Die Tore der Welt

Die Tore der Welt

Genre: Aufbau • Strategie
Autor: Michael Rieneck, Stefan Stadler
Spieleverlag: Kosmos
Empfohlenes Alter: 12
Spieldauer: 90
Anzahl Spieler: 2-4

Die Tore der Welt   18.07.2015 von Born2bewild

Nach dem Bestsellerroman und einer Verfilmung, gibt es zu Tore der Welt nun auch ein Brettspiel. Wir haben es für Euch getestet.

 

Das Material und die Vorbereitung

 

Wie man es von Kosmos gewohnt ist, ist die Verpackung sehr stabil. Die Spielmaterialien sind standardmäßig vorgestanzt, sodass man die einzelnen Plättchen, Häuser und Rohstoffe nur noch leicht herausdrücken muss. Sie waren sogar extra mit zwei dicken Papierstreifen zusammengebunden. Das Spielbrett ist auf entsprechend dickem und stabilem Karton gedruckt und die Spieloberfläche hat viele kleine Details wie zum Beispiel Pferde und Menschen.

 

Nachdem also die Spielmaterialien aus ihrer Verpackung befreit wurden, kann man mit dem Grundaufbau des Spiels beginnen. Hierzu werden die vier Kapitelkartenstapel jeweils gemischt, aus jedem Kapitel sechs Karten gezogen und in einer Reihe neben das Spielbrett gelegt. Der Rest wandert ungesehen in die Verpackung zurück. Zwischen dem zweiten und dritten Kapitel legt man den Turm und die Pestplättchen, da beides erst später ins Spiel kommt. Auf dem Spielbrett werden Baumaterialien (Stein und Holz), das Bauvorhaben Brücke, sowie die Rohstoffe Getreide und die Symbolplättchen für Frömmigkeit auf ihre dafür vorgesehenen Plätze gelegt. Außerdem werden alle restlichen Sammelgegenstände (Loyalität, Wolle, Tuch, medizinisches Wissen) sowie die übrigen Bauvorhaben neben das Spielbrett gelegt. Der Gunststein wird auf das erste „Geächtete“ Feld gestellt. Es ist das dritte Feld in der Reihe.

 

Jeder Spieler wählt eine Farbe aus (gelb, rot, blau, grün) und erhält in dieser Farbe eine Sichtblende, einenSiegpunktstein, zwölf Aktionskarten, vier Häuser, zwei Spendensiegel und eine Übersichtskarte zu den drohenden Strafen. Aus den Aktionskarten werden jene mit einem Stern herausgesucht. Diese bilden das Startdeck für das erste Kapitel. Die sechs übrigen kommen in den folgenden Runden zum Einsatz. Die Spielsteine starten auf der Siegpunkteleiste am Spielfeldrand bei Acht. Es beginnt der Spieler mit dem Startspielerwappen.

 

Die Anleitung

 

Die Anleitung ist im Kosmos üblichen quadratischen Format und umfasst insgesamt 8 Seiten. Davon kann man aber zweieinhalb Seiten abziehen, da sie die Vorgeschichte, Werbung zum Spiel Andor und genauere Erläuterungen zu Ereigniskarten enthalten. Insgesamt ist die Anleitung zwar aufgrund des insgesamt recht komplexen Spiels recht umfangreich, aber trotzdem recht gut verständlich. Zur Erläuterung sind viele Passagen noch bebildert. Wichtig ist hier, dass man die Anleitung erst einmal komplett liest, man wird am Anfang zwar nicht alles direkt verstehen, aber das gibt sich dann recht schnell im Spielverlauf und im Zweifelsfall kann man beim Spielen nochmal nachgucken.

 

Das Spielziel

 

Das Ziel des Spiels ist es die meisten Siegpunkte als die Gegner zu sammeln. Man hat dafür vier Kapitel á sechs Runden Zeit.

 

Der Spielverlauf

 

Der Startspieler der Runde zieht eine Ereigniskarte. Auf dieser befindet sich in der Mitte ein Text, der vorgelesen wird. Das dort beschriebene Ereignis wird ausgeführt und gilt für alle Spieler. Dann wird die Ereigniskarte wohlbedacht auf das Feld der Ratsversammlung gelegt. In den Ecken der Ereigniskarte sind Rohstoffe/Gegenstände abgebildet, die jeweils derjenige erhält, auf den sie zeigen. Deshalb sollte jeder an einer Seite des Tisches sitzen. Außerdem befindet sich an einer der vier Seiten ein kleiner Pfeil. Dieser gibt beim legen auf das Ereignisfeld die Anzahl der Schritte auf dem Gunstbogen vor. Das Feld, auf dem der Gunststein landet gilt nur für ihn und kann positive als auch negative Effekte haben (Rohstoffe/Gegenstände gewinnen, Gold verlieren). Handelt es sich um eine blaue Ereigniskarte, so wird diese am Ende der Runde auf eine freie Position am oberen Rand des Spielfeldes offen abgelegt (zwei kleine blaue Ecken mit „1“ und „2“ beschriftet) und gilt für das gesamte Kapitel weiter.

