einer der sechs Slots leer, darf man sich auch einen der Reservestapel aussuchen und sich eine Karte davon kaufen. Dieser Reservestapel füllt dann anschließend die Lücke in der verfügbaren Markttafel.

 

In der zweiten Phase werden alle Karten die man soeben ausgespielt hat auf den Ablagestapel gelegt. Hat man noch Handkarten, kann man sich aussuchen diese für die nächste Runde zu behalten oder ebenfalls abzuwerfen. Daraufhin wird in der dritten Phase wieder auf vier Handkarten aufgezogen.  Jederzeit während des Spiels gilt: Befinden sich im Nachziehstapel weniger Karten als benötigt, werden alle verbleibenden Karten gezogen. Anschließend wird der Ablagestapel gemischt und anschließend als neuer Nachziehstapel verwendet, von welchem die noch übrigen Karten gezogen werden.

 

Das Spielende wird eingeleitet, sobald ein Spieler auf das Zielfeld gelangt. Danach wird die Runde noch zu Ende gespielt, so dass alle Spieler gleich oft am Zug waren. Ist nur ein Spieler angekommen, gewinnt dieser das Spiel. Gelang es mehreren Spielern im selben Zug anzukommen, gewinnt derjenige, der die meisten Blockaden eingesammelt hat.

 

Varianten

 

Neben einer Zwei-Spieler Variante, bei welcher jeder Spieler mit zwei Figuren im Ziel ankommen muss, gibt es auch noch eine Höhlen-Variante. Diese kann unabhängig von der Spieleranzahl hinzugefügt oder weggelassen werden. Hier erhalten Gebirgsfelder zusätzliche Bedeutung, als nur den Weg zu blockieren. Beim Spielaufbau werden auf jedes Gebirgsfeld verdeckt jeweils vier Höhlenplättchen gelegt. Beendet ein Spieler seine Bewegungsphase neben einem Gebirgsfeld darf er ein Höhlenplättchen ziehen. Dieses verleiht ihm einen einmalig einsetzbaren Bonus (z.B. zusätzliche Bewegung), welche man sofort oder in einem späteren Spielzug einsetzen kann.

 

Bildergalerie von Wettlauf nach El Dorado (9 Bilder)

Lieferumfang

 

  • 1 Spielanleitung
  • 1 Spielaufbau
  • 7 doppelseitige Geländetafeln
  • 2 doppelseitige Geländestreifen
  • 1 doppelseitige Zielplättchen
  • 6 Blockaden
  • 8 Spielfiguren
  • 4 Expeditionstafeln
  • 1 Startspielerhut
  • 1 Markttafel
  • 86 Expeditionskarten
  • 36 Höhlenplättchen

Das Fazit von: Seelöwen

Seelöwen

Wettlauf nach El Dorado ist ein durch und durch gelungenes Deckbauspiel, welches sich auf wenige Mechanismen konzentriert. Damit ist es perfekt geeignet für Einsteiger in das Genre, ohne aber Fans zu langweilen. Es bleibt den Spielern offen, ob sie nun mit einigen neuen Bewegungskarten gleich am Anfang einen großen Vorsprung rausspielen oder eine langsamere Strategie mit Deckoptimierung bevorzugen. Speziell die Beispielaufbauten fühlten sich sehr gut ausbalanciert an, da oftmals mehrere Spieler mit unterschiedlichen Strategien gleichzeitig ans Ziel kamen.  Schön ist, dass Blockaden die führenden Spieler etwas abbremsen und damit das Spiel spannend halten, man aber am Ende im Falle eines Gleichstands dafür belohnt wird viele eingesammelt zu haben. Die Höhlenvariante stieß in unseren Gruppen auf gemischte Gefühle, da sie ein erhöhtes Glückselement ins Spiel bringt. Da sie aber völlig optional ist, finden wir es gut, dass sie integriert wurde! Wir freuen uns auf jeden Fall bereits auf die 1. Erweiterung Helden & Dämonen, welche dieses Jahr erscheinen soll.


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