Kein Cover vorhanden: upload/articles/00_eCpp0gBK66Ig0OqAAS0d.JPG

X Factor

Publisher: Koch Media
Entwicklerstudio: Deep Silver
Genre: Musikspiel
Sub-Genre: Karaoke
Art: Midpreis Titel
Erscheinungsdatum: 29.10.2010
USK 0

X Factor   06.11.2010 von Panikmike

Wer hat nicht schon mal davon geträumt, auf einer Bühne zu stehen und einer von 200.000 Leuten zu sein, der in diesem Moment seine Gesangskarriere starten könnte? Casting-Shows sind heutzutage der Renner, vor allem wenn es um die Kunst des Singens geht. Werde bei X Factor selbst zum Star und sei besser als alle anderen…

Werde zum Star:

Jetzt bist Du an der Reihe. Du musst der Jury zeigen, dass Du der Beste bist. Wie Du das machst? Ganz einfach, Konsole anschalten, Mikrofon in die Hand nehmen und los singen. Nur so kannst Du zum Superstar in der Musikbranche werden. Such Dir eine Figur aus, wähle ein Lied und hauche Deine zarte Stimme ins Mikrofon. Passt Dir das Aussehen nicht, dann geh in die Umkleidekabine und kleide Dich dort um. Desto weiter man kommt, desto mehr Klamotten werden aufzufinden sein. Leider ist der Editor auf drei Körperteile beschränkt. Man kann sich eine Frisur, Oberkörperklamotten und eine Hose beziehungsweise einen Rock aussuchen. Das ist nicht gerade ein Editor, wie man ihn sich vorstellt, doch es gibt wenigstens Einiges freizuspielen. Man hat insgesamt 28 Musikstücke zur Auswahl, ein paar davon muss man aber im Laufe des Spiels erst freischalten. So singt man erstmals vor der dreiköpfigen Jury und kann nur hoffen, dass man weiterkommt. Wenn die erste Hürde geschafft ist, dann kommt man ins Bootcamp, bei dem man sich weiter nach oben singen muss. Anfangs trällert man die Lieder nur an, doch nach einigen Karrieresprüngen im Bootcamp muss man alle Songs komplett durchstehen. Später bei den Liveauftritten reicht nicht einmal ein einzelnes Lied, um weiterzukommen, da muss man sich mehr Zeit nehmen und zwei oder drei nacheinander singen. Natürlich kann man das Game auch mit einem zweiten Mitspieler gemeinsam spielen, ob man sich nun mit ihm oder gegen ihn entscheidet, kann man von seiner Laune abhängig machen.

Präsentation ist nicht alles:

Leider ist dieser Spruch hier komplett an der falschen Stelle, denn hier hätte eine bessere Präsentation eine weitaus bessere Wertung gebracht. Die Grafik ist grauenhaft, es ist fragwürdig, wie man heutzutage so etwas auf den Markt bringen kann. Der erste Eindruck lies eine Playstation 2 Version (!) vermuten, die zufälligerweise in meine Xbox 360 gerutscht ist. Doch weit gefehlt, es ist ein Next-Gen-Titel mit einer Grafik, die fünf Jahre alt sein könnte. Das Menü ist echt noch das Beste, was das Auge zu sehen bekommt. Im Spiel selbst ist kaum etwas ordentlich umgesetzt worden. Die Animationen sind nicht schön anzusehen und die Gesichtsausdrücke sind zu trocken und ohne Emotion. Doch wer nun denkt, dass zumindest die Hintergründe des Studios oder ähnlichem besser sind, der hat sich getäuscht. Auch hier fehlt es an Details an allen Ecken und Enden. Am besten jedoch war die tobende Zuschauermenge, die im Hintergrund permanent klatscht. Diese Animation besteht nur aus ein paar Phasen, es wirkt wie ein animiertes „gif“ aus vergangenen Tagen. Leider ist die Grafik nicht der einzige Mangel, den X Factor zu bieten hat. Mein Kollege „Der Ohm“ und ich hatten während unserer Testphase einen Absturz (kann ja mal vorkommen), aber auch permanent kurze Hänger während des Singens. Stellt euch nur vor, ihr seid grad voll im Song und mittendrin bleibt das Spiel kurz für eine halbe Sekunde stehen. Man kommt total aus dem Takt und der Multiplikator ist passé. Doch das war leider noch nicht alles. Wenn man die wireless Mikrofone von LIPS anschließt, dann geht es weiter. Es ist sehr schade, dass man zwingend ein Logitech-Mikro braucht, auch wenn dies vorab auf der Verpackung vermerkt ist. Wir haben beide Möglichkeiten getestet und die wireless Mikrofone von LIPS sind durchgefallen. Man kann sie zwar benutzen, aber die Software fängt die Stimme nicht richtig ein. Also ist man doch abhängig von dem beiliegenden Kabelmikro.

