Assassins Creed 3

Assassins Creed 3

Publisher: Ubisoft
Entwicklerstudio: Ubisoft
Genre: Action-Adventure
Sub-Genre: Action-Rollenspiel
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 31.10.2012
USK 16

Assassins Creed 3   26.11.2012 von GloansBunny

Ein Sprichwort besagt: Aller guten Dinge sind Drei. Nach langem Warten schickt Ubisoft nun Assassins Creed III ins Rennen, um den Titel "Spiel des Jahres 2012" zu gewinnen. Scharf wie ein Tomahawk oder ausgelatscht wie uralte Indianerschlappen? Die Sofahelden reisen ins Amerika des späten 18. Jahrhunderts ...

 

Sie zählt zu einer der erfolgreichsten Spieleserien weltweit: Mit ihrer komplexen Story, dem ausgefeilten Gameplay und den einprägsamen Charakteren begeistert die Assassins Creed-Saga bis heute Gamer jeglichen Alters. Ubisoft schickte Altair in Teil Eins ins Heilige Land zur Zeit des Dritten Kreuzzuges, ließ Ezio Auditore da Firenze über drei Ableger hinweg die Renaissance in Italien miterleben und lässt die Story um den Animus nun in Assassins Creed III in einen fulminanten Freiheitskampf münden. Neue Charaktere, eine vielschichtige Geschichte und das altbewährte Spielkonzept sind dabei nur die Spitze des sprichwörtlichen Eisberges. Was in der Tiefe des Assassinen-Ozeans verborgen liegt, klärt folgende Review.

 

Die Story: Frontalunterricht und Nachhilfestunde ...

Wir schreiben das 18. Jahrhundert nach Christus. In Nordamerika tobt ein brutaler und erbarmungsloser Bürgerkrieg. Unzählige Menschen lassen ihr Leben im Kampf um Freiheit, Unabhängigkeit und territorialer Macht. Inmitten dieses Chaos erwacht das Halbblut Ratohnhakéton, den viele nur Connor nennen. Der Spross einer Mohawk-Indianerin und eines britischen Kolonialsoldaten hat nur ein Ziel vor Augen: die Verteidigung seines Volkes. Getrieben von unbändigem Gerechtigkeitssinn schließt sich Connor dem geheimen Bund der Assassinen an, dem seit Jahrhunderten mächtige Männer und glorreiche Helden angehören. Mit tödlicher Effizienz, animalischen Instinkten und einer entflammten Seele begibt sich Connor auf einen weitläufigen und steinigen Weg durch den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg.

 

Assassins Creed III ist Geschichtsunterricht auf höchstem Niveau. Längst vergessenes Schulwissen kombiniert mit fiktiven Elementen ergeben eine unglaublich authentische und spannende Story. Historische Geschehnisse wie die Boston Tea Party, die Schlacht von Bunker Hill und der große Brand von New York sowie große Schlüsselfiguren wie George Washington oder Benjamin Franklin kreuzen Connors Werdegang, aber auch die Story um Desmond Miles und Abstergo wird gekonnt weitergesponnen. Ubisoft weckt beim Spieler den innerlichen Drang, altes Wissen wieder aufzufrischen und Recherchen über die amerikanische Revolution einzuholen. Der virtuelle Geschichtsunterricht überzeugt auf ganzer Linie und gewährt tiefe, ungeahnte Einblicke in die Hintergründe einer glaubhaften Volksauflehnung, beginnend in Connors frühester Kindheit. Super!

 

Steuerung und Sound: ein Indianer kennt keinen Schmerz ...

Die Entwickler setzten beim Thema Steuerung auf das altbekannte Konzept. Der Controller wird in vollem Umfang genutzt und fungiert als wahres Assassinen-Werkzeug. Sowohl Basisaktionen als auch ausgefeilte Kampf- und Klettereinlagen gehen dank durchdachtem Tastenkonzept intuitiv von der Hand. Das Alter Ego reagiert zuverlässig auf die zwar noch immer komplexen, aber im Vergleich zu den Vorgängertiteln etwas vereinfacht strukturierteren Befehle. Für konstanten Spielfluss ist also gesorgt, wenngleich Connor auch gelegentlich etwas zu übereifrig seine Umgebung erklimmt. Nichtsdestotrotz darf sich Assassins' Creed III reuelos mit einem geschmeidigen und präzisen Steuerungskonzept rühmen.

