Die Tribute von Panem

Die Tribute von Panem

Genre: Brettspiel
Autor: Christopher Guild, Bryan Kinsella, Andrew Parks
Spieleverlag: Kosmos
Empfohlenes Alter: 10+
Spieldauer: Ca. 30 Minuten
Anzahl Spieler: 2 - 4

Die Tribute von Panem   16.04.2014 von Panikmike

Fans von Büchern und Filmen werfen immer ein Auge auf Dinge, die zusätzlich zum selben Thema erscheinen. In unserem Fall haben wir uns neben den Filmen auch mal das Brettspiel zu Tribute von Panem angesehen und hoffen, dass es genau so wie der Leinwandstoff und die Bücher überzeugen kann. Mike hat sich in Distrikt 12 begeben, um gegen seine Mitspieler zu kämpfen und den Hungerspielen zu entgehen …

 

Das Spielbrett, das Material und die Vorbereitung

 

Das Material ist wie bei fast allen Brettspielen von Kosmos absolut passabel. Das Spielbrett ist ausgeklappt 48x48 Zentimeter groß und aus dickem Karton. Die vier Spielfiguren sind ebenso Karton, doch leider zeigen sie dieselbe Figur. Die bis zu vier Spieler müssen also alle mit verschiedenfarbigen Katniss Everdeens spielen und das ist eigentlich echt arm, so hätte die Buch- und Filmvorlage genügend Charaktere  ausgespuckt. Von den neun Vorteilskarten sind acht auf der Rückseite mit Szenen beziehungsweise Charakteren aus dem Film bedruckt und auf der Vorderseite ist das Logo zu sehen. Die 55 Überlebenskarten wurden noch schlichter gestaltet und zeigen einen von vier Gütern mit einer einfachen Zeichnung. Alles in allem ist das Spielmaterial viel zu einfach gestaltet worden und passt zur Genialität des Films und der Bücher überhaupt nicht.

 

Die Vorbereitung des Spiels geht innerhalb von ein paar Minuten. Jeder Spieler nimmt sich eine Spielfigur (welch große Auswahl), den Spielerchip seiner Farbe, eine zufällige Vorteilskarte und eine gewisse Anzahl an Überlebenskarten (abhängig von der Anzahl an Mitspieler). Je nach Spieleranzahl muss das Spielbrett noch verändert werden: bei weniger Spieler werden Abdeckplättchen auf manche Felder gelegt, um Spielfelder zu sperren. Zum Schluss bekommt der jüngste Spieler noch das Startspielerzeichen, der Rundenanzeiger wird auf Runde 1 gesetzt und es werden die Überlebenskarten auf die davor gesehenen Felder gelegt. Die Spiele können beginnen …

 

Die Anleitung

 

Die Anleitung ist wie bei den meisten Spielen von Kosmos knapp und informativ geschrieben. Es bleiben nach den acht Seiten keine Fragen offen. Dennoch muss sie aufmerksam gelesen werden, denn je nach Spieleranzahl variieren die Regeln. Wie oben schon beschrieben, müssen bei weniger Spieler auch Abdeckplättchen auf gewisse Felder des Spielbretts gelegt werden. Dies vereinfacht das Spiel ein wenig, besonders aber, wenn nur zu Zweit gespielt wird. Für das Lesen sollte ca. 30 Minuten eingeplant werden. Die letzte Seite dient als Nachschlagewerk, was in den einzelnen Runden passiert. Da auf dem Spielbrett nur Symbole zu sehen sind, müssen diese von den Spielern erst verinnerlicht werden. Nach ein paar Spielen kann die Anleitung aber vom Tisch verschwinden.

