Der Fluch des Drachen (Fantastical)

Der Fluch des Drachen (Fantastical)

Genre: Fantastical
Autor: Markus Heitz

Der Fluch des Drachen (Fantastical)   15.01.2018 von Born2bewild

Es trug sich zu, dass sich unsere tapferen Recken Born2beWild bei tiefstem Schneegestöber in das nahegelegene, bajuwarische Augsburg begab, um dort das Fantastical zu Der Fluch des Drachen zu erleben. Bereits in der Vergangenheit durfte Lady Josi schon ein Interview mit dem ehrenwerten Castus Rabensang von den Königen der Spielleute, Corvus Caorax, zu diesem Spektakel führen. Ob den beiden zum Jubeln zu Mute war oder ob sie lieber das Weite gesucht haben, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen…

 

Die Handlung von Der Fluch des Drachen entspricht im Wesentlichen dem Hörspiel, über das wir bereits berichteten. Die Kernfrage bei unserer Anreise war, wie dieses Stück zur Bühne gebracht wird und wie genau der Begriff Fantastical zu verstehen ist. Wir interpretierten es vorerst als ein Musical im Fantasy-Setting, doch damit lagen wir daneben. Als der Schauspieler und Sprecher Johannes Steck sich auf die Bühne begab, waren wir uns auf Grund der perfekten Erzählung der Geschichte erst einmal gar nicht sicher, ob das Stück überhaupt live ist. Doch diese Befürchtung, die Erzählerstimme könne vom Band kommen, wurde schnell durch ein paar Pannen niedergeschlagen. Anfangs gab es einige Rückkopplungen, dann schlief offensichtlich der Beleuchter, der den Spot bediente, und eins der Mikrofone fiel aus. Doch dank des professionellen Johannes Steck wirkten diese Startschwierigkeiten sympathisch und sorgten eher für die Unterhaltung des Publikums als für Ärger. Aber auch im weiteren Verlauf der Geschichte gab es sehr viel Situationskomik, die zum Teil gespielt zum Teil aber auch improvisiert wirkte. Zumeist ging es vom Erzähler aus, der sich in gewissen Passagen ans Publikum wandte und so das Ganze auflockerte.

 

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Fotos von Bernd Sonntag (c)

 

Ein weiteres Kernelement sind natürlich die Musikstücke, die allesamt live interpretiert wurden. Negativ aufgefallen ist hier leider die Akustik. Gerade bei den Frauenstimmen, insbesondere die von Ji-In Cho klangen zwar melodisch gut, waren aber vom Text her größtenteils unverständlich und wirkten übersteuert. Zur Pause hin hat anscheinend jemand dem Tontechniker einen Hinweis gegeben und so wurde es in der zweiten Hälfte etwas besser, wobei immer noch etwas mit der Justierung des Mikrofons von Ji-In Cho nicht zu stimmen schien. Insgesamt konnten aber die negativen Aspekte der Live-Aufführung des  Fantasticals weder die Begeisterung des Publikums, noch unsere schmälern. Alle Mitwirkenden machten einen sehr professionellen Eindruck und waren sich auch nicht zu schade über sich selbst zu lachen. Zusammenfassend können wir sagen, dass es sich hierbei definitiv nicht um ein Musical handelt, sondern um eine mit vielen komödiantischen Elementen durchzogene Erzählung, die unterstützt wird von der Musik und dem Gesang von Corvus Corax sowie vielen Gästen. Wir hätten uns nur gewünscht, dass die Darsteller der Charaktere ein wenig mehr Bühnenpräsenz und eigene Dialoge haben. Wobei… vielleicht war auch gerade die Interpretation vom „Meister der Stimmen“ Johannes Steck hier das Besondere.


Das Fazit von: Born2bewild

Born2bewild

Alex:

Zu Beginn war ich mir nicht sicher, ob mir das „Live“-Fantastical gefallen würde. Eine Doppelbelegung einiger Plätze sorgte schon einmal für die ersten Verwirrungen bei uns und auch anderen Besuchern. Doch das Hallenpersonal wies uns schnell neue Plätze zu. Der Bühnenaufbau wirkte eher wie zu einem Konzert mit ein paar wenigen Requisiten im Vordergrund. Dann kam Corvus Corax und Johannes Steck, der begann zu erzählen und ein paar Sekunden brauchte, um warm zu werden, ebenso wie auch der Tontechniker. Gleich zu Beginn dann ein paar Pannen, die für die ersten Lacher sorgten und von Johannes Steck und auch den Spielleuten und Sängern gut überspielt wurden. Spätestens bei den ersten Abweichungen der eigentlich ernsten Handlung war für die meisten Zuschauer kein Halten mehr und es versprach ein sehr lustiger Abend zu werden. Zurückblickend denke ich, hätte man einfach nur den Inhalt des Fantasticals wiedergegeben, wäre es vermutlich nicht so unterhaltsam und erfolgreich gewesen. So bietet es eine gekonnte Mischung aus der Geschichte und einer Menge Selbstironie und Humor. In Anbetracht dessen, dass es sich hierbei um die vierte Aufführung des Fantasticals handelt und ich sonst hervorragend unterhalten wurde, fallen bei meiner Bewertung die technischen Pannen nicht so schwer ins Gewicht und ich komme auf 9/10 Punkte. Ich würde mir sogar überlegen, mir das Ganze noch ein weiteres Mal anzusehen, sollte es noch einen Termin hier in der Nähe, vielleicht sogar vor der Kulisse in Kaltenberg, geben. Bedanken möchte ich mich noch abschließend bei Kahé PR & Dialog und dem Veranstalter, der Musicstarter GmbH & Co. KG, die es uns überhaupt ermöglicht haben, dabei zu sein. Leider war ein abschließendes Interview zeitlich nicht mehr möglich, vielleicht aber schaffen wir es ja so noch einmal im jungen Jahr 2018 mit den „Königen der Spielleute“ zu einem rückblickenden Interview nach der Tour.

 

Josi:

Ich kann mich Alex in allen Punkten nur anschließen. Es wurde sehr viele gute, wenn auch bekannte Gags eingebaut und wenn mich jemand fragt, ob ich es empfehlen kann, würde ich mit voller Überzeugung antworten: „Auf jeden Fall schnell noch Karten kaufen für ein Fantastical in deiner Nähe!“. Nein? Doch! Ohhh.


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