Die Kämpferin

Die Kämpferin

Originaltitel: Mary and Martha
Genre: Drama
Regie: Phillip Noyce
Hauptdarsteller: Hilary Swank • Brenda Blethyn
Laufzeit: DVD (86 Min) • BD (90 Min)
Label: Koch Media Home Entertainment
FSK 12

Die Kämpferin   09.06.2015 von MarS

Filme mit eher unbequemen Thematiken gehen oftmals unbemerkt in der Filmlandschaft unter, und so ist es nicht verwunderlich, dass Die Kämpferin ebenfalls am 29.05.2015 still und heimlich lediglich Direct-to-DVD erschienen ist, denn dieser beschäftigt sich mit Malaria. Da hilft wohl auch keine hochkarätige Besetzung. Warum man sich den Film dennoch auf keinen Fall entgehen lassen sollte hat sich MarS einmal genauer angeschaut ...

 

George (Lux-Haney Jardine) wird in der Schule gemobbt. Deswegen fasst seine Mutter, die wohlhabende Hausfrau Mary (Hilyary Swank) den Entschluss, ihn aus der Schule zu nehmen und selbst zu unterrichten. Sie entscheidet sich für einen Auslandsaufenthalt in Südafrika, um ihre Zeit ganz alleine ihrem Sohn widmen zu können. Was anfangs wie ein Abenteuer aussieht wird schnell zum tragischen Ereignis, als George sich mit Malaria infiziert und stirbt. Bald darauf trifft Mary auf Martha (Brenda Blethyn), die ihren Sohn Ben ebenfalls an die Malaria verloren hat. Zusammen nehmen sie den Kampf gegen die Krankheit auf, stoßen aber schon bald auf die ersten Grenzen ...

 

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sterben jährlich über 1 Millionen Menschen an Malaria, etwa die Hälfte davon Kinder unter 5 Jahren. Über 90% der erkrankten Personen leben auf dem afrikanischen Kontinent. Übertragen wird die Krankheit durch Stechmücken, weswegen die Prophylaxe durch das Tragen langer Kleidung und den nächtlichen Schutz durch Moskitonetze die beste Prävention darstellen. Einen Impfstoff gibt es nicht, hauptsächlich weil  für Pharmaunternehmen daraus keinen wirtschaftlichen Nutzen ziehen würden - passend dazu sagte Norbert Blüm 2003 der Süddeutschen Zeitung: "Die Pharmaindustrie gibt weltweit doppelt so viel Forschungsmittel im Kampf gegen Haarausfall und Erektionsschwächen aus wie gegen Malaria, Geldfieber und Bilharziose. Das ist marktwirtschaftlich konsequent, denn die Kunden mit Erektionsschwäche und Haarausfall haben in der Regel mehr Kaufkraft als die Malaria- und Gelbfieberkranken."

 

Wie man merkt hat der Film bei mir einige Recherchen ausgelöst, und genau das ist denke ich auch das Ziel von Die Kämpferin - der Zuschauer soll sich der Thematik Malaria bewusst werden und sich mit dem Thema beschäftigen, vielleicht sogar selbst aktiv werden. Um dieses Ziel zu erreichen macht der Film dabei alles richtig. Die Schauspieler sind hervorragend besetzt, vor allem Hilary Swank und Brenda Blethyn ergänzen sich hier fabelhaft und harmonieren perfekt in ihrem Zusammenspiel als vom Schicksal vereinte, tragisch verbundene Frauen - hier macht der Originaltitel "Mary and Martha" deutlich mehr Sinn als der deutsche Titel.

 

Auch die Inszenierung selbst ist optimal, denn hier wird weder zu sehr auf die Tränendrüse gedrückt, noch diverse Szenen unnötig in die Länge gezogen. Die Geschichte ist kurz, knapp und linear und liefert dabei genau so viel Informationen und Ereignisse, um den Zuschauer wach zu rütteln und zu erreichen. Immer wieder gibt es Schlüsselszenen, die einen extrem emotional treffen und ihre Nachwirkungen auch noch nach dem Film hinterlassen.

 

Das Geschehen bleibt dabei immer nachvollziehbar und realistisch, auch werden keine staatlichen Institutionen oder Einzelpersonen besonders heldenhaft gezeichnet - eine sehr gute Wahl, denn die Malaria ist allgegenwärtig und wird wohl noch lange ein Thema sein, so lange sich in den Köpfen der Pharmaunternehmen und Regierungen nichts ändert.

 

Bildergalerie von Die Kämpferin (10 Bilder)

Die Bildqualität von Die Kämpferin ist hervorragend und bietet dem Zuschauer neben sauberer Schärfe und ordentlichem Detailreichtum auch eine sehr natürliche Farbgebung. Kontrast und Schwarzwert liefern ebenfalls sehr gute Werte und machen das Bild rundum gelungen. Der Ton spielt sich Genrebedingt meist im Frontbereich ab, auch Soundtrack und Score können nur selten Akzente im Surroundbereich setzen, was für diese Art von Film aber auch gar nicht nötig ist. Dialoge sind jederzeit verständlich und klar.


Das Fazit von: MarS

MarS

 

Die Kämpferin ist ein Drama, dass mich emotional sehr getroffen und bewegt hat, nicht zuletzt auch weil die Krankheit Malaria meist Kinder betrifft und ich selbst zwei kleine Töchter habe. Dabei setzt der Film mehr auf Information, beziehungsweise das Ziel, den Zuschauer zum Nachdenken anzuregen und auf das Thema aufmerksam zu machen, als darauf extrem auf die Tränendrüse zu drücken - was hier dennoch nicht ausbleibt. Für mich ist Die Kämpferin ein großartiger, wichtiger Film, der eindeutig viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.


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