Die Legenden von Andor

Die Legenden von Andor

Genre: Brettspiel
Autor: Michael Menzel
Spieleverlag: Kosmos
Empfohlenes Alter: 10+
Spieldauer: 60 - 90 Minuten
Anzahl Spieler: 2 - 4 (6 mit Erweiterung)

Die Legenden von Andor   18.10.2016 von Born2bewild

Das Land Andor ist in Gefahr: Feinde rücken aus den Wäldern und dem Gebirge auf die Burg des Königs zu. Nur eine kleine Heldengruppe stellt sich ihnen entgegen. Können sie die Burg verteidigen und gemeinsam gewinnen? Doch das war nicht das einzige Abenteuer, welches auf die Spieler wartet. So gilt es ebenso die Hexe zu finden und den König zu den Schildzwergen zu eskortieren. Auch in den Minen regt sich ein alter Feind, und dann müssen die Helden auch noch gegen den wieder erwachten uralten Drachen antreten. Gemeinsam sind sie zwar stark, aber werden sie all diese Herausforderungen bestehen?

 

Ausgezeichnet mit dem Preis zum Kennerspiel des Jahres 2013 hat das Spiel das Interesse von vielen Leuten geweckt. Aber was macht es so interessant und besonders? Dazu haben wir uns das Basisspiel angeschaut für das es mittlerweile ein paar Erweiterungen gibt.

 

Das Spielbrett, das Material und die Vorbereitung

 

Beim Öffnen der Schachtel fällt einem als erstes die schiere Menge an Spielmaterial auf. Unzählige Würfel in verschiedensten Farben, neben diversen Helden und Horden an bösen Kreaturen die aus ihren gestanzten Bögen befreit werden wollen. Der beidseitig bedruckte Spielplan ist schön gemacht, verliert aber dadurch, dass alle begehbaren Felder eine Nummer haben, leicht an Übersichtlichkeit. Positiv fallen hier auch die Spielercharakterpläne auf, welche beidseitig bedruckt sind, um zwischen weiblichen und männlichen Charakteren zu unterscheiden.

 

Der passionierte Rollenspieler kommt hier auf seine Kosten, da das Spielmaterial stark dem klassischen RPG nachempfunden ist. So findet man neben dem obligatorischen Drachen und einem Turm auch einige Ausrüstungsgegenstände die von den Helden im Laufe des Spiels erworben werden können.

 

Nachdem man das Spielmaterial ausgepackt und sortiert hat, benötigt das Aufbauen eines neuen Spiels ein paar Minuten und variiert, abhängig davon, welche „Legende“ man spielt. Die Legenden stellen das Abenteuer dar, dass die Helden bestreiten müssen. Im Basisspiel befinden sich bereits einige Legenden die nacheinander gespielt, auch eine durchgehende Geschichte bilden, wenn man sie der Reihenfolge nach spielt. Jede Legende besteht aus einem Satz von Karten, welche die Geschichte erzählen. Diese werden in einer festen Reihenfolge verdeckt hingelegt und im Verlauf des Spiels nach und nach aufgedeckt.

 

Die Anleitung

 

Auf den ersten Blick fällt die Anleitung erstaunlich kurz aus, was daran liegt, dass um den Spielern den Ablauf zu erklären, die erste Legende ein Einführungsabenteuer bietet. Dieses kann aber auch übersprungen werden wenn man genügend Spieler dabei hat die das Spiel schon kennen. Für neue Spieler ist dies aber durchaus sinnvoll, da hier nacheinander alles Schritt für Schritt erklärt wird. Für die erste Legende gibt es sogar spezielle Marker, welche auf dem Spielplan ausgelegt werden und kurze Texte enthalten, was das Betreten der Felder bedeutet und was dort gemacht werden kann.

 

Das Spielziel

 

Ziel des Spiels ist es die Legende erfolgreich zu bestehen. Wer glaubt, dass dies einfach ist, wird schnell eines Besseren belehrt, da sich die zu erfüllenden Aufgaben während des Abenteuers durchaus ändern können. So wird die einfache Suche nach Kräutern, welche den König heilen sollen, schnell zu einem Krieg, bei dem eine gegnerische Festung gestürmt werden muss. 

 

Es gibt aber auch feste Kriterien, wann das Spiel verloren ist. In Andor bewegen sich immer Gegner auf die Burg zu und betreten diese. Je nach Spieleranzahl darf nur eine bestimmte Menge an Kreaturen die Burg betreten, bevor das Spiel verloren ist. Es endet auch, wenn der Erzähler das letzte Feld auf seiner Leiste erreicht. Haben die Helden bis dahin alle Aufgaben erfolgreich erledigt, so gewinnen sie, andern falls nicht!

 

Der Spielablauf

 

Eine Spielrunde wird bei den Legenden von Andor wird als Tag bezeichnet. Dieser unterteilt sich in mehrere Stunden, wobei die ersten sieben Stunden des Tages regulär sind und die Stunden acht bis zehn Überstunden darstellen. Diese müssen dann von den Helden mit ihren kostbaren Willenspunkten bezahlt werden. Helden verfügen über drei Aktionen:

 

  • Laufen – Der Held opfert je eine Stunde pro Feld, welche er auf der Karte zurücklegt. Beendet der Spieler die Aktion kann er abhängig vom Feld noch Sonderaktion durchführen, wie zum Beispiel der Kauf von Ausrüstungsgegenständen beim Händler oder dem Aufdecken von Artefakten, welche auf der Karte liegen.

