Godzilla: Planet der Monster

Godzilla: Planet der Monster

Originaltitel: Gojira: Kaijū Wakusei
Genre: Science Fiction • Action
Regie: Hiroyuki Seshita
Laufzeit: DVD (85 Min) • BD (88 Min)
Label: Koch Films / KSM Anime
FSK 12

Godzilla: Planet der Monster   08.04.2021 von MarS

Seit seiner Geburt im Jahr 1954 ist das legendärste aller Kaiju seiner Herkunft, dem japanischen Studio Toho, stets treu geblieben - seine amerikanischen Ableger einmal außer Acht gelassen. Mit Godzilla - Planet der Monster leitete Toho im Jahr 2017 schließlich eine neue Ära ein, denn das erste Mal betrat der König der Monster computeranimiertes Terrain. Koch Films / KSM Anime veröffentlichen den Film nun als Auftakt zur dreiteiligen Anime-Trilogie...

 

Inhalt

 

Als eines Tages riesige Monster die Erde heimsuchten, schien das Schicksal der Menschheit besiegelt zu sein. Selbst die Allianz mit der außerirdischen Rasse der Exif konnte nicht mehr verhindern, dass die Monster, angeführt vom übermächtigen Godzilla, die Welt in Schutt und Asche legten. Der einzige Ausweg war die Flucht in den Weltraum, wo die Suche nach einem bewohnbaren Planeten nun schon mehr als 20 Jahre andauert. 20 Jahre, in denen Haruo Sakaki Godzilla studieren und die Rache für den Tod seiner Familie planen konnte. Jetzt endlich ist Haruos Stunde gekommen, denn die Vorräte werden knapp und eine Rückkehr zu Erde ist unausweichlich. Doch dort sind inzwischen fast 20.000 Jahre vergangen, und Godzilla herrscht noch immer über den Planeten...

 

Zum Start in das computeranimierte Godzilla-Universum beschreitet Godzilla - Planet der Monster direkt neue Wege und verlagert die gesamte Erzählung nicht nur weit in die Zukunft, sondern präsentiert in der ersten Filmhälfte erst einmal ein kleines Weltraumabenteuer, bevor die Menschheit wieder Fuß auf den Boden der Erde setzen darf. Godzilla selbst bleibt dementsprechend lange Zeit unbeachtet und darf sich erst im späteren Verlauf des Films so richtig austoben, wobei das legendäre Kaiju hier keinerlei sanfte oder sympathische Züge an den Tag legt, sondern als gnadenloses Monster und Weltenzerstörer dargestellt wird. Durch die gesamte Inszenierung distanziert sich Godzilla - Planet der Monster bewusst von den bisherigen Filmen und bringt passend zur neuartigen Gestaltung auch einen interessanten, unverbrauchten Ansatz mit sich, der im Großen und Ganzen durchaus ordentlich umgesetzt wurde. Leider sind jedoch ein ansprechendes Setting und ein futuristisches Geschehen nicht ausreichend, um die Handlung stimmig voranzubringen, denn genau in diesem Bereich schwächelt das erste computeranimierte Abenteuer zusehends. Zu holprig ist die Erzählung, zu flach bleiben die Charaktere, zu wenig Hintergrundinformationen werden geliefert. Beispielweise wird die Allianz mit der außerirdischen Rasse der Exif größtenteils als Vorgabe abgetan, ohne dass man allzu viel darüber erfahren würde. Auch die Diskrepanz zwischen 22 Jahren Reise im Weltraum und knapp 20.000 vergangenen Jahren auf der Erde wird kaum eines Wortes gewürdigt. Zudem entbehren auch einige andere Momente jeglicher Logik, beziehungsweise werden nicht ausreichend genug ausgearbeitet, um wirklich Sinn zu machen. So bleibt dem Zuschauer am Ende nichts anderes übrig, als sich an den vor allem in der zweiten Filmhälfte zahlreich vorhandenen Actionszenen sowie einem Wiedersehen mit unserem Lieblings-Riesenmonster zu erfreuen, während man seinen hoffnungsvollen Blick bereits auf die beiden Fortsetzungsfilme richtet. Das wirklich epische Gänsehautfinale mitsamt seiner gelungenen Überraschung verspricht jedenfalls bereits jetzt eine durchaus mögliche - und wünschenswerte - Steigerung.

 

Beinahe schon obligatorisch bei computeranimierten Filmen, die ihre Premiere auf Netflix feiern, ist die Umsetzung der Animationen durch das Studio Polygon Pictures. Ganz ähnlich wie bereits Ajin: Demi Human oder auch Human Lost liefert Godzilla - Planet der Monster einen gewöhnungsbedürftigen Mix aus spektakulären Effekten, teilweise beeindruckenden Hintergründen, aber auch einem schwachen Charakter- und Monsterdesign (ja, auch das Design von Godzilla höchstpersönlich reißt einen nicht unbedingt vom Hocker). Gerade die Figuren bleiben dabei recht emotionslos und statisch, während Bewegungsabläufe oftmals nicht sonderlich flüssig gestaltet sind. Ein wenig ausgeglichen wird dies durch die sehr gelungene deutsche Synchronisation, die eben diese fehlenden Emotionen zumindest akustisch aufzufangen versucht. 

 

Bildergalerie von Godzilla: Planet der Monster (5 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Schön sind die Animationen vielleicht nicht. Dafür sorgen sie beim Bild der Blu-ray für einen knackig scharfen, farbenprächtigen Look mit kräftigem Kontrast, der abgesehen von marginal auftauchendem Banding keinerlei Anlass zu Klagen mit sich bringt. Die Tonspur besitzt einen sehr schönen Dynamikumfang und erweist sich zudem als sehr räumlich. Umgebungsgeräusche und Effekte sind gezielt platziert und bringen ausreichend Druck mit sich. Leichte Schwächen machen sich bei der deutschen Tonspur bemerkbar, die im Bereich der Dialoge hin und wieder etwas zu zahm beziehungsweise zu leise abgemischt erscheint. 



Cover & Bilder © Koch Films GmbH


Das Fazit von: MarS

MarS

Godzilla - Planet der Monster liefert einen brauchbaren Start in das computeranimierte Godzilla-Universum in ansprechendem, unverbrauchtem Setting, leistet sich aber auch einige grobe Schwächen, die das freudige Wiedersehen mit unser aller Lieblings-Kaiju ein wenig trüben. Der vielversprechende Anfang ist gemacht, nun müssen die kommenden beiden Teile der Trilogie zeigen, dass Godzilla noch mehr zu bieten hat, als futuristische Action, eine banale Rache-Geschichte sowie einen gewöhnungsbedürftigen visuellen Stil.


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