Abstieg in die Finsternis

Abstieg in die Finsternis

Originaltitel: Beneath
Genre: Horror
Regie: Ben Ketai
Hauptdarsteller: Jeff Fahey • Kelly Noonan
Laufzeit: DVD (86 Min) • BD (90 Min)
Label: ALIVE AG / Meteor Film
FSK 16

Abstieg in die Finsternis   31.03.2017 von MarS

Gerade im Horrorbereich ist es immer wieder Brauch, ältere Filme unter neuem Titel einfach noch einmal aufzulegen. So auch Geschehen beim vorliegenden Beneath - Abstieg in die Dunkelheit, den meine Kollegin GloansBunny bereits im Jahr 2014 bewertet hatte (ihre Kritik findet Ihr hier). Dank ihrer guten Bewertung konnte ich es mir nicht nehmen lassen, mir die Neuauflage des Films unter dem wenig einfallsreich abgeänderten Titel Abstieg in die Dunkelheit selbst einmal etwas genauer anzusehen...

 

Sams Vater George ist ein alter Hase im örtlichen Bergwerk und steht einen Tag vor seinem Ruhestand. Nachdem Sam bisher nicht viel mit ihrem Vater zu tun hatte und lieber in New York Umweltrecht studiert hat, entschließt sie sich kurzerhand ihn an seinem letzten Arbeitstag in die Kohlemine zu begleiten. Obwohl die übrigen Kumpel in der Anwesenheit einer Frau ein schlechtes Omen sehen stimmt George zu, und so treten sie am nächsten Morgen gemeinsam in die Stollen ein. Dort jedoch sollen die Kumpel Recht behalten, denn bereits nach kurzer Zeit stürzt die Mine plötzlich ein und begräbt den Trupp unter der Erde. In der Dunkelheit und völlig isoliert droht auch noch der Sauerstoff knapp zu werden, und so werden die 72 Stunden bis zum Eintreffen der Rettungsmannschaft zur Qual, jedoch nicht nur für die angeschlagenen Körper. Nach und nach werden immer mehr der Verschütteten verletzt oder getötet, und bald sind sich alle sicher, dort unten nicht allein zu sein. Doch können sie ihrem Verstand unter diesen Bedingungen überhaupt noch trauen?

 

Auch wenn Filmbeschreibungen gerne zu Übertreibungen neigen und mit ihren Aussagen einfach nur Käufer locken wollen, so ist der hier erbrachte Vergleich mit "The Descent trifft auf My Bloody Valentine" gar nicht so verkehrt, denn tatsächlich bringt der Film Elemente beider Werke gekonnt zusammen. Abstieg in die Finsternis ist ein minimalistischer, äußerst atmosphärischer Horrorfilm, der sich nicht wie viele Genrevertreter auf zahlreiche ausschweifende CGI-Effekte und simple Jumpscares verlässt, sondern dem Zuschauer dank undurchsichtiger Inszenierung viel Platz für eigene Interpretationen der Ereignisse lässt. Die Geschichte füttert einen mit diversen Ansätzen und bietet immer wieder mögliche Wege zur Erklärung der Vorkommnisse, verzichtet aber letztendlich gänzlich auf eine abschließende Auflösung, so dass jeder für sich entscheiden kann, was in der verschütteten Mine nun tatsächlich geschehen ist. Für zusätzliche Schauwerte sorgen dabei einige wohl platzierte und teilweise sehr blutige Goreszenen, die jedoch niemals unnötig oder überzogen erscheinen sondern sich hervorragend ins Geschehen einfügen. Dieses ist, die Eingangssequenz zur Vorstellung der Figuren ausgenommen, klaustrophobisch und beklemmend inszeniert und bietet eine durchgehend fiese und beängstigende Atmosphäre, welche vom tollen Setting und der lediglich durch Scheinwerfer und Taschenlampen durchbrochenen stetigen Dunkelheit perfekt unterstützt wird.

 

Bildergalerie von Abstieg in die Finsternis (9 Bilder)

Nachdem bereits die Erstauflage im Jahr 2014 sehr gute technische Werte lieferte war eine Nachbearbeitung für die Neuauflage nicht nötig. Dementsprechend kann für Bild und Ton erneut nur ein Lob ausgesprochen werden, denn während das Bild mit absolut soliden Eindrücken sowohl bei der Schärfe als auch dem für den Film überaus wichtigen Schwarzwert punktet, kann die Tonspur durch klar ortbare Surroundeffekte, kräftigen Bass und eine saubere, ausgewogene Dynamik überzeugen. Den B-Movie Charakter des recht gering budgetierten Films sucht man im technischen Bereich ebenso wie inhaltlich vergeblich.


Das Fazit von: MarS

MarS

Trotz kleinerer Mängel, vor allem im Spannungsbereich, kann sich Abstieg in die Finsternis mehr als deutlich aus der Masse hervorheben und muss sich trotz geringem Budget nicht hinter Vergleichswerken zu verstecken. Der Film erreicht zwar in den Bereichen Klaustrophobie und beklemmender Atmosphäre sowie auch bei den Splatterszenen nie ganz die Intensität von The Descent, bringt aber gerade durch die offene Geschichte und die Möglichkeit zur eigenen Interpretation der Geschehnisse deutlich mehr auf die Waagschale als das Gros ähnlich geartete Genrevertreter. Wer den Film noch nicht kennt und das Genre mag, der kann mit Abstieg in die Finsternis eigentlich nichts falsch machen.


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