Die schönen Morde des Eric Binford

Die schönen Morde des Eric Binford

Originaltitel: Fade To Black
Genre: Thriller
Regie: Vernon Zimmerman
Hauptdarsteller: Dennis Christopher • Tim Thomerson
Laufzeit: Ca. 98 Minuten
Label: cmv Laservision

Die schönen Morde des Eric Binford   17.03.2012 von Tobi

Das Thema „Amoklauf“ ist leider ein Thema, mit dem wir uns immer wieder auseinandersetzen müssen. Nachdem es auch in Deutschland Amokläufe gegeben hat, haben es sich unsere Parteien zur Aufgabe gemacht, herauszufinden, was die Ursache dafür sein kann. Viele Politiker machen es sich einfach und geben brutalen Filmen sowie „Killerspielen“ die Schuld daran. Der Film „Die schönen Morde des Eric Binford“ bedient genau dieses Thema und zeigt, wie ein Mann durch Filme kreativ mordet. Diverse Parteien würden sich durch dieses Werk in ihrer Meinung bestätigt fühlen, da sie einfach nicht verstehen würden, was sich tatsächlich hinter diesem Film verbirgt ...

 

Eric Binford ist ein seltsamer Typ, der keine Freunde und auch keine Freundin hat. Sein Lebensinhalt sind Filme, die er über alles liebt. Sein Job ist es in Los Angeles Filmrollen auszufahren, die er sich auch selbst ansehen muss. Aufgrund dessen gilt er auch als kleiner Freak und seine Kollegen machen sich über ihn lustig. Wegen seiner Einsamkeit flüchtet er in die Fantasiewelten seiner Lieblingsfilme und blüht förmlich darin auf. Eines Tages lernt er ein Marilyn-Monroe-Double kennen und verliebt sich in sie. Leider lässt diese ihn abblitzen, was Eric einfach nicht verkraftet. Jeder, der sich ihm nun in den Weg stellt, wird nach dem Vorbild seiner Lieblingsfilme ermordet. Ob als Dracula, als Mumie oder als Cowboy – jeder Filmklassiker wird zitiert und die darin gezeigten Morde werden als Vorbild genommen. Wird man Eric aufhalten können, damit es auch im wahren Leben ein Happy End gibt?

 

Obwohl der Film bereits 1980 erschienen ist, war er seiner Zeit sehr weit voraus. Die Macher greifen hier ein Thema auf, was leider heute noch allgegenwärtig ist. Dabei versuchen sie nicht den Filmen bzw. den Medien die Schuld in die Schuhe zu schieben, sondern zeigen viel mehr die wahren Gründe der Morde. Eric Binford ist ein Mann, der von der Gesellschaft zurückgestoßen wird und einfach keinen Anschluss findet. Selbst als er in dem Marilyn-Monroe-Double seine Chance sieht, wird er wieder zurückgestoßen. Genau das verkraftet er nicht und rächt sich dafür ein seinen Peinigern. Dennis Christopher spielt seine Rolle dabei wirklich exzellent und blüht in jeder seiner Rollen förmlich auf. Man nimmt ihn seinen Wahnsinn zu jeder Zeit ab und trotzdem hat man dabei das Gefühl, dass er ein normaler Mann ist, der auch seine positiven Seiten hat. Genau diese Schizophrenie macht seine Rolle aus.

 

Damit das Ganze nicht allzu ernst daher kommt, werden im