Charlie Valentine

Charlie Valentine

Originaltitel: Charlie Valentine
Genre: Action • Drama • Thriller
Regie: Jesse V. Johnson
Hauptdarsteller: Raymond J. Barry • Michael Weatherly
Laufzeit: Ca. 96 Minuten
Label: Ascot Elite / Pandastorm
FSK 18

Charlie Valentine   15.03.2011 von Tobi

Regisseur Quentin Tarantino hat es im Jahre 1992 tatsächlich geschafft den Gangsterfilm wieder salonfähig zu machen. Sein Film „Reservoir Dogs“ schlug damals ein wie eine Bombe. B-Movie-Vertreter Jesse V. Johnson, Regisseur von „Hooligans 2“, hat dies im Jahre 2009 ebenfalls versucht. Sein Film „Charlie Valentine“ verspricht Gangster-Action der Oberklasse. Böse Schießereien sollen ebenfalls geboten werden, was den Action-Fans unter uns natürlich sehr gefallen würde…

 

Der Gangster Charlie Valentine (gespielt von Raymond J. Barry) ist in der Unterwelt ein alter Hase. Er hat sich nie etwas zu Schulden kommen lassen und sich immer im richtigen Moment aus dem Staub gemacht, um nicht für eine kriminelle Tat zur Rechenschaft gezogen zu werden. Er hat sehr viel Stil und steht wie jeder Mann auf schöne Frauen. Um sich zur Ruhe zu setzen plant er einen letzten Überfall, der richtig viel Geld bringen soll. Sein Plan geht leider schief und seine gesamte Crew stirbt bei dieser Aktion. Von nun an hat er den Unterwelt-Boss Rocco (gespielt von James Russo) an der Backe. Charlie flüchtet nach Los Angeles und zieht bei seinem Sohn Danny (gespielt von Michael Weatherly) ein, um den er sich nie gekümmert hat. Eigentlich wollte er nicht lange bleiben, doch sein Sohn will alles von ihm lernen, was er weiß. Als die beiden einen gut durchdachten Überfall durchführen haben sie es nun nicht mehr nur mit Rocco zu tun.

 

Die Geschichte von „Charlie Valentine“ ist sicherlich nicht neu, doch beim Lesen der Inhaltsangabe macht sie auf jeden Fall neugierig. Der Film beginnt auch wirklich spannend und führt den Zuschauer sehr schnell in das Geschehen ein. Doch dann gibt es leider einen ziemlichen Durchhänger. Das liegt allerdings mehr an der Inszenierung, als an der Story selbst. Irgendwie bekommt man beim Zuschauen stellenweise das Gefühl, dass es sich hier um ein B-Movie handelt. Manche Szenen wirken derart aufgesetzt und sogar naiv, dass man stellenweise wirklich lachen muss. Dennoch geben alle Schauspieler wirklich ihr bestes. Man nimmt ihnen ihre Rollen sehr gut ab, allerdings schafft man es als Zuschauer nicht immer durchweg Zugang zu den Charakteren zu finden.

 

Dafür entschädigen dann aber wiederum die wirklich toll inszenierten Schießereien. Ich muss wirklich sagen, dass einem hier nicht zu viel versprochen wird. Die Einschüsse sind blutig und jede dieser Baller-Orgien ist richtig böse. Der rote Lebenssaft spritzt hier ordentlich durch die Gegend und an den Wänden verteilt sich immer mal wieder jede Menge Hirnmasse. Doch auch Gegenstände wie z.B. Rasiermesser kommen hier nicht zu kurz. Stellenweise wirkt die Brutalität sehr aufgesetzt, aber immerhin unterhält sie ein wenig. Dazu gibt es einen herrlichen klassischen Soundtrack, der gerade den Klassik-Fans unter uns in den Ohren bleiben dürfte. Auf Grund der klassischen Orientierung des Filmes passt das natürlich sehr gut und unterstreicht die spezielle Note des Filmes.

 

Die Blu-ray-Veröffentlichung von Ascot Elite und Pandastorm Entertainment erscheint in Deutschland in ungekürzter Form. Das ist angesichts der Härte des Filmes keine Selbstverständlichkeit. Die Bildqualität überzeugt leider nicht immer. Prinzipiell ist das Bild sehr gut, aber in dunklen Szenen ist das Rauschen einfach zu extrem. Es gab sogar eine Szene in der Mann die Kreisumrandungen des Kameraobjektives sehen konnte. Der Ton hingegen ist super. Die Dialoge sind klar verständlich und die hinteren Lautsprecher sorgen für ordentlich Adrenalin, wenn die Kugeln nur so um einen rumfliegen. Bonusmaterial gibt es ebenfalls, aber es hält sich hier sehr in Grenzen. Das Wendecover ist natürlich wieder mit an Bord und sorgt für Freude bei uns FSK-Logo-Widersachern.


Das Fazit von: Tobi

Tobi

Meine anfängliche Vorfreude auf „Charlie Valentine“ wurde leider über die Laufzeit hinweg nicht ganz erfüllt. Die Inszenierung ist doch stellenweise zu amateurhaft und aufgesetzt, so dass man den Film nicht immer ganz ernst nimmt. Dazu kommen zwar ziemlich geile Schießereien, die aber allein natürlich nicht ausreichen, um einen guten Film zu machen. Wie bereits erwähnt wirkt die Brutalität aufgesetzt und passt nicht immer ganz in das Geschehen. Dennoch kann ich Fans von Gangster-Filmen definitiv raten hier mal reinzuschauen. Ihr werdet auf keinen Fall enttäuscht sein, aber bitte erwartet auch nicht einen Superknaller. Für einen gemütlichen Abend reicht „Charlie Valentine“ allemal aus und beschert uns endlich mal wieder einen Gangsterfilm. Vielleicht kommt da ja noch ein wenig mehr.


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