Blasphemous

Blasphemous

Publisher: Team17 Digital Ltd
Entwicklerstudio: The Game Kitchen
Genre: Action Platformer
Sub-Genre: Pixelart
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 10.09.2019

Blasphemous   30.09.2019 von VanTom

Was soll ein Spieler von einem Spiel erwarten, wenn es übersetzt blasphemisch oder lästerlich heißt? Diese Frage stellt sich beim neuen Titel Blasphemous von The Game Kitchen. Metzger VanTom hat sich den Titel angesehen und geprüft wie lästerlich es tatsächlich zugeht...

 

Nach dem Start des Spiels landet der Spieler schnell in einem übersichtlichen Menü. Hier wird sehr schnell deutlich, dass es sich im ein Pixelart-Spiel handelt. Der Held des Spiels, welcher „Der Reumütige“ genannt wird, blickt dem Spieler aus einer detaillierten Pixelgrafik entgegen. Dabei fällt sofort ins Auge, dass der Held eine eiserne Maske trägt, welche in einem spitzen Helm mündet und von einem Dornenkranz umrundet wird. Dabei ist die Ähnlichkeit zu religiösen Büßern schon sehr augenscheinlich. Unter dem Menüpunkt Pilgerweg kann der Spieler dann auch ein neues Spiel beginnen und wählt dazu einen der drei möglichen Spielstände aus. Danach startet ein Intro, welches ebenfalls sehr pixelig daherkommt. Der Held bekommt sein Schwert, namens Mea Culpa, welches er von einer Statue erhält, die mal eine lebende Frau war. Alles in allem spielen die Wörter Reue, Schuld und Schmerz. Der Spieler erfährt, dass es einen göttlichen Willen gibt, welchen das Mirakel genannt wird und gleichsam fromm und grausam ist. Dies soll fortan unser Gegner sein.

 

Der Spieler bereist das Land Cvstodia und soll diesen Fluch brechen. Dabei kann unser Held nicht wirklich sterben, sondern wird an bestimmten Punkten im Spiel wiedererweckt. Jedenfalls findet sich der stumme halt nach dem Intro auf einem Berg Leichen wieder, welche alle eine Maske tragen. Der Reumütige steht auf und findet sich in einer 2D-Welt wieder. Hat der Spieler in den Optionen die Tipps aktiviert, so werden ihm Hinweisgrafiken zu spielrelevanten Elementen angezeigt. So lernt der Spieler als erstes, dass Gallen-Flaschen verwendet werden können um Lebenskraft wieder aufzufüllen. Davon hat der Spieler zu Beginn nur erst einmal zwei, welche verwendet werden können, wenn der Held kurz vor seinem Ableben steht und ihm etwas Lebensenergie zurückgeben. Später im Spielverlauf lassen sich auch weitere Flaschen füllen und wieder auffüllen. Als nächstes findet der Spieler ein Betpult. Betpulte sind sind so etwas wie Checkpoints innerhalb von Blasphemous. Der Spieler kann hier niederknien. Dabei wird sein Spiel gespeichert und seine Lebensenergie, sowie seine Galle-Flaschen werden wieder aufgefüllt. Der Spieler startet immer vom letzten Betpult, vor dem er gekniet hat. Somit ist es immer die erste Aufgabe in einem neuen Gebiet ein Betpult zu finden. Ansonsten kann beim Ableben ein weiter Weg zurück erforderlich sein. Nach dem Benutzen des Bettpultes erscheinen aber besiegte Gegner erneut. Kurz danach stolpert der Spieler auch über den ersten Bossgegner. Der Wart der Stummen Trauer ist übermenschlich groß und erledigt den unerfahrenen Helden ohne große Probleme. Danach verrät das Spiel dem Spieler mit einem Tipp auch, wie er den Gegner besiegen kann. Nach diesem Hinweis ist der Boss auch schnell erledigt. So hat der Held die Fähigkeit Spurt, welche ihm erlaubt physischen Angriffen auszuweichen. Somit hat der Spieler seine erste Lektion in Frust gelernt, aber auch ein Erfolgserlebnis. Anschließend wird der Sieht gebührend blutig gefeiert. Danach findet der Spieler eine Tür, welche er noch nicht öffnen kann. Dazu wird ein Schlüssel benötigt, welchen der stumme Held erst später finden kann. Somit wird klar, dass es vom Spiel gewünscht und sogar gefordert ist, dass ein Spieler zu früheren Punkten im Spiel zurückkommt. Also heißt es zunächst einmal weiter durch den einzig möglichen Ausgang.

 

