Colossal

Colossal

Originaltitel: Colossal
Genre: Drama • Action
Regie: Nacho Vigalondo
Hauptdarsteller: Anne Hathaway
Laufzeit: DVD (109 Min) • BD (109 Min)
Label: Universum Film
FSK 12

Colossal   30.11.2017 von Born2bewild

Wenn der Name des Regisseurs Lust auf Käsedipp und Sourcream macht und auf der Verpackung Lobeshymnen abgedruckt sind, sollte man misstrauisch werden. Ob das Misstrauen bei Nacho Vigalondos Film mit Anne Hathaway in der Hauptrolle gerechtfertigt war und ob sich die Blu-ray auch mit Käse überbacken lies, erfahrt Ihr in unserem Review…

 

Vor fünfundzwanzig Jahren tauchte in Seoul ein Monster auf, das aber nur ein paar Passanten erschreckte und dann wieder verschwand. Heute lebt die unter Arbeitslosigkeit und einem Alkoholproblem leidende Gloria (Anne Hathaway) gemeinsam mit ihrem Freund Tim (Dan Stevens) in New York. Da Tim wenig Hoffnung in einer Besserung ihrer Partyexzesse sieht, schmeißt er sie raus. Daraufhin kehrt Gloria in ihre Heimat, ein Provinzkaff, zurück. Dort wird sie vor allem von ihrem Schulfreund Oscar (Jason Sudeikis) mit offenen Armen empfangen. Wenig später taucht in Seoul wieder das Monster auf, was vor fünfundzwanzig Jahren noch für einen Hoax gehalten wurde und verwüstet die Stadt. Es dauert nicht lange bis der schlauen Gloria ein Zusammenhang zwischen ihr, einem Spielplatz und dem Monster auffällt. Doch ihre Freude über die Kontrolle des Monsters und die Möglichkeit, Seoul zu schützen, bleibt nur von kurzer Dauer. Ihr sogenannter Schulfreund hat auch besondere Fähigkeiten, stellt sich aber als Psychopath heraus, der sie nicht wieder gehen lassen möchte...

 

Wird es Gloria gelingen, Seoul zu retten? Wird sie sich aus den Klauen des völlig verrückten Oscar‘ befreien können?

 

Wirft man einen Blick auf den Trailer und die Filmbeschreibung, sollte man meinen, dass im Zentrum des Films das Monster, das von Gloria „gesteuert“ wird, steht. Daraus könnten sich dann, wie auch im Trailer angekündigt, einige lustige Situationen ergeben. Doch wer das erwartet, wird bitter enttäuscht werden. Die Auflösung über Glorias Gabe kommt sehr schnell im Film und das Monster gerät immer mehr in den Hintergrund. Denn während Gloria sich ihrer Verantwortung bewusst ist, nutzt Oscar seine Macht dazu aus, sie bei sich und von anderen Männern fern zu halten. Das Ganze wirkte ein wenig so, als hätte man versucht eine Komödie und die Handlung einer Criminal Minds Folge miteinander zu verbinden. Was als Komödie begann mündet in einem „Schlag die Hathaway“-Drama, bei dem man (verständlicherweise) die auf dem Cover als so lustig angekündigte Darstellerin in einer sehr ernsten Rolle sieht. Im Endeffekt sind alle lustigen Szenen des Films im Trailer enthalten. Positiv zu erwähnen sind vor allem diese Szenen sowie generell die der Monster in Seoul, wobei man  hier die eine oder andere Zerstörungsszene nur akustisch dargestellt hat. Unlogisch ist auf alle Fälle, dass zwar Glorias Monster am Anfang durch das Militär angegriffen wird, später aber von derartigen Angriffen gar nichts mehr zu sehen ist. Außerdem ist es sehr verwunderlich, dass Seouls Straßen knalle voll sind, wenn die Monster jeden Tag zur gleichen Zeit am gleichen Ort auftauchen…

 

Bildergalerie von Colossal (8 Bilder)

Besser als die Handlung ist der technische Aspekt der Blu-ray, die neben einer hervorragenden Bildschärfe mit einem ausgezeichneten Kontrast aufwartet. Wer von der seltsamen Handlung unter einer verflüssigten Gehirnmasse leidet, die zu den Ohren heraustropft, hat zumindest die Hoffnung, dass sie durch den sehr guten DTS-HD Master Sound wieder zurückgedrückt wird. Gerade in den Zerstörungsszenen darf man sich zumindest auf eine Entspannungsmassage durch den Bass des Subwoofers freuen. Wer vom Film nach knapp zwei Stunden noch nicht genug hatte, der kann sich noch die etwa zwanzigminütige Featurette ansehen, die ein paar Blicke hinter die Kulissen erlaubt.


Das Fazit von: Born2bewild

Born2bewild

Alex:

Wie eingangs erwähnt war ich, nachdem ich die Blu-ray in der Hand hielt, schon ein wenig misstrauisch, denn eine alte Redakteursweisheit besagt, desto mehr Lobhymnen auf dem Cover, desto schlechter der Film. Ich habe aber trotzdem versucht möglichst neutral heranzugehen. Vielleicht lag es an meiner Erwartungshaltung eine Art Monster-Godzilla-Komödie/Satire zu sehen, die mich enttäuscht hat. Vielleicht lag es auch am Trailer oder der Filmbeschreibung. Doch finde ich, dass der Film mit der Geschichte um das ferngelenkte Monster so viele Möglichkeiten bietet, die leider zu 99% ungenutzt blieben. Der Start ist gut, doch dann dreht der Film völlig ins Abstruse und wirkt dadurch nicht lustig, sondern einfach nur seltsam und zusammengewürfelt. Ich möchte aber nicht ausschließen, dass mir der tiefere Sinn des Films, der sein könnte „Frauen schlägt man nicht“, vorenthalten blieb. Für mich ist der Film eine Themaverfehlung und erhält dank des Einstiegs gerade einmal 3/10 Punkte.


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