 

Sobald alle drei Schritte für die Ereigniskarte erledigt wurden, geht es beim Startspieler der Runde mit den auf seiner Hand befindlichen Aktionskarten los. Im ersten Kapitel ist die Auswahl übersichtlich und alle Karten kommen zum Einsatz (siehe Vorbereitung). Ab dem zweiten Kapitel muss der Spieler für jede gespielte Aktionskarte auch eine Karte verdeckt daneben ablegen. Es ist also etwas mehr Intuition und Spielgeschick gefragt. Die Aktion (zum Beispiel „Rohstoffe erhalten“ oder „Häuser bauen“) betrifft immer nur den auslegenden Spieler und wird von ihm direkt durchgeführt. Dies machen nun alle Spieler im Uhrzeigersinn einmal, und der Startbutton wird ebenfalls im Uhrzeigersinn an den nächsten Spieler weitergegeben. Es beginnt wieder mit einer Ereigniskarte und Reihum mit den Aktionskarten.

 

Ab Kapitel Drei kann an dem Gebäude „Turm“ mitgebaut werden. Dieser wurde in der Vorbereitung ja schon aufgestellt und kommt nicht erst durch eine Ereigniskarte ins Spiel. Ebenfalls ab Kapitel Drei breitet sich die Pest im Dorf aus. Dazu werden alle Plättchen verdeckt auf die Häuser verteilt. Mit jeder Aktionskarte wird auch ein Haus bestimmt, in dem die Pest ausbricht. Das Pestplättchen darauf wird umgedreht und die Zahl darauf bestimmt wieviel medizinisches Wissen man vorweisen muss, um diese Person zu heilen. Dazu zeigt man seinen Mitspielern nur die benötigte Anzahl. Es ist möglich auch mehrere Häuser zu heilen und so auch mehrere Belohnungen zu kassieren. Die Belohnung ist auf oder neben dem Haus abgebildet. Kapitel Vier verläuft identisch wie Kapitel Drei.

 

Die zwölf Aktionskarten im Überblick:

 

  • Getreide erhalten
  • Frömmigkeit aus der Kathedrale erhalten
  • Baumaterial (Stein oder Holz) erhalten
  • Wolle zu Tuch verarbeiten
  • Wolle oder Tuch für Gold verkaufen
  • Bis zu zwei Baumaterialien in ein Bauvorhaben einbringen (drei Siegpunkte je Baumaterial)
  • Für ein Bauvorhaben spenden (ein Spendenchip wird auf das Bauvorhaben gelegt)
  • Ein Haus bauen (mit Gold und dem entsprechenden Baumaterial bezahlten und unten links auf dem Spielbrett positionieren), diese bleiben bis zum Ende stehen
  • Hausertrag einholen (dazu muss man ein Haus natürlich gebaut haben vorher)
  • Pestkranke heilen und die Belohnung einheimsen
  • Ein Feld mit dem Gunststein vorrücken und ausführen
  • Die letzte Aktionskarte nochmal spielen (Privileg)

 

Bildergalerie von Die Tore der Welt (8 Bilder)

Lieferumfang

 

  • 1 Spielbrett
  • 7 Gebäudeplättchen (Bauvorhaben)
  • 4x 12 Aktionskarten
  • 4x 11 Ereigniskarten
  • Rohstoffplättchen und –figuren

Das Fazit von: Born2bewild

Born2bewild

Anfangs waren wir noch recht skeptisch was das Spiel angeht. Es gibt sehr viele Regeln, die es zu beachten gilt. So versteht man erst einmal nur Bahnhof. Sobald man jedoch mit dem Spielen beginnt, werden die einzelnen Regeln klarer. Während die ersten Runden noch etwas zäh sind, wird der Spielfluss mit der Zeit immer besser. Dann entfaltet das Spiel auch sein ganzes Potenzial. Es gibt viele Spiele, die sehr aufwändig und komplex sind und erst nach der Hürde der vielen Regeln und einer gewissen Spielpraxis für viele unterhaltsame Stunden sorgen. Die Tore der Welt gehört auch dazu. Es reiht sich als Aufbau-Spiel neben Siedler von Catan ein und macht uns sogar noch mehr Spaß, denn es bietet auch sehr viel Abwechslung, da von den jeweils 11 Ereignissen immer nur 6 im Spiel sind und so jede Runde, beziehungsweise jedes Kapitel anders abläuft. Durch die blauen Ereigniskarten ist es dann häufig der Fall, dass man seine Taktik noch einmal ändern muss, da man vielleicht doch nicht den erhofften Ertrag seiner Häuser erhält oder Stoffe nur zum halben Preis verkaufen darf. Fast jedes Mal, wenn wir gespielt haben, war es spannend bis zum Schluss, von den Siegpunkten her waren wir häufig dicht beieinander und die Entscheidung ist meistens erst durch das Zählen der verdeckten Rohstoffe und des Goldes gefallen. Wir empfehlen es Brettspielfans auf jeden Fall weiter und freuen uns auf die nächste Runde!


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