 

Das Spielziel

 

Ähnlich wie im Film und auch im Buch geht es um die jährlichen Hungerspiele. Die Spieler müssen in ihren Spielzügen Ressourcen sammeln, um diese an gewissen Tagen wieder abzugeben. Nach 12 Tagen (Runden) ist das Spiel vorbei und die Glaskugel auf dem Spielbrett ermittelt den Verlierer. Wer von den nicht gezogenen Spielern die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel. Das Problem ist allerdings, dass man absolut schlecht spielen und durch Zufall zum Schluss auf dem Siegertreppchen stehen kann. Ebenso natürlich auch andersherum: ein Spieler ist super und verliert, weil zufälligerweise seine Karte gezogen wurde. Mehr Infos zur Glaskugel gibt es im nächsten Abschnitt „Der Spielablauf“.

 

Der Spielablauf

 

Das Spiel selbst hat keine Phasen, wie es viele Spieler aus anderen Brettspielen gewohnt sind. Reihum zieht jeder Spieler seine Figur auf ein freies Feld des Spielbretts und führt die Anweisung aus:  Es können entweder Handkarten getauscht oder gezogen werden. Auf dem Feld „Der Wald“ dürfen drei Karten gezogen werden und nur eine Essenskarten behalten werden, auf dem Bäckerei-Feld wird die offen liegende Karte auf die Hand genommen. Es gibt fünf verschiedene Felder, die sich aber im eigentlichen Sinn auf zwei Möglichkeiten (tauschen oder nehmen) beschränken. So geht es dann reihum bis jeder Spieler einen Tag im Distrikt 12 erlebt hat. Ist der erste Spieler wieder an der Reihe, so wird der Rundenanzeiger auf den nächsten Tag verrückt und schon geht es weiter.  Am vierten, siebten und zehnten Tag müssen dann bestimmte Rohstoffe abgegeben werden. Pro Rohstoff den ein Spieler nicht besitzt, muss er eine seiner Überlebenskarten auf das Glaskugelfeld legen und genau an diesem Punkt gibt es ein Problem. Egal wie gut oder schlecht gespielt wird, die Chance ist immer da, das Spiel zum Schluss zu verlieren. Nach den langweiligen 12 Runden kommt nämlich der Tag der Abrechnung. Alle Karten der Glaskugel werden gemischt und eine Karte gezogen. Dieser Spieler hat dann das Spiel verloren und von den anderen gewinnt derjenige, der am meisten Punkten hat. Wie oben schon erwähnt kann super gespielt werden und zum Schluss ist das Spiel verloren, nur weil der Zufall es so wollte. Sorry Kosmos, so eine Taktik ruiniert ein Spielprinzip, welches nicht mal wirklich gut ist. Alles in allem führt dies zu einen extremen Frustmoment, was viele Spieler zurecht abschrecken wird.

 

Bildergalerie von Die Tribute von Panem (8 Bilder)

Lieferumfang:

 

  • 1 Spielplan
  • 108 Karten
  • 4 Spielfiguren in Kunststoffhaltern
  • 4 Spielerchips
  • 1 Startspielerzeichen
  • 1 Rundenanzeiger
  • 6 Abdeckplättchen

Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

In Sachen Brettspiele bin ich sehr genügsam, da mir wirklich viele Spiele gefallen. Leider ist Tribute von Panem – Überleben in Distrikt 12 ein typisches Beispiel für eine Fehlentwicklung. Es sieht so aus als wollten die Entwickler auf den Geldzug der Bücher und der Filme aufspringen und die schnelle Kohle machen. Doch der Schuss ging eindeutig nach hinten los. Das Spiel kann kaum unterhalten und selbst als Fan der Marke rate ich davon ab. Es macht einfach keinen Spaß, besonders aber, weil das zufällige Ende alles zerstört. Klar geht es nicht nur um Sieg und Niederlage, doch das Ganze kann leider aufgrund der einfachen Regeln und dünnen Spielzügen überhaupt nicht überzeugen. 12 Runden lang Karten ziehen oder tauschen sind Spieler von Kartenspielen gewohnt, aber doch nicht von einem Brettspiel. In meinen Augen ist es eine klare Themaverfehlung und ich rate allen von dem Kauf ab. Sehr schade, denn Potenzial ist viel vorhanden. 


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