Die akustische Untermalung ist ein wahres Festmahl für hungrige Spielerohren. Der grandiose Soundtrack geht spürbar unter die Haut und verdeutlicht, mit welcher Leidenschaft Connors Abenteuer entwickelt wurde. Glasklare Umgebungs- und Aktionsgeräusche harmonieren perfekt mit der zwar nicht lippensynchronen, aber umso enthusiastischeren deutschen Sprachausgabe. Die Konversationen der Indianer wurden von echten amerikanischen Ureinwohnern eingesprochen und tragen enorm zur Gesamtatmosphäre bei. Auch Marktschreier, wilde Tiere und Umwelteffekte sind einwandfrei vertont. Soundanlage aufdrehen und einfach nur genießen!

 

Bildergalerie von Assassins Creed 3 (22 Bilder)

Grafik, Gameplay und Umfang: Nichts ist wahr, alles ist erlaubt ...

Visuell präsentiert sich Assassins Creed III dank der neuen Anvil-Next-Engine überraschend detailliert und hochwertig. Das erfrischend neue Amerika-Setting bietet neben originalgetreuen, lebendigen Siedlungen und Städten wie Boston oder New York auch kilometerweit unberührte Natur und Wasserareale. Scharfe Texturen, grandiose Lichteffekte, dynamischer Tag-Nacht- und Wetterwechsel und eine enorme Weitsicht finden sich ebenso in Connors Abenteuer wie realistische Animationen und eindrucksvolle Zwischensequenzen. Figuren, Kulissen und Umgebungen strotzen nur so vor Details und versprühen gemeinsam mit den Soundeffekten eine geradezu magische Atmosphäre. Schade nur, dass Assassins Creed III trotzdem mit unschönen Grafikproblemen wie Pop-ups, Clipping-Fehlern und Freezing zu kämpfen hat, über die auch die bombastischen Seeschlachten nicht hinwegtäuschen können.


Das Gameplay ist eine Mixtur aus altbekannten Assassins Creed-Elementen und neuen Aufgabenstellungen. Die Hauptkampagne ist wieder in Sequenzen unterteilt und orientiert sich an Connors Werdegang, beginnend bei seinen Vorfahren. Die ersten Sequenzen erlebt man in der Haut von Connors Vater Haytham, erst später darf man den kampfbegabten Halbindianer selbst steuern. Rund 20 Stunden lang folgt man gebannt dem roten Faden der Story, der neben unzähligen Attentatsaufträgen auch geschichtsträchtige, bombastische Schlachten und Sabotagemissionen zu bieten hat. Unabhängig vom Hauptstrang dürfen aber auch unzählige Nebenaufgaben bewältigt werden. Verfolgungsjagden, Tarn- und Infiltrationsabschnitte, Auftragsattentate, unschuldigen Bürgern helfen, Almanachseiten aufspüren, Wildtiere erlegen, Aussichtspunkte erklimmen und vieles mehr. Die Liste der Kleinmissionen abseits der Hauptstory scheint kaum enden zu wollen. Mehr als 10 zusätzliche Stunden kann man allein für Erkundungstouren und Co getrost einplanen.

Die abwechslungsreichen und extrem spannenden Aufgaben fühlen sich unheimlich authentisch und agil an. Flüssig animiert meuchelt und kämpft sich Connor durch intelligente Gegnerscharen, klettert grazil und animalisch durch unberührte Natur oder dirigiert gewaltige Schlachtschiffe durch den Atlantik. Das Kampfsystem wurde vereinfacht und erweckt gerade am Anfang den Eindruck, einen zu übermächtigen Charakter zu spielen. Doch nur mit Übung und dem richtigen Timing gelingt es, gezielte Attacken und Konter auszuführen. Als Belohnung winken grandios inszenierte Finisher und spektakuläre Ingame-Kamerafahrten.

