Cocaine Cowboys

Cocaine Cowboys

Originaltitel: Cocaine Cowboys / Cocaine Cowboys II
Genre: Dokumentation
Regie: Billy Corben
Label: Ascot Elite
FSK 18

Cocaine Cowboys   01.11.2009 von Tobi

Al Pacino wurde als „Scarface“ zum Kultstar und Don Johnson durch „Miami Vice“ zum Frauenschwarm. Eine Sache haben der Film und die Serie gemeinsam. Beide zeigen das Ausmaß der Drogenkriege in Miami in den 70er und 80er Jahren. Was im Film bzw. in der Serie noch harmlos dargestellt wird, war in jener Zeit Realität. Und wie so oft ist die Realität weitaus extremer. Die Dokumentation „Cocaine Cowboys“ zeigt, wie es sich in dieser Zeit wirklich zugetragen hat und stellt alle bekannten Drahtzieher und Beteiligte vor. Das mir vorliegende Boxset beinhaltet beide Teile dieser Reihe, welche im folgenden Bericht bewertet werden.

 

Cocaine Cowboys Teil 1:

Der erste Teil der Reihe zeigt die Anfänge der Drogenkriege von Miami aus den 70er und 80er Jahren. Ein kolumbianisches Drogenkartell und kubanische Dealer liefern sich einen erbitterten Krieg um die Vorherschaft im bekannten Sonnenparadies. Fidel Castro schiebt unerwünschte und kriminelle Leute aus Kuba einfach nach Amerika ab und diese landen auf Grund der geographischen Lage in Miami. Der Höhepunkt des „Krieges“ geschah im Juli 1979 als zwei Lateinamerikaner öffentlich in einem Einkaufszentrum erschossen wurden. Diese Hinrichtung ging von den sogenannten Cocaine Cowboys aus. Die Dokumentation zeigt einige der wichtigsten Personen im Interview, welche zu dieser Zeit im Drogengeschäft tätig waren. Wer glaubt, dass die Wirtschaft selbst die geniale Skyline von Miami erbaut hat, der irrt. Denn auch die Geldwäsche funktionierte tadellos und Polizei und Regierung greifen viel zu spät in das Geschehen ein.

 

Cocaine Cowboys Teil 2:

Teil 2 der Cocaine-Cowboys-Reihe zeigt „Die Patin“ Griselda Blanco im Portrait. Die als „Godmother“ betitelte kolumbianische Großdealerin hatte den größten Einfluss auf die Kokaingeschäfte in Miami. Sie schmuggelte in ihrer Karriere ca. 300 Tonnen Kokain in die USA und gab ca. 250 Morde in Auftrage. Eigenes dafür hatte sie einen Spezialisten, der genau diese Aufträge ohne zu zögern ausführte. Als sie 1985 verhaftet wurde erfährt ein Dealer namens Charles Cosby von ihr. Dieser ist so fasziniert von ihr, dass er Kontakt zu ihr aufnimmt und sich in sie verliebt. Im Zuge dessen kommt ihm die Idee billigeres Kokain, auch bekannt als Crack, in Oakland zu verkaufen. Nun steigt er zum Großdealer auf und die nächste „Seuche“ sucht die USA heim.

 

Regisseur Billy Corben inszenierte hier zwei Dokumentationen, die spannender nicht sein können. Selten hat mich ein Thema so gefesselt, wie dieses. Filme wie „Scarface“ zählen zu meinen absoluten Lieblingsfilmen, doch wenn man mal die Realität sieht verblasst die Darstellungen dieses Films. Die Wahrheit ist weitaus schlimmer und es ist erschreckend zu sehen mit welcher Leichtigkeit die Beteiligten zu dieser Zeit ihren Drogenhandel aufbauen konnten. Da hat der amerikanische Staat auf ganzer Linie versagt und viel zu spät in das Geschehen eingegriffen.

 

Beide Dokumentationen wirken überhaupt nicht wie Dokumentationen. Auf Grund der extremen Spannung wirken sie eher wie richtige Spielfilme. Der Soundtrack ist klasse, die Darstellung überzeugt und es fehlt einem hier wirklich an nichts. Alles wirkt sehr glaubwürdig und überhaupt nicht gestellt, was den Gesamteindruck noch einmal verbessert. Von Langeweile kann hier überhaupt keine Rede sein, denn das Gezeigte fesselt jeden, auch wenn man kein Amerikaner ist. Ich bin absolut begeistert und werde beide Dokumentationen auf jeden Fall weiterempfehlen.

 

Kommen wir nun zur Veröffentlichung von Ascot Elite. Beide Dokus sind einzeln oder in einer Box erhältlich, wobei ich jedem das Boxset empfehle, um die Serie komplett zu besitzen. Das Bild geht für eine Doku absolut in Ordnung und auch der Ton ist klasse. Es liegen jeweils eine deutsche und eine englische Dolby Digital 5.1 Tonspur vor. Typischerweise wurde das Gesprochene bei der deutschen Tonspur über das englisch gesprochene drüber synchronisiert, was aber sehr gut gelungen ist. Wahlweise können auch deutsche Untertitel hinzu geschaltet werden. Bonusmaterialien wie gekürzte Szenen, Trailer und Aufnahmen vom Dreh sind auch vorhanden. Alles in allem ist Ascot Elite hier wirklich eine sehr gute Veröffentlichung gelungen und der Preis geht auch in Ordnung.


Das Fazit von: Tobi

Tobi

Was soll ich jetzt noch groß sagen außer KAUFEN!!! Diese Dokumentationen sind ihr Geld wirklich wert und sollten von jedem gesehen werden. Man kommt aus dem Staunen gar nicht mehr raus, denn was zu dieser Zeit in den USA abging ist wirklich hammerhart. Und Serien wie „Miami Vice“ wirken dagegen wie ein Kindergeburtstag. Wer wirklich mal wieder etwas anderes sehen will kann hier bedenkenlos zugreifen. Daumen hoch!


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