Broken 2 - The Cellar Door

Broken 2 - The Cellar Door

Originaltitel: The Cellar Door
Genre: Horror / Thriller
Regie: Matt Zettell
Hauptdarsteller: James DuMont, Michelle Tomlinson
Laufzeit: Ca. 80 Minuten
Label: MIG Filmgroup
FSK 18

Broken 2 - The Cellar Door   04.03.2012 von Beef Supreme

Sofahelden hat mich wieder. Meine Vorbereitungen für den 21. Dezember sind abgeschlossen und die Vorräte angelegt. Jetzt kann ich mich wieder abseits von Weltuntergang und Jüngstem Gericht auf lustige Filmchen konzentrieren. Mein Comeback starte ich mit „Broken 2“, wobei hier der Name etwas irreführend wirkt, hat er doch mit dem ersten Teil (wen’s kümmert: Broken) so viel gemein, wie Justin Bieber mit guter Musik. Eigentlich heißt er ja auch „The Cellar Door“, was auch treffender ist, spielt der Spaß ja hinter einer Kellertür. Mal sehen, ob abseits der Verwirrung noch etwas Erwähnenswertes zu finden ist...


Ein Keller, eine wimmernde Frau, ich nenne sie an dieser Stelle Jennifer. Jennifer schafft es tatsächlich, die massive Pressspantür aufzubrechen, um sich dann Hermann, ihrem Entführer, gegenüber zu zeigen. Es klatscht, sie entkommt so halb und verstaucht sich den Knöchel, zu doof zum Schreien lässt sie Passanten an sich vorbeiziehen. Ich kürze ab, sie stirbt – so’n Pech. Jetzt hat Hermann ein Problem. Nachdem er Jenny eingetütet hat, ist er ganz allein. Macht aber nix, denn Hermann weiß ja, wo man die Bitches klarmacht. Auftritt Rudy und Christa. Das Gespann stolpert also sturzbetrunken die Straße hinab, während sich Hermann akribisch Gedanken macht, wer von den Beiden ihm Gesellschaft leisten darf. Im präzisen Ene-mene-miste-Verfahren fällt die Wahl auf Ruby. Hermann steigt also bei den zwei hübschen WG-lerinnen ein und greift sich Ruby, welche höchst elegant vor der Porzellanschüssel zusammengeklappt ist.


So erwacht also Ruby anstatt in inniger Umarmung mit der Stoffwechselkeramik in einem spärlich ausgeleuchteten Hasenkäfig, der so gut gesichert ist wie die griechischen Finanzen. Hermann steht auch schon da und hält gastfreundlich das Frühstück parat. Ganz der Gentleman zapft er erst mal Rudys Blut ab, manikürt ihre zarten Händchen mit einer Gartenschere und macht damit... irgendwas. Nicht begeistert von dieser Exkursion und dem neuen Holz-Ambiente, will Rudy natürlich weg. Aber so leicht geht das nicht, denn die neuen Fingernägel waren schließlich zu teuer, um sie für eine billige Flucht zu verheizen. Der Spaß kann also beginnen. Wenn man nur wüsste, wo man suchen muss…


Die Einleitung ist nicht ganz richtig. Es gibt Parallelen zwischen Vorgänger und diesem Teil. Die krepierende Frau zu Beginn und ein Kerl, der ohne ersichtlichen Grund Frauen abgreift und irgendwohin verschleppt. Nur teilen sich die beiden Streifen diese Parallelen mit gefühlten vier Millionen anderen Filmen, daher kann ich das nicht gelten lassen. Doch weiter. Der Film steigt quasi recht zügig ins Geschehen ein. Allein die vermurkste Flucht von Jennifer birgt mehr Kameragewackel, als Bear Grylls auf der Flucht vor einer Horde Kannibalen. Nur erkennt man dabei kaum etwas, wo auch das Problem liegt. Danach wird mit aller Gewalt das Tempo herausgenommen, quasi der Schettino’sche Anker geworfen. Bis fast zum Schluss kriecht der Film mit einer Sämigkeit dahin, dass alle Tütennudeln vor Neid erblassen würden. Für sich allein ist das kein Problem, hat man einen spannenden Inhalt zu vermitteln, der auch eine ruhige Filmgestaltung zulässt. Leider ist das hier nicht wirklich der Fall, langweilt einen die herumsitzende Rudy doch ein wenig. Wirkliches Empathie oder Mitfiebern entsteht zu keiner Zeit, da zum einen Rudy kein gutes Opfer abgibt und zum anderen keine wirkliche Bedrohung zu spüren ist. Über weite Strecken habe ich mich gefragt, wo Rudys Problem ist, da sie ja täglich gutes Essen erhält, nicht gefoltert wird, sich nett mit Hermann unterhält, Schoko-Kuchen futtern darf und sogar Märchen vorgelesen bekommt. Das bleibt natürlich nicht bis zum Schluss so, doch kommt der Turn viel zu spät und dann auch nicht mit der gewünschten Knackigkeit.


Auch auf logischer Seite macht der Streifen kaum Boden gut. Hermann lässt Rudy täglich mehrere Stunden allein, in der Zeit macht die gute Frau aber nicht mehr, als einen losen Nagel aus dem Holz zu pulen, anstatt sich an ihrem Holzverschlag zu schaffen zu machen. Dann werden immer mal wieder ein paar pseudo-mystische Traumsequenzen eingestreut, die weder Sinn machen, noch erklärt werden oder eine Auswirkung haben und zudem auch nicht besonders toll aussehen. Schauspielerisch macht Hermann seine Sache jedoch sehr gut. Zu jeder Zeit nimmt man ihm den irren Psychopathen ab. Rudy kann dagegen nicht so sehr glänzen, Stichwort langweiliges Opfer, ist aber auch kein Totalausfall. Weitere Charaktere existieren zwar, sind aber kaum erwähnenswert, da sie verschwindend geringe Screentime haben. Leider bleibt sonst nicht mehr viel auf der Haben-Seite. Mit Effekten wird budgettechnisch sehr gegeizt und wirken auch nicht, wie das Rote vom Gedärm.  Dann wäre da noch Ton, welcher recht dünn ausgefallen ist. Dagegen ist die Syncro dieses Mal nicht zum Davonlaufen, es darf also auch auf Deutsch geschaut werden, wobei ich auch hier auf die Vorteile der englischen Sprachausgabe verweise. Das Bild ist ganz gut, wenn auch mit Abzügen in der B-Note bei dunklen Einstellungen. Die Extras sind MIG-typisch wieder recht mager ausgefallen. Es gibt einen Trailer zum Film und ein paar Interviews und fertig.


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Broken 2 gehört für mich erneut in die Kategorie - kann man sehen - muss man aber nicht. Will man sich die x-te Aufbereitung von „X entführt Y, Eskalation, Blut (optional)“ anschauen, ist er sicher nicht verkehrt. Doch es gibt unzählige und auch bedeutend bessere Genre-Vertreter, was mich zur Frage führt, was an diesem Film besonders ist. Die Antwort ist: Iich weiß es nicht. Es ist unterer Durchschnitt. Weder herausragend gut noch ultimativ schlecht. Broken 2 lässt sich zu viel Zeit und bietet in dem recht lahmen Mittelteil, abgesehen von einer leicht bekleideten Ruby, kaum etwas, um den Zuschauer beim Käfig zu halten. Leider reißt das Ende auch nicht besonders viel, außer man muss unbedingt erfahren, was Hermann wirklich will. Ansonsten, Blutdürstende werden kaum auf ihre Kosten kommen, Dramaturgie-Fans genauso wenig.




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