 

  • Kämpfen – Für je eine Stunde kann der Held einen Kampf mit einem Gegner auf dem gleichen Feld beginnen, oder aber auch auf dem benachbarten Feld, wenn es sich um einen Fernkämpfer handelt. Befindet sich ein weiterer Spieler in Kampfdistanz, so darf dieser auch dem Kampf beitreten und unterstützen, muss aber auch eine Stunde dafür opfern.

 

  • Prinz bewegen – In späteren Abenteuern dürfen Spieler einen Prinzen unter Aufwendung von Stunden bewegen, welcher die Helden mit Boni im Kampf unterstützt.

 

Bildergalerie von Die Legenden von Andor (10 Bilder)

Kämpfe laufen nach einem sehr einfachen Prinzip ab. Es würfeln die Spieler ihre Würfel, wobei der höchste Würfel zählt. Um das gesamte Ergebnis zu bekommen, addieren sie die Stärke ihre Helden dazu und machen das gleiche für den Gegner. Der Kampfteilnehmer mit weniger Punkten bekommt die Differenz als Schaden.

 

Es wird immer im Uhrzeigersinn vom Startspieler aus gespielt und jeder Spieler kann dann reihum eine Aktion ausführen, welche ihn dann Stunden kosten. Passt ein Spieler für einen Zug, so wird ihm dafür ebenso eine Stunde berechnet. So kann es sich durchaus lohnen, einen Weg nicht mit einem Zug komplett zurückzulegen, sondern ihn auf mehrere Züge aufzuteilen. Dies geht reihum bis ein Spieler keine Stunden mehr hat und/oder sich entschließt, den Tag zu beenden. Entscheidet sich ein Spieler dazu, wird sein Spielerstein auf der Stundenzählleiste auf das Anfangsfeld gesetzt. Wer zuerst seinen Tag beendet, ist am nächsten Tag Startspieler.

 

Parallel hierzu gibt es den Erzähler, der dafür sorgt, dass die Legende weiter läuft. Hierzu werden auf der Erzählerleiste Markierungen platziert, die anzeigen, wann die nächste Legendenkarte aufgedeckt wird und die Geschichte somit weiterläuft. Der Erzähler wird durch verschiedene Aktionen weiterbewegt. So bewegt er sich zum Beispiel weiter, wenn ein neuer Tag anbricht oder ein Gegner besiegt wird. Letzteres sorgt dafür, dass man nicht wahllos alle Gegner auf dem Spielplan niederstreckt, sondern sich teilweise gezielt überlegen muss, welche Gegner tatsächlich besiegt werden sollten, um nicht das vorzeitige Ende des Spiels einzuläuten.


Das Fazit von: Born2bewild

Born2bewild

Alex:

Die Legenden von Andor. Seit etwa zwei Jahren habe ich mir vorgenommen dieses Spiel mal genauer anzusehen und dank dem baldigem Release des dritten Teils und der freundlichen Unterstützung des Kosmos-Verlages ist dies nun auch möglich. Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle. Für mich ist Die Legenden von Andor nahezu perfekt. Der Einstieg gelingt über die Losspielanleitung und die Erweiterung der Regeln Legende für Legende sehr einfach. Das Gesamtkonzept passt einfach und überfordert nicht mit einem Sammelsurium aus Regeln. Die Legenden sind allesamt sehr fordernd, aber nicht unfair oder unmöglich. Jedoch sollte man mit mehr als zwei Spielern spielen, da es dann doch sehr knackig wird, man sich nicht so gut aufteilen kann und somit der Weg der Erzählerfigur etwas kurz ist. Ich würde bei zwei Spielern empfehlen, dass jeder zwei Helden spielt, dann passt der Schwierigkeitsgrad etwas besser. Alles in allem kann ich von dem Spiel nicht genug bekommen. Ich bin sowieso ein Fan kooperativer Spiele und wir haben fast jeden freien Abend für Andor genutzt. Der einzige Kritikpunkt ist für mich das alles aus Pappe besteht. Ich hätte mir zumindest für die Helden und eventuell auch für die Gegner eher Kunststofffiguren gewünscht. Da bin ich vielleicht etwas verwöhnt vom vergleichsweise teureren Zombicide. Alles in allem komme ich somit auf eine Schlusswertung von 8-9 Punkten und einer klaren Empfehlung für Abenteurer und Fans kooperativer Spiele.

 

Josi:

Ich finde das Spiel einfach nur gut. Es gibt für mich nur ein Manko: die Verpackung, die nur aus kleinen Tütchen besteht. Das hätte man besser lösen können. Es ist total einfach anzufangen, nur mit dem Aufhören hatten wir dann doch unsere Schwierigkeiten. Drei Abende in Folge drei Legenden gespielt. Ein Muss für Spielesammlungen.


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Das Fazit von: bot

bot

Die Legenden von Andor stellt ein schönes RPG in Brettspielform dar. Das Prinzip der Abenteuer in Form von Legenden ist nett, stellt aber auch das größte Manko dar. Schwierige Legenden besteht man beim ersten Mal in der Regel nicht, da unvorhergesehene Ereignisse eintreten, die bei nachfolgenden Spielen bekannt sind und nicht mehr für Panik und Stress sorgen. Zum Glück gibt es aber viele Legenden die sowohl frei im Internet verfügbar sind, als auch als Erweiterungen im Geschäft gekauft werden können. Die Charaktere bieten mehr oder weniger klassische Verteilungen, so gibt es Helden die sich besser eigenen um andere Spieler zu unterstützen, oder aber Teile einer Legende alleine zu bestreiten. Generell sind die Supportrollen, streckenweise recht langweilig zu spielen. Trotzdem bietet das Spiel etwas ganz anderes, im Vergleich zur Masse an Worker Placement Spielen, welche sich aktuell noch immer großer Beliebtheit erfreuen.


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