Assassins Creed III bietet tolle Unterhaltung, wunderschöne Kulissen und eine spannende, emotionale Story. Der Schwerpunkt liegt ganz klar auf actionlastigen Kämpfen gegen Mensch und Natur, zeigt ein superstrukturiertes Gameplay und ein eingängiges Kampfsystem. Wildtierangriffe samt schweißtreibenden Quick-Time-Events, meisterhafte Stealth-Missionen und das obligatorische Aufbauen des Wirtschaftssystems der eigenen Siedlung fügen sich dezent in den Missionsstrang ein und lockern den herrlich flüssigen Spielverlauf in der Open World auf.

Die Authentizität, Atmosphäre und Charakterstärke des neuesten Assassinenabenteuers spiegelt sich auch im Multiplayermodus wieder. Sowohl Koop- als auch Nicht-Koop-Matches warten darauf, von bis zu acht Mitspielern online bestritten zu werden. Sieben Spielmodi stehen im Hauptmenü zur Verfügung. Neben klassischen Deathmatches bieten auch Verteidigungsmissionen und Capture-The-Flag-Abwandlungen reichlich Mehrspielerspaß.

Nichts ist wahr, alles ist erlaubt - dieses Credo wird hoffentlich noch viele weitere Jahre die Konsolen dieser Welt beehren!


Das Fazit von: GloansBunny

GloansBunny

Die Assassin´s Creed-Reihe geht endlich weiter. Mit der Thematik des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges im 18. Jahrhundert, einem Halbblut als Hauptcharakter und einem erfrischend neuen Szenario punktet Assassin´s Creed III genau wie erwartet. Gameplay, Atmosphäre und Story - samt einer ordentlichen Portion Geschichtsunterricht - bewegen sich auf höchstem Action-Adventure-Niveau, wenngleich der wendige Connor mit seinen animalischen Instinkten zum Teil etwas zu übermächtig wirkt. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf Action und Kampf, Meucheleien und heimliche Attentate geraten für eingefleischte Fans wohl etwas zu sehr in den Hintergrund. Mit knapp 30 Stunden Gesamtspielzeit (die zahlreichen Nebenmissionen mit einberechnet) und einem feinen Multiplayermodus bietet Ubisoft viel Spielspaß fürs Geld. Abseits des roten Hauptfadens laden Wälder, Flüsse und Täler zum Jagen, Wildern und Erkunden ein - Angriffe von Wildtieren oder andere überraschende Ereignisse nicht ausgeschlossen.

 

Der geniale Soundtrack, die tolle Synchronisation und die gigantische, lebendige offene Welt sind einfach bombastisch. Scharfe Texturen, unzählige Details und extrem realistische Animationen runden den eigentlich hitverdächtigen Gesamteindruck ab. Eigentlich. Denn kaum spielerische Neuerungen, unnötige Grafikpatzer wie mangelnde Lippensynchronität, Clipping-Fehler, Einfrieren des Bildes oder auch hässliche Pop-ups kosten Nerven und diesem wunderbaren Spiel leider eine 9er-Wertung.

 

Nichtsdestotrotz: Mir gefällt Assassin´s Creed III. Das Szenario ist neu, die Story spannend, der Charakter Connor absolut authentisch und klasse animiert. Ich liebe die Serie und ihr Gameplay seit dem ersten Teil und freue mich auf das, was da noch kommen mag, denn: Nichts ist wahr, alles ist erlaubt.


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positiv negativ
  • Tolles Szenario, schöne Kulissen, hoher Detailgrad
  • Bombastischer Soundtrack, grandiose Synchronisation
  • Durchdachte Gegner-KI, viele Haupt- und Nebenmissionen
  • Neue Charaktere, tolle Story
  • Eingängige Steuerung
  • Imposante Seeschlachten, gigantische Open World
  • Pop-Ups, Clippingfehler und Freezing mindern stellenweise den Spielspass
  • Stealthelemente deutlich reduziert
  • Connor spielt sich zum Teil etwas zu übermächtig
  • Schwierigkeitsgrad für Veteranen zu leicht, wenig spielerische Neuerungen





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