Willkommen bei den Hartmanns

Willkommen bei den Hartmanns

Originaltitel: Willkommen bei den Hartmanns
Genre: Komödie
Regie: Simon Verhoeven
Hauptdarsteller: Senta Berger
Laufzeit: DVD (116 Min) • BD (111 Min)
Label: Warner Home Video
FSK 12

Willkommen bei den Hartmanns   06.04.2017 von Born2bewild

Bei der Komödie Willkommen bei den Hartmanns wird ein regelrechtes Staraufgebot an deutschen Schauspielern aufgefahren. Hinzu kommt, dass der Film mit Senta Berger und ihrem Sohn, dem Regisseur Simon Verhoeven, quasi ein Familienprojekt ist. Ob diese Punkte ein Erfolgsgarant sind, erfahrt Ihr in unserem Review…

 

Eigentlich könnte das Leben der Familie Hartmann so perfekt sein, doch das ist es nicht. Zwar verdient Richard (Heiner Lauterbach) als Chefarzt ordentlich Geld und könnte schon längst in Rente gehen, doch er ist eher der Typ Mann, der schuftet bis er tot umfällt. Außerdem hätte er dann keine Chance mehr, seine Unzufriedenheit an seinen Kollegen und vor allem Dr. Tarek Berger (Elyas M’Barek) auszulassen. In der Familie gibt es dann noch die dauerstudierende Tochter Sofie (Palina Rojinski), die ihren Vater mit ihrer Unentschlossenheit ein Dorn im Auge ist. Sie ist der klare Kontrast zu ihrem Bruder Philipp (Florian David Fitz), der ein in Scheidung lebender Vater ist und als erfolgreicher Anwalt versucht in Shanghai Fuß zu fassen. Leider kommt dabei sein Sohn Basti (Marinus Hohmann) etwas zu kurz und der Vater bekommt nur am Rande die Rapperkarriere und Entgleisungen seines Zöglings mit.

 

Eines Tages, als die Familie gemeinsam am Essenstisch sitzt und die Stimmung gut zu sein scheint, verkündet Mutter Angelika (Senta Berger) einen Entschluss: sie möchte Gutes tun und einen Flüchtling im eigenen Haus aufnehmen. Vater Richard ist natürlich sofort dagegen, er fürchtet Kriminelle unter den Asylanten und sein Sohn Philipp stimmt mit ein, so dass Angelika die Flucht ergreift. Ihre Tochter Sofie hält allerdings zu ihr, sie ist auch für die Aufnahme eines Flüchtlings. Gleich am nächsten Tag, als Richard noch versucht, die Wogen zu schlichten, setzt sich Angelika gegen ihren Mann durch und nach einem Auswahlprozess findet der junge Afrikaner Diallo (Eric Kabongo) Einzug in das Haus der Familie. Sein Asylverfahren ist noch nicht durch, soll aber in wenigen Tagen entschieden werden. Diallo schafft es hervorragend mit den weiblichen Mitgliedern der Familie auszukommen, ist er doch Handwerker und kann einige der offenen Arbeiten am Haus abschließen. Natürlich sehr zur Begeisterung von Angelika. Allerdings gibt es auch negative Aspekte während seines Aufenthalts. So veranstaltet Angelikas Freundin Heike (Ulrike Kriener) eine Party, bei der auch Drogen im Spiel sind und die Polizei kommen muss. Außerdem schafft es der junge Basti, Diallo als Volljährigen zu überzeugen ein paar Stripperinnen für ein Hip-Hop-Video zu engagieren, was auch zu einem Vermerk in Diallos Akte führt. Zu allem Überfluss wird er dann auch noch in eine Schlägerei verwickelt und so könnte sein Register bei der Polizei gegen seinen Asylantrag stehen, denn die hat auch schon so ein Auge auf ihn geworfen…

 

Bei den Hartmanns läuft einiges schief und anstatt Diallo zu helfen, gefährden sie seinen Asylantrag. Wird es der verrückten Familie doch noch irgendwie gelingen, Frieden zu finden und wird Diallo in Deutschland bleiben dürfen?

