Blue Steel

Blue Steel

Originaltitel: Blue Steel
Genre: Thriller
Regie: Kathryn Bigelow
Hauptdarsteller: Jamie Lee Curtis • Ron Silver
Laufzeit: Ca. 102 Minuten
Label: Concorde Home Entertainment
FSK 16

Blue Steel   04.11.2012 von Tobi

Der Beruf des Regisseurs ist immer noch eine Männerdomäne. Das gilt vor allem für das Action- und Thriller-Genre. Eine der wenigen Frauen, die hier kräftig mitmischt, ist Kathryn Bigelow. Sie hat zuletzt mit dem Film Tödliches Kommando – The Hurt Locker auf sich Aufmerksam gemacht. Mit diesem Film hat sie sogar einen Oskar gewonnen und damit den Konkurrenten Avatar besiegt. Für Kathryn war das ein ganz besonderer Triumph, vor allem weil sie mal mit James Cameron verheiratet war. Heute liegt mir einer ihrer älteren Filme zur Rezension vor. Die Rede ist von Blue Steel, der mit Jamie Lee Curtis in der Hauptrolle sehr gut besetzt ist. Dieser Thriller wurde unter anderem von Oliver Stone mitproduziert und feiert nun seine Auferstehung auf der blauen Scheibe ...

 

Megan Turner, gespielt von Jamie Lee Curtis, hat sich schon als Kind gewünscht, Polizistin zu werden. Sehr zum Ärger ihrer Eltern schafft sie alle Prüfungen und wird fortan im Dienst der Stadt New York eingesetzt. Gleich an ihrem ersten Abend wird sie Zeuge eines Überfalls auf einen Supermarkt. Sie versucht die Situation zu schlichten, doch in Notwehr erschießt sie den Kriminellen mit mehreren Schüssen. Dummerweise findet die Spurensicherung am Tatort keine Waffe bei dem Räuber und Megan wird vom Dienst suspendiert. Frustriert lernt sie den Börsenmakler Eugene Hunt kennen und verliebt sich in ihn. Leider merkt sie nicht, dass Eugene ein wahnsinniger Killer ist, der ihr nachstellt. Er hat die Waffe des Räubers am Tatort entwendet und fängt an willkürlich Leute zu ermorden. Auf den Patronen ist der Name von Megan zu finden. Daraufhin stellt die Polizeibehörde Megan wieder in den Dienst ein, um den Wahnsinnigen zu fassen. Ihr zur Seite steht der Beamte Nick Mann. Es beginnt ein Katz- und Maus-Spiel, welches für Megan zu einer echten Tortur wird.

 

Blue Steel ist ein Film, der den Zuschauer von Anfang an bei den Eiern packt und nicht mehr loslässt. Die Inszenierung ist schnörkellos und Jamie Lee Curtis stellt sich als Idealbesetzung raus. Selten sieht man weibliche Helden in einer solchen Rolle und genau das macht hier den Reiz aus. Auf der einen Seite ist sie die starke Polizistin, die ihrer Pflicht nachkommen möchte, aber auf der anderen Seite ist ebenso verletzlich. Ihr gegenüber steht Ron Silver, der den verrückten Eugene spielt. Dieser macht das prinzipiell ganz gut, vor allem, weil er eigentlich ein ganz normaler Bürger ist. Seine Verhalten hat keinerlei Motiv, was ihn für den Zuschauer etwas undurchsichtig macht. Ab und an übertreibt es der gute Ron dann auch mal, aber das verzeihe ich ihm gerne. Clancy Brown, bekannt als Bösewicht aus dem ersten Highlander-Film, ist ebenso ein Gewinn für diesen Film. Sein Charakter Nick Mann zieht die Sympathien des Zuschauers schnell auf seine Seite.

 

Natürlich darf bei einem solchen Film die Action auch nicht zu kurz kommen. Kathryn Bigelow inszeniert vor allem die Schießereien mit einer Kompromisslosigkeit, wie man es lange nicht gesehen hat. Die Einschüsse sind verdammt blutig und in Zeitlupe wirken sie extrem krass. Hier wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Ebenso gut eingefangen sind die dreckigen Straßen von New York, die dem Setting eine gute Grundstimmung verleihen. Allerdings hätte man hier noch einiges mehr rausholen können. Dummerweise geht dem Film zum Ende hin die Luft aus. Der Zuschauer weiß sehr schnell, wer der Bösewicht ist und jede weitere Szene zeigt immer nur, wie sich Megan und Eugene gegenüberstehen und versuchen, sich zu erschießen. Das klappt natürlich nicht gleich beim ersten Mal, sondern erst irgendwann später. Dazwischen gibt es leider nicht viel Erwähnenswertes, was sehr schade ist.

 

Bildergalerie von Blue Steel (6 Bilder)

Die deutsche Blu-ray von Concorde macht eine gute Figur. Das Bild stellt sicherlich keine Referenz dar, doch für das Alter des Filmes sind Schärfe und Farben in Ordnung. In dunklen Szenen rauscht es manchmal zu stark, aber das macht den Look auch etwas dreckiger. Der Ton ist ebenfalls in Ordnung, wobei die Heimkino-Anlage größtenteils Pause hat. Bonusmaterial gibt es außer ein paar Trailern keines, dafür bekommt der Käufer ein Wendecover spendiert.


Das Fazit von: Tobi

Tobi

Blue Steel ist ein Film, der am Ende leider zu viel von seinem Potenzial verschenkt. Als Zuschauer wird man gleich zu Beginn gepackt und bis zur Mitte nicht mehr losgelassen. Als dann aber das Geheimnis um den Killer gelüftet ist, geht dem Streifen die Puste aus. Sicherlich ist es interessant zu sehen, wie Eugene seine Position gegenüber Megan ausnutzt, da sie nicht weiß, dass er der Killer ist, aber das ist hier zu wenig. Die anschließenden Schießereien sind dann zwar ganz nett, aber sie können nicht über den Leerlauf hinwegtäuschen. Dennoch ist Blue Steel ein solider Thriller, der es wert ist, gesehen zu werden. Hier zeichnet sich das Talent von Kathryn Bigelow bereits deutlich ab, was sie dann zwei Jahre später mit dem Film Gefährliche Brandung erneut beweisen konnte. Aktuell dreht sie einen Film über die Ermordung von Osama Bin Laden. Da bin ich wirklich gespannt, was sie hier wieder auf die Leinwand zaubert.


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