Hier trifft der Büßer auf eine weitere Gestalt, welche zumindest nicht direkt angreift. Er stellt sich als Deogracias vor und behauptet, dass er der Zeuge und Chronist der Taten des schmerzvollen Mirakels sei. Dies wäre seine Buße. Er weiß auch direkt zu berichten, dass wir zu Wiege des Leidens müssten. Natürlich kommt man da nicht so einfach hin, sondern muss eine geheiligte und verbotene Tür durchschreiten. Um diese Tür aber durchschreiten zu können, müssen drei Demütigungen ertragen werden. Bei diesen Demütigen handelt es sich um verschiedene Bossgegner, welche von unserem Helden besiegt werden müssen. Um diese zu erreichen muss der stumme Held die gefährlichen Lande durchschreiten und verschiedene Gegner besiegen. Diese Gegner sind dabei sehr fantasievoll in Pixelart gestaltet, haben aber fast alle einen stark religiösen Bezug. So gibt es eine Art schwebende Bischöfe, welche mit einer Lanze nach unten stechen um unseren Helden zu treffen. Da hilft nur gezieltes Hüpfen. Bei den Kämpfen ergibt es durchaus Sinn, die Gegner zu beobachten und sich eine passende Strategie zurecht zu legen. Dies trifft besonders auf die Hauptgegner zu, aber auch die normalen Gegner, welche die Level besiedeln wollen beobachtet und dann effektiv besiegt werden. So hat der Held neben Angriffsmöglichkeiten mit deinem Schwert ebenfalls die Fähigkeit Angriffe von Gegnern zu blocken und einen Vergeltungsschlag auszuführen. Daneben lass sich die Fähigkeiten des Schwerts Mea Culpa an bestimmten Orten im Spiel verbessern. So kann es beispielsweise auch Fernangriffe ausführen. Daneben gibt es verschiedene Elemente im Spiel, welche vom Spieler verwendet werden können oder müssen um im Spiel weiter zu kommen. So gibt es beispielsweise Gebete, welche gefunden werden können und für weitere Angriffe eingesetzt werden können. Ebenso lassen sich Relikte finden. Beispielsweise gibt es ein Relikt, welches es erlaubt, dass bisher unsichtbare Plattformen sichtbar werden und der Spieler somit bisher unerreichbare Bereiche betreten kann. Der Spieler bekommt also viele Möglichkeiten geboten, seinen Helden anzupassen. Dazu muss er diese aber eben auch finden oder kaufen. Es findet sich auch Handelsplätze an denen Items gekauft werden können. Bezahlt wird dies mit Tränen der Abbitte, welche durch das Besiegen von Gegnern und Quests gewonnen werden können. Neben der Lebensenergie gibt es eine weitere Ressource. Diese nennt sich Inbrunst und wird beispielsweise für Gebete und spezielle Kampftechniken gebraucht. Stirbt der Held, so scheitert seine Bupe und er lädt Schuld auf sich. Dies hat dann auch direkt spielrelevante Auswirkungen. Es wird die maximale Inbrunst reduziert. Ebenso der Gewinn an Inbrunst und Tränen wird verringert. Der Spieler hat also ein Interesse daran, dass er möglichst wenig stirbt. Dagegen spricht aber der Schwierigkeitsgrad des Spiels. Blasphemous ist ein schweres, aber meistens auch faires Spiel. Wenn der Spieler stirbt, so hat er meistens etwas falsch gemacht oder war ungeschickt. Hier gilt herauszufinden, was das gewesen ist.

 

Bildergalerie von Blasphemous (13 Bilder)

Blasphemous sieht mit seiner Pixelgrafik sehr schick aus. Die Gegner sind dabei sehr fantasievoll gestaltet. Die Levels sind sehr unterschiedlich und abwechslungsreich aufgebaut. So reisen wir ebenso durch eine vergiftete Kanalisation, wie durch eine eisige Bergwelt. Überall finden sich Gefahren oder Gegner, meistens sogar beides. Neben der Tatsache, dass das Spiel gut aussieht und dabei schwer ist, ist es auch sehr blutig. So kann der Held, wenn er einen Gegner kurzzeitig wehrlos gemacht hat, diesen auf blutige Art exekutieren. Dabei gibt es für die Gegnertypen jeweils unterschiedliche Exekutionen zu bewundern. Das Spiel ist also nichts für schwache Nerven. Auch sollte der Spieler eine gewisse Frusttoleranz mitbringen, denn er wird oft während des Spiels sterben. Dabei ist der Sieg gegen einen Bossgegner dann umso süßer. Der Spielverlauf ist dabei nicht linear, die Levels hingegen schon. Die Gegner erscheinen auch nach einem Bildschirmwechsel wieder. Dies kann ebenfalls zu Frust führen. Ansonsten ist der Spieler aber auch mit der Erforschung der Levels beschäftigt. So kann das Zerschlagen eines Leuchters eine Geheimtür öffnen. Spieler sollten da ihre Augen offenhalten. Das Spiel erzählt eine Geschichte über verdrehte Religion in der Leiden und Buße im Mittelpunkt sehen. Parallelen zu real existierenden Religionen sind rein zufällig und nicht gewollt. Alles in allem macht das Spiel einen sehr guten Eindruck. Wird aber sicher auch nicht jedem gefallen. Spielern die Titel, wie Castlevania oder Dark Souls mögen, sollten mal einen Blick riskieren.


Das Fazit von: VanTom

VanTom

Blasphemous ist ein Metroidvania ähnliches Spiel mit einem hohen aber fairen Schwierigkeitsgrad. Der Spieler wird für Forschungs- und Entdeckungsdrang belohnt. Es gibt viel zu finden, zu entdecken und auszurüsten, so dass das Spiel motivieren kann. Weniger motivierend sind die Gegner, welche immer wieder besiegt werden müssen, aber dadurch zumindest für Tränen der Abbitte sorgen. Natürlich leidet der Wiederspielwert ein wenig, da die Level an sich statisch sind. Das Spiel ist aber herausfordernd und wahrscheinlich auch nicht für jeden Spieler geeignet. Menschen, die diese Art von Spielen mögen, werden von dem Titel aber begeistert sein. Das Spiel ist roh, das Spiel ist brutal und das Spiel macht sau viel Spaß.


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positiv negativ
  • Geniale und abwechslungsreiche Grafik-
  • Pixelart
  • Viele Ausrüstungs- und Anpassungsmöglichkeiten
  • Stellenweise sehr schwer
  • Wenig Hinweise was genau wo zu tun ist
  • Wenig Geschichte...viel Hintergrund





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