Echte Songs oder nachgesungen?

Doch kommen wir mal weg von der Technik. Wichtig bei einem Karaoke Spiel sind die Songauswahl und die Echtheit derer. Leider gewinnt hier X Faktor auch keinen Oscar. Die 28 Songs sind zwar sehr gut gewählt, doch leider sind nicht alle original. Einige davon wurden nachgesungen und das trübt den Spielspaß total. Erfreulicherweise sind die deutschen Stimmen der Jury und des Moderators sehr gut umgesetzt, doch leider wiederholen sich die Sprüche sehr oft. Wer noch wissen möchte, welche Lieder bei X Factor enthalten sind, der sollte sich die Trackliste ansehen (die mit einem * gekennzeichneten sind nachgesungen und nicht die originalen Interpreten).
 

Agnes Carlsson – Release me*

Alicia Keys – Doesn´t mean anything*

Amy Winehouse – Back to Black*

Blondie – Call me

Britney Spears – Oops I did it again*

Cascada – Evacuate the Dancefloor

Duran Duran – Rio*

Gossip – Heavy Cross*

Ich + Ich – So soll es bleiben

James Blunt – You´re beautiful*

Kaiser Chiefs – Ruby*

Kylie Minogue – Can´t get you out of my Head*

Lady Gaga – Paparazzi

Lily Allen – 22*

Lionel Richie – All Night long*

Mariah Carey – Always by my Baby*

Owl City – Fireflies*

Pixie Lott – Boys & Girls

Queen –  Radio Ga Ga*

Robbie Williams – She´s the One*

Simple Minds – Don´t you (Forget about me)*

Stanfour – In your Arms

Taio Cruz – Break your Heart

The Doors – Light my Fire*

The Jackson Five – I want you back*

The Saturdays – Up*

The Undertones – Teenage Kicks*

U2 – Beautiful Day


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Also ich bin echt sehr enttäuscht von diesem Titel. Ich bin ein begeisterter LIPS-Fan und freute mich natürlich auf jedes neue Karaoke-Spiel. Doch das, was hier abgeliefert wurde, ist echt harter Tobak. Die Grafik ist nicht besser als auf der Playstation 2 (ja 2 nicht 3) in HD, die Songauswahl ist zwar super, jedoch reichen 28 Songs nicht aus, um mit der Konkurrenz mitzuhalten und die Präsentation des Gesamtwerks ist nicht gerade hoch angesiedelt. Dummerweise sind nicht einmal alle Lieder original, sondern oftmals nachgesungen, ergo ohne Lizenz. So kann man X Factor zwar mal als Partygame in die Konsole schieben, doch ich würde jedem Spieler empfehlen, sich lieber LIPS zu holen. Dort hat man mehr Songs, eine bessere Präsentation, keine nachgesungenen Lieder und schöne Musikvideos. X Factor ist ein Paradebeispiel, wie man es nicht unbedingt machen sollte. Für ein paar Stunden kann es unterhalten und dann wandert es ins Regal, in dem viele andere schlechte Titel verstauben. Schade, schade…


Die letzten Artikel des Redakteurs:


positiv negativ
  • Sehr geile Songs...
  • ... aber viel zu wenig
  • Keine Songvorschau
  • Jury zu emotionslos
  • Im Charaktereditor zu wenig Auswahlmöglichkeiten
  • Kein Onlinemodus
  • Floskeln der Jury ohne Abwechslung
  • Bleibt beim Singen manchmal hängen
  • Nicht alle Songs haben die Originallizenz





Kommentare[X]

[X] schließen