Detektiv Conan: Der tickende Wolkenkratzer

Detektiv Conan: Der tickende Wolkenkratzer

Originaltitel: Meitantei Conan: Tokei Jikake no Matenrou
Genre: Anime • Krimi
Regie: Kenji Kodama
Laufzeit: BD (100 Min)
Label: Kazé Anime Studio
FSK 12

Detektiv Conan: Der tickende Wolkenkratzer   27.04.2018 von LorD Avenger

Ein Bombenleger fordert Schülerdetektiv Conans wahre Identität Shinichi heraus und schickt ihm Hinweise unter Zeitdruck, mit denen er die Chance haben soll, die Stadt und ihre Bewohner zu retten...

 

Der tickende Wolkenkratzer ist der erste Detektiv Conan-Film und erzielte ein Einspielergebnis von umgerechnet annähernd anderthalb Millionen US-Dollar in japanischen Kinos. Die Handlung erstreckt sich über 94 Minuten und ist zwischen Folge 55 und 56 des Animes angesetzt.

 

Alter Vs. Neuer Conan

 

Durch die Neuauflagen der Conan-Filme komme nun auch ich endlich in den Genuss der Leinwandpremiere des kleinen Detektivs. Obgleich ich gut auf die sehr ausschweifende Entstehungsgeschichte zu Beginn mitsamt der Erklärung seiner sämtlichen Hilfsmittel hätte verzichten können, macht es den Film immerhin auch für Serien-Neulinge verständlich und im Anschluss können sie, genauso wie die eingesessenen Fans, gespannt ins explosive Abenteuer starten. Und das ist es in diesem Fall buchstäblich. Wie bereits in Der 11. Stürmer hat Conan es mit einem Bombenleger zu tun, der aber rechtzeitig Hinweise fallen lässt, um das Unheil noch abzuwenden. Anders als der 16. Film in der Chronologie gefällt mir Nummer 1 erheblich besser, ist alles doch noch nicht so abgehoben. Conan brettert mit seinem elektrischen Skateboard nicht bis aufs Dach eines Stadions und hat auch noch ein begrenztes Arsenal von Technik-Spielzeug. Spätere Episoden des kleinen Anime-Helden haben dasselbe Problem wie die letzten James Bond-Filme mit Pierce Brosnan: Zu viel, zu weit hergeholte Technik, die man eher auslacht als ernst nimmt. Der Conan der 90er ist noch sehr bodenständig und entsprechend wirkt der ganze Film wie eine lange Episode der Serie anstelle eines eigenständigen, bildgewaltigen Elements.

 

Weniger ist mehr

 

Was besonders die Verbundenheit zur Serienvorlage unterstreicht, ist meiner Meinung nach die Sorgfalt bei den Charakteren. Keiner der Protagonisten kommt zu kurz, niemand wirkt so als wäre er nur Beiwerk, der einen Zweck zu erfüllen hat und danach in der Versenkung verschwindet. Man nimmt sich ebenso viel Zeit für die Charakterentwicklung wie für den ausgesprochen spannenden Fall, der Conan in einer Schnitzeljagd durch die Stadt jagt. Gleichzeitig drückt er nicht auf die Effekthascherei-Tube und fährt erst zum wirklichen Finale mit schwereren, aber immer noch im Rahmen bleibenden Geschützen auf, die durch eine sehr emotionale Episode zwischen Conan und Ran zusätzliches Gewicht erhält und nicht so flach daherkommt wie z.B. ein stumpfes Explosionsfeuerwerk.

 

Bildergalerie von Detektiv Conan: Der tickende Wolkenkratzer (7 Bilder)

Details der Bluray

 

Zeichenstil und Animation sind merklich auf Leinwand-Niveau, trotz ihres rund 20-jährigen Alters. Probleme, die die Serie zur selben Zeit hat, treten nicht auf und dabei meine ich nicht nur das Bildformat. Man hat wirklich mit sehr viel Liebe zum Detail an diesem Film gearbeitet und außer einem nicht existenten Lichtschalter, den Conan trotzdem drückt und einigen wenigen Szenen, in denen das Bild merkwürdig unscharf wird, habe ich qualitativ nichts auszusetzen. Auch das umfangreiche Booklet ist ein tolles Gimmick und wartet mit Artworks, Charakterzeichnungen und diversen Hintergrundinformationen auf, die jeden Fan interessieren dürften.

 

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Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

Der tickende Wolkenkratzer ist ein spannender, bodenständiger Fall, der der Serie würdig ist und sich nicht so drastisch von dieser abhebt wie die neueren Filme. Der Fokus liegt noch auf Inhalt und Charakteren anstelle von übermäßiger Action und übertriebener Bildgewalt. Während der Bombenleger mit letztlich durchaus kreativem Motiv Conan durch die ganze Stadt hetzt und ihn sogar ins Krankenhaus befördert, merkt man vom Ausmaß her wirklich erst im großen Finale, dass man sich gerade einen Kinofilm ansieht. Der Film hat gehörig Spannung, genau die richtige Portion Action, viel Gefühl und macht rundum nahezu alles richtig - ein verdammt guter Leinwandauftakt und sicher kein schlechter Film, um mit einer Detektiv Conan-Sammlung zu beginnen.


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