Der Club der toten Dichter

Der Club der toten Dichter

Originaltitel: Dead Poets‘ Society
Genre: Drama
Regie: Peter Weir
Hauptdarsteller: Robin Williams • Robert Sean Leonard
Laufzeit: Ca. 129 Minuten
Label: Disney
FSK 12

Der Club der toten Dichter   29.08.2012 von Tobi

In einer Zeit, in der viele Filme nur des Geldes wegen in Massen produziert werden, bleibt die Qualität leider sehr oft auf der Strecke. Ich selbst habe das in den letzten Wochen wieder gemerkt, da viele rezensierte Filme nicht gerade prickelnd waren. Umso erfreuter war ich, als mir der Film Der Club der toten Dichter auf Blu-ray zugestellt wurde. Dieser Meilenstein des Kinos ist nun endlich in HD verfügbar, was Filmfans auf der ganzen Welt freuen wird. Wer den Film noch nicht kennt, bekommt bei uns nun einen sehr guten Einblick darin ...

 

Die Story spielt im Jahr 1959. Die Welton Academy im US-Bundesstaat Vermont ist für ihre sehr gute Ausbildung bekannt. In dieser Zeit dürfen nur Jungen an dieses Internat. Meistens werden diese von ihren Eltern dorthin geschickt, damit sie später mal Anwälte oder Ärzte werden. So landen auch der introvertierte Todd (gespielt von Ethan Hawke) und der beliebte Neil (gespielt von Robert Sean Leonard) auf diesem Internat. Todd steht im Schatten seines großen Bruders, der einer der besten Absolventen der Schule war. Neil hingegen wird von seinem strengen Vater immer wieder unter Druck gesetzt. Beide teilen sich ein Zimmer und freunden sich sehr schnell an. Neu in diesem Schuljahr ist der Englischlehrer John Keating (gespielt von Robin Williams), der ebenfalls an dieser Schule in den Unterricht ging. Er hat neue Lehrmethoden im Kopf und lebt diese zusammen mit seinen Schülern aus.

 

Mit unkonventionellen Methoden versucht er das freie Denken seiner Schüler zu aktivieren. Dafür nutzt er den Leitspruch „Carpe Diem“, mit dem sich die meisten Schüler schnell identifizieren. Keating hält nichts von den „alten Regeln“ und nutzt besonders die Poesie für seine Zwecke. In einem alten Jahrbuch erfahren die Schüler, dass Keating früher im „Club der toten Dichter“ mitgewirkt hat. Mitglieder dieses Clubs trafen sich regelmäßig und haben sich gegenseitig Gedichte und andere poetische Werke vorgelesen oder vorgetragen. Die Schüler beschließen den Club wieder aufleben zu lassen, wodurch ihr Streben nach eigenen Entscheidungen noch mehr vorangetrieben wird. Schnell entdeckt jedes Mitglied seine wahre Leidenschaft, doch den Eltern und den obersten Lehrkräften der Schule gefällt das Ganze gar nicht. Jede Aktion hat nun ihre Konsequenz.

 

Selten schreibe ich meine Inhaltsangaben derart lang, aber dieses Mal ging es einfach nicht anders. Die Geschichte von Der Club der toten Dichter sollte schon korrekt beschrieben werden, da sie wirklich großartig ist. Natürlich ist es heutzutage schwer, Themen wie Poesie in einem Film zu akzeptieren, da dies nicht gerade beliebt ist. Dennoch funktioniert das Gezeigte wunderbar, denn es stehen vor allem die Ängste der Schüler im Vordergrund. Wer von Euch kennt das nicht, wenn die Eltern und die Lehrkräfte den Druck damit erhöhen, wenn sie Euch fragen, was später mal aus Euch werden soll. Meistens hat man als Schüler noch gar keine Ahnung, was mal auf einen zukommt. Genauso geht es den Schülern in diesem Film. Der Lehrer John Keating aber schafft es durch seine Methoden die wahre Berufung einiger Schüler zu aktivieren. Und wirklich alle Schauspieler glänzen dabei in ihren Rollen.

 

Besonders hervorzuheben ist hier Ethan Hawke, der den introvertierten Todd wirklich genial verkörpert. Man hat die ganze Zeit Mitleid mit dem armen Kerl und würde ihm am liebsten helfen. Das geht wirklich ans Herz und man findet sehr schnell Zugang zu ihm. Natürlich ist der Film auch ein wenig einseitig dargestellt, denn die Eltern und die Lehrkräfte werden für meine Begriffe zu extrem negativ gezeigt. Allerdings muss das hier auch so sein, da diese Tatsache die Geschichte ins richtige Licht rückt. Dafür werden in dem Film auf jegliche Klischees verzichtet. Untermalen wird alles von einer sehr eindringlichen Musik, die in den richtigen Momenten für pure Gänsehaut sorgt. Ihr merkt sicherlich, dass es hier wenig zu meckern gibt, daher schauen wir mal auf die technischen Details.

 

Bildergalerie von Der Club der toten Dichter (9 Bilder)

Die Bildqualität ist im Vergleich zur DVD deutlich besser, allerdings nicht auf einem sehr guten HD-Niveau. Dafür wirkt es ein wenig zu verwaschen und die Schärfe kommt auch nicht so recht zur Geltung. Ähnlich verhält es sich beim Ton. Während die englische Originaltonspur sauber und klar daher kommt, präsentiert sich das deutsche Pendant einfach zu leise. Die Dialoge sind stellenweise nur schwer hörbar aus dem Center zu vernehmen, während die Umgebungsgeräusche und die Musik viel lauter sind. Die Abstimmung stimmt hier einfach nicht. Daher empfehle ich die englische Tonspur. Das Bonusmaterial hingegen ist toll, denn man sieht einen Rückblick der Macher und Schauspieler auf diesen Film, was wirklich interessant ist.


Das Fazit von: Tobi

Tobi

Der Club der toten Dichter ist ein Film, den jeder mal gesehen haben muss. Vor allem die letzte Szene wird jedem von Euch im Kopf hängen bleiben und einige werden sicherlich auch mal eine Träne vergießen. Die Ängste und Sorgen von Schülern werden hier sehr behutsam dargestellt und ich denke, dass sich die heutigen Schüler darin wiederfinden werden. Die einzigen Mankos sind die stereotypischen Lehrkräfte und die kleinen technischen Mängel, was zu einer Abwertung führt. Schaut Euch den Film an und überlegt Euch ihn zu kaufen. Wer bereits die DVD hat, muss selbst wissen, ob sich das Upgrade lohnt. Für mich ist Der Club der toten Dichter ein kleines Meisterwerk, was auch heute nichts von seiner Wirkung verloren hat. Daumen hoch dafür.


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