Wrong Turn 6: Last Resort

Wrong Turn 6: Last Resort

Originaltitel: Wrong Turn 6: Last Resort
Genre: Horror
Regie: Valeri Milev
Hauptdarsteller: Anthony Ilott • Chris Jarvis
Laufzeit: DVD (87 Min) • BD (90 Min)
Label: Constantin / Highlight Film
FSK 18

Wrong Turn 6: Last Resort   05.03.2015 von Beef Supreme

Die Wrong Turn-Reihe ist einfach nicht totzukriegen. Mit grimmiger Beständigkeit wird unseren Lieblingsinzuchtopfern nun schon zum sechsten Mal eine Gruppe Frischfleisch zum Zerhackstücken vorgeworfen. Der aktuelle sechste Teil hat gleich zwei Neuigkeiten kundzutun. Zum einen hat der Regisseur gewechselt, Valeri Milev hat das Ruder von Declan O’Brian übernommen und kann vielleicht etwas frischen Wind in die inzestuöse Hinterwäldlerschaft blasen. Zum anderen, frohlocket ihr geplagten Gewaltdürstenden, ist Wrong Turn 6 der erste Film seit dem ersten Teil, der es am Stück durch die USK geschafft hat. Wrong Turn 6 – von führenden Priestern empfohlen. Von mir auch?

 

Handlung hat ja hier noch nie so eine große Rolle gespielt. Dennoch möchte ich mir die Mühe machen, einen kurzen Abriss zu liefern. Eine 7-köpfige Gruppe Jugendlicher – ja, schon geht es los mit dem frischen Wind – besucht ein abgelegenes Hotel - mitten im tiefsten Wald versteht sich - das einer der Homies geerbt haben soll. Empfangen werden sie einem zwielichtigen Geschwisterpaar, das in seiner Freizeit auch gern mal miteinander vögelt. Erbe Danny hat derzeit einen leichten Suizid-Spleen, weswegen ihn seine Kumpels samt Freundin in dieses heruntergekommene Loch begleiten, um ihn auf positivere Gedanken zu bringen. Von Anfang an ist klar, dass Team Geschwisterliebe irgend etwas im Schilde führt, wobei Freitod-Danny eine einschneidende Rolle spielen soll. Selbstverständlich dürfen auch die drei Gebrüder Inzest nicht fehlen, die spielen aber in diesem Teil nur eine untergeordnete Rolle.

 

Wusstet Ihr schon ...

... dass die erste Fassung des Film wieder eingezogen werden musste, da in einer Szene an einem Aushang für Vermisstenanzeigen eine echte, vermisste Person dargestellt wurde. In der vorliegenden Fassung sind diese Szenen verpixelt worden. 

Wrong Turn 6 braucht riiichtig lange, bis er mal in die Gänge kommt. Abgesehen von einem auflockernden Einstiegsdoppelmord an einem radelnden Pärchen, dauert es fast den halben Film, bis endlich mal wieder jemand abkratzt. Die Zeit dazwischen versucht sich der Film daran, den Anwesenden so etwas wie einen Charakter zu verpassen, scheitert dabei aber kläglich. Wie zäher Darm zieht sich die erste Dreiviertelstunde des Films und vergeudet nicht nur wertvolle Zeit, sondern auch Zuschauergeduld mit belanglosem Rumgevögele und der Zurschaustellung von Unsympathen bei ihrem Tagwerk: Buffen, Zicken und Klauen. Die Handlung wird auch kaum vorangetrieben, sodass man sich des Öfteren dabei erwischen wird, die vergangene Laufzeit zu prüfen und sich zu fragen, worauf der Film eigentlich hinaus will. Die Entscheidung, Saw Tooth und seine Inzuchthomies so weit in den Hintergrund zu rücken tut der Handlung, und vor allem dem Body Count, nicht besonders gut, da sich der Großteil des Films als öde erweist. Irgendwann ist es endlich soweit und das fröhliche Morden kann beginnen. Hier und da blitzen dann auch Slasherqualitäten durch, da einige Kills durchaus Spaß machen, aber kaum für die lahme und viel zu lange Einführungsphase entschädigen können. Seien wir mal ehrlich, wer schaut Wrong Turn schon wegen der Handlung? Die Kills an sich sind teils auch ganz ansehnlich geraten, wenn auch etwas zu CGI-lastig. Insgesamt ist aber kaum etwas zu sehen, das nicht schon einmal besser dagewesen ist, denn meist fehlt das letzte Quäntchen Sadismus, um im Jahre 2015 noch schocken zu können. Um das auszugleichen wird versucht, das tumbe Geschehen mit belanglosen und uninspirierten Sexszenen  aufzulockern, was aber meist unpassend wirkt. Generell kam es mir so vor, als wären hier überdurchschnittlich viele Brüste durchs Bild gehoppelt. Nichts gegen Brüste, doch mehr abgetrennte Gliedmaßen begleitet von irrem Kichern hätte mehr Stimmung gebracht.

 

Technisch bewegt sich Wrong Turn 6 wie schon seine Vorgänger im Mittelmaß. Die Bildqualität ist zwar in Ordnung, aber mehr Kontrast und Helligkeit hätten nicht geschadet. Die Vertonung ist wie üblich so lala, wobei der Soundtrack eine wirklich schöne Hillbilly-Atmosphäre erzeugen kann. Die Synchronsprecher hingegen erzeugen nur eine nervige Atmosphäre, daher nach Möglichkeit auf Englisch schauen. 

 

Übrigens haben wir vor einiger Zeit einer der Darstellerinnen für ein Interview gewinnen können. Wer mehr über Sadie Katz und Wrong Turn 6 wissen möchte, der sollte sich den Slog 101 mit Sadie Katz nicht entgehen lassen!


Bildergalerie von Wrong Turn 6: Last Resort (15 Bilder)


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Ich habe mich so richtig auf den sechsten Wrong Turn gefreut. Erwartungen hatte ich zwar nicht allzu hohe, doch die Nachricht, dass der Regisseur, der Teil 3-5 versaut hat ausgetauscht wurde, ließ mich hoffen. Es stellte sich jedoch heraus, dass Herr Milev auch nicht besonders viel besser arbeitet. Schon allein, dass er die Franchise-Helden auf die Ersatzbank schickt und irgendein charakterloses Geschwisterpaar in den Fokus rückt zeugt davon, dass er mit der Wrong Turn-Reihe nicht so viel anzufangen weiß. Dazu kommt, dass die erste Hälfte nur aus Geblubber und Sex besteht, ohne wirklich etwas zu erzählen. Warum wurde die Zeit nicht genutzt und unnütze Statisten umgelegt? Und warum wurde der Gewaltgrad zurückgefahren? Die vorherigen Teile wussten, dass sie nichts interessantes zu erzählen hatten und haben wenigstens auf die Kacke gehauen. Alles in allem hat sich qualitativ nicht viel bei diesem Franchise getan, im Prinzip gibt es hier allenfalls mehr vom Gleichen, nur mit mehr Geschwafel, mehr Brüsten und weniger Saw Tooth mit seiner lustigen Blutschande.


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