Bichunmoo

Bichunmoo

Originaltitel: Bichunmoo
Genre: Action • Fantasy • Kampfsport • Liebe
Regie: Young-jun Kim
Hauptdarsteller: Hyeon-jun Shin • Hee-seon Kim uvm.
Laufzeit: ca. 117 Minuten
Label: Splendidfilm
FSK 16

Bichunmoo   28.04.2010 von Tobi

Im Jahre 2000 überraschte uns Regisseur Ang Lee (Hulk, Brokeback Mountain) mit seinem Film „Tiger and Dragon“. Asiatische Filme sind international nur selten erfolgreich und er schaffte es sogar, bei den Academy Awards vier Oscars zu gewinnen. Im selben Jahr erschien in Korea der Film „Bichunmoo“, der als fulminante Antwort auf „Tiger and Dragon“ beworben wurde. Dieses atemberaubende Martial-Arts-Epos soll ein grandioses Fantasy-Spektakel darstellen. Ob dem wirklich so ist, zeigt der folgende Artikel.

 

Das Land China im 14. Jahrhundert wird von vielen Unruhen überschattet. Auf der einen Seite herrschen die Mongolen in weiten Teilen des Landes und auf der anderen Seite werden Kämpfe zwischen verschiedenen Stammesfürsten ausgetragen. Während dieser Zeit lernt der, bei seinem Onkel aufwachsende Jinha, das Mädchen Sullie kennen, die die Tochter eines sehr mächtigen Mongolenfürsten ist. Beide verlieben sich recht schnell ineinander, doch durch ihre unterschiedlichen Stände hat die Liebe wenig Chancen. Jinha entwickelt sich durch die Hilfe seines Onkels zu einem unbesiegbaren Schwertkämpfer, während Sullie von ihrem Vater nach Korea gebracht wird.

 

Als Jinhas Onkel ermordet wird, erfährt er seine wahre Herkunft. Er ist der einzige Nachkomme einer mächtigen Fürstenfamilie, der nur durch die Ermordung seiner Eltern um seinen Stand betrogen wurde. Voller Wut macht sich Jinha auf nach Korea um seine Geliebte Sullie zu finden. Als sich beide wieder gefunden haben, wollen sie fliehen, doch Sullies Vater verhindert die Flucht. Er erklärt Jinha, dass er seine Eltern ermordet hat und auch ihn ermorden lassen wird. Wie durch ein Wunder überlebt Jinha diesen Anschlag und schwört nun Rache an Sullies Vater. Geblendet von Rachegefühlen sind ihm scheinbar auch Sullie und ihr mittlerweile geborener Sohn egal. Es kommt zu einem unausweichlichen Duell zwischen Jinhas Leuten und den Soldaten des Mongolenfürsten. Wird die Liebe von Jinha und Sullie noch ein Chance bekommen?

 

Der Film „Bichunmoo“ beginnt wirklich grandios mit einer ziemlich coolen Kampfsequenz. Der anschließende Übergang zur Liebesgeschichte funktioniert reibungslos und fesselt den Zuschauer sehr. Das große Problem ist aber, dass hier Rückblenden mit dem aktuellen Geschehen gemischt werden, so dass man schnell verwirrt ist. Zusätzlich sind die Zeitsprünge des aktuellen Geschehens derart schwierig nachzuvollziehen, dass man ab und an einfach den Faden verliert. Das ist wirklich schade, denn die Story hat jede Menge Potential. Die Macher hätten sich nur mehr Zeit zur Verfügung stellen sollen. Der Film läuft zwar fast zwei Stunden, aber es reicht nicht für die gesamte Bandbreite der Story.

 

Das ist aber auch schon der einzige Kritikpunkt, den ich hier habe, denn der Film ist dennoch gut. Die Schauspieler sind super aufgelegt und gehen regelrecht in ihren Rollen auf. Vor allem passen die Akteure des Liebespaares sehr gut zueinander und die Tragik ihrer Geschichte wird dem Zuschauer sehr gut nahe gebracht. Dazu läuft ein derart guter Soundtrack, so dass Gänsehaut vorprogrammiert ist. Obendrauf gibt es noch super choreographierte Kampfszenen, die von Ching Siu-Tung (A Chinese Ghost Story) inszeniert wurden. Als Zuschauer sollte man natürlich ein Faible für „fliegende“ Kämpfer haben, denn sonst wird man nur mit dem Kopf schütteln. Das war bei mir nicht der Fall, denn ich mag diese Art Filme ganz besonders.

 

Der Vergleich mit „Tiger and Dragon“ ist meiner Meinung nach ein wenig hoch gegriffen, denn „Bichunmoo“ kommt auf keinen Fall an dessen Klasse heran. Dennoch weiß er sein Publikum zu unterhalten und muss sich auf keinen Fall verstecken. Fans asiatischer Film kommen hier auf alle Fälle auf ihre Kosten und wer mal wieder eine tragische Liebesgeschichte sehen mag, ist hier genau an der richtigen Adresse.

 

Die Bluray-Veröffentlichung aus dem Hause Splendidfilm ist recht ordentlich geworden. Die Bildqualität wird mit „Remastered“ beworben und ich muss sagen, dass die Qualität im Vergleich zur DVD deutlich verbessert wurde. Es gibt zwar immer noch einige Zwischensequenzen, die verrauscht sind und unecht wirken, aber diese sind eher eine Seltenheit. Die Tonformate liegen in deutscher und koreanischer Sprache in DTS-HD 5.1 vor. Allzu viele Effekte gibt es zwar nicht, aber eine HD-Tonspur ist immer gut. Als Bonus gibt es ein Making-Of, Interviews, Trailer und ein Wendecover. Auch von dieser Seite wird es dem Käufer also an nichts fehlen.


Das Fazit von: Tobi

Tobi

„Bichunmoo“ ist ein wirklich guter Film, der sein Potential leider nicht ganz ausnutzt. Das finde ich persönlich schade, denn hier hätte man mehr draus machen können. Dennoch wurde ich sehr gut unterhalten, denn vor allem der tolle Soundtrack kann wirklich fesseln. Dieser kommt hauptsächlich in den Liebesszenen sehr gut beim Zuschauer an, wodurch keine Langeweile beim Zuschauen entsteht. Gepaart mit sehr guten Kampfszenen und Schauspielern ist „Bichunmoo“ auf jeden Fall einen Blick wert. Ich empfehle jedem den Film einfach mal auszuleihen und sich ein Urteil zu bilden. Ihr werdet es bestimmt nicht bereuen.


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