Der Mann aus dem Eis

Der Mann aus dem Eis

Genre: Abenteuer • Drama
Regie: Felix Randau
Hauptdarsteller: Jürgen Vogel • Susanne Wuest
Label: Ascot Elite
FSK 12

Der Mann aus dem Eis   17.05.2018 von MarS

Es war im Jahr 1991, als zwei Wanderer in den Ötztaler Alpen eine Gletschermumie entdeckten. Es stellte sich heraus, dass der Mann bereits seit der Jungsteinzeit hier liegen muss, und weitere Untersuchungen ergaben, dass er vermutlich ermordet wurde. Noch immer ranken sich zahlreiche Mythen um "Ötzi", der nun mit Der Mann aus dem Eis seine eigene, fiktive Geschichte erhalten hat...

 

Inhalt

 

Die Jungsteinzeit vor 5.300 Jahren. An einem Bach in den Ötztaler Alpen lebt Kelab mit seiner Sippe und führt ein friedliches Leben. Er ist das Oberhaupt und im Besitz eines heiligen Schreins, der für Glück und göttliches Wohlwollen steht. Nachdem er eines Tages von der Jagd zurückkehrt, findet Kelab sein Dorf zerstört und seine gesamte Sippe ermordet vor, und auch der Schrein wurde gestohlen. Getrieben von Schmerz und Wut nimmt er die Verfolgung auf, um seine Familie zu rächen und sich den heiligen Schrein wieder zurückzuholen...

 

Es ist schon ein gewagtes Unterfangen, einen Film in einer Sprache zu produzieren, die längst in Vergessenheit geraten ist. Noch problematischer wird es, wenn im Gegensatz zu Mel Gibsons Apocalypto oder auch Die Passion Christi dabei gänzlich darauf verzichtet wird, das gesprochene Wort durch Untertitel zu übersetzen, sondern man sich komplett auf die Umsetzung durch die Darsteller sowie das Zusammenspiel von Score und visueller Aufmachung verlässt. Im Fall von Der Mann aus dem Eis kann man jedoch nur sagen, dass sich dieses Wagnis mehr als bezahlt gemacht hat, denn durch diesen mutigen Schritt wird die ohnehin schon hohe Authentizität des Films noch deutlich intensiver gesteigert, ohne dabei das Verständnis der Geschichte in Mitleidenschaft zu ziehen. Hier sprechen tatsächlich die Bilder, Mimik und Gestik mehr als tausend Worte und so weiß die fiktive Geschichte um das Schicksal der geheimnisvollen Gletschermumie "Ötzi" vom ersten Moment an zu fesseln. Die Handlung selbst präsentiert sich als Mix aus Survivalabenteuer und Rachethriller, wobei auch eine moralische Komponente über Gewalt und Gegengewalt stets mitschwingt und jede einzelne getroffene Entscheidung zu einer Konsequenz für das eigene Leben führt. Dabei sorgen beeindruckende Landschaftsaufnahmen an Originalschauplätzen noch zusätzlich für ein intensives Gefühl im stetigen Kampf der damaligen Menschen gegen die Naturgewalten. Jürgen Vogel liefert in Der Mann aus dem Eis eine hervorragende Leistung ab, denn auch ohne Verständnis der Sprache fiebert man durchwegs mit der Hauptfigur mit und stellt sich dementsprechend die gleichen Fragen, die auch ihn im Film bewegen. Grundlegende Emotionen und Instinkte des Menschen sind hier die treibenden Kräfte, und diese sind eben nicht nur zeitlos, sondern dank spektakulärer Inszenierung auch extrem unterhaltsam.

 

Äußerst fragwürdig ist meiner Meinung nach die Freigabe ab 12 Jahren, denn einige Szenen sind extrem brutal und zeigen Aufnahmen, die eine Freigabe ab 16 Jahren locker gerechtfertigt hätten. Auch wenn sich diese stimmig in den Kontext miteinfügen, so könnten sie doch das jüngere Publikum, aber auch ältere Menschen mit zarten Gemütern, durchaus verstören.

 

Bildergalerie von Der Mann aus dem Eis (8 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Die Blu-ray liefert eine sehr gute Schärfe und hohen Detailreichtum. Die Farbgebung ist natürlich und das Kontrastverhältnis ausgewogen. Filmkorn und Bildrauschen sind nicht vorhanden, der Schwarzwert ist sauber eingestellt. Kleinere Unschärfen im Randbereich sowie gelegentliche Fokussierungsunschärfen fallen kaum bis gar nicht auf. Die Tonspur bietet eine dynamische und kräftige Abmischung sowie klare Signalortung. Die umliegenden Boxenbereiche werden gezielt zur Verstärkung der Atmosphäre sowie fein dosierte Effekte genutzt. Der Soundtrack verteilt sich stimmig auf die gesamte Surroundanlage. 


Das Fazit von: MarS

MarS

Der Mann aus dem Eis liefert nicht nur eine sehr unterhaltsame und vor allem authentische Hintergrundgeschichte zu der mysteriösen Gletschermumie aus den Ötztaler Alpen, sondern beweist gleichzeitig auch mit seiner ungewöhnlichen Inszenierung, dass Mut sich eben doch manchmal auszahlt. Das Rezept geht auf, und dank einem hervorragend agierenden Jürgen Vogel, aber auch den atemberaubenden Kulissen, bietet der Film letztendlich einen fesselnden Rachethriller vor historischem Hintergrund, der jedoch nichts für zarte Gemüter ist. 


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