 

Willkommen bei den Hartmanns ist auf der einen Seite eine typisch deutsche Komödie, die aber auf der anderen Seite ein sehr empfindliches Thema – Die Flüchtlinge – aufgreift und auf lustige und sehr pointierte Weise ans Publikum bringt. Dabei wirkt bis auf die Polizei und Woodstock-Heike nichts im Film lächerlich und er bleibt auf eine gewisse Art und Weise ernst. Dabei kann sowohl das deutsche Star-Ensemble als auch die Neuentdeckung Eric Kabongo überzeugen. Man merkt allerdings schon einen gewissen Unterschied zwischen den Generationen, allerdings wurden der frische Wind eines Elyas M’Barek und einer Palina Rojinski hier sehr gut eingebaut. Denn ein Kernaspekt des Films ist auch der in der Midlife-Crisis steckende Richard, der erst noch akzeptieren muss, dass er alt wird.

 

Bildergalerie von Willkommen bei den Hartmanns (10 Bilder)

Technisch gesehen ist die Qualität der uns vorliegenden DVD in Ordnung. Die Bildqualität ist sehr scharf und bietet einen ausgeglichenen Kontrast. Der Sound ist über die fünf Kanäle für dieses Genre schon fast etwas überdimensioniert. Außerdem fanden einige Extras wie Outtakes, nicht verwendete Szenen, ein umfangreiches Making-Of sowie drei Featurettes sowohl auf der DVD als auch auf der Blu-ray Platz. Gerade die Outtakes und das Making-Of lohnen sich, um noch einmal die Lachmuskeln zu fordern.


Das Fazit von: Born2bewild

Born2bewild

Alex:

Da widmet man sich mal wieder einer deutschen Komödie, erwartet nicht viel und wird dann positiv überrascht. Ok, könnte man jetzt auch wieder als negativ interpretieren. Doch ich muss sagen, dass mich Willkommen bei den Hartmanns überzeugt hat. Der Film greift ein stetes Diskussionsthema der letzten Jahre auf und stellt es auf hervorragende und humorvolle Art dar. Dabei ist mir positiv aufgefallen, dass es nicht einfach nur ein Blödelfilm ist, sondern auf seine Art und Weise eine ernst gespielte Komödie mit sehr viel Situationskomik. Die Familie Hartmann ist eine Art Spiegel der deutschen Gesellschaft aus den linken und rechten Lagern. Dem entgegen steht Diallo als gute Seele, der im Endeffekt alle zusammen führt und versucht die Deutschen zu verstehen. Ebenfalls positiv finde ich den dramatischen Aspekt des Films. Mir geht es häufig auf den Keks, dass bei den meisten Komödien immer gegen Ende ein katastrophaler (vorhersehbarer) dramatischer Wendepunkt kommen muss, der noch einmal ordentlich die Tränendrüse bearbeitet bevor es dann zum Happy End geht. Zwar hat Willkommen bei den Hartmanns auch so eine Art Wendepunkt, allerdings wird dieser nicht in den Exzess getrieben, sondern dient nur als Unterstützung des guten Endes. Von meiner Seite daher in jeder Hinsicht ein Daumen hoch.

 

Josi:

Willkommen bei den Hartmanns wurde uns ja schon wärmstens von Alex‘ Eltern empfohlen als er in den Kinos war. Nun hatten wir die Gelegenheit und ich muss sagen, die Empfehlung kann ich nur weitergeben. Wenn man bedenkt, dass Regisseur Simon Verhoeven das Drehbuch lange vor der sogenannten „Flüchtlingskrise“ geschrieben hatte, dann kommt einem die Umsetzung noch viel besser vor. Das Thema wurde auf den Punkt gebracht und dabei keine Seite ins lächerliche gezogen. Ok bis auf die sich im Drogenrausch befindliche gute Freundin Heike. Auch das Spannungsverhältnis innerhalb der Familie bleibt nachvollziehbar im Hinblick auf die Ausgangssituation. Wirklich eine gelungene Umsetzung des ganzen Casts und des Regisseurs und Drehbuchautors!


Die letzten Artikel des eingeschworenen Redaktions-Teams in leidenschaftlicher Kooperation:




Kommentar verfassen

Schreibe hier einen Kommentar. Du musst einfach alle Felder, die mit einem *-markiert sind, ausfüllen.

Noch 1000 Zeichen übrig

Meine Eingaben merken?

Ich akzeptiere die AGBs


Kommentare[X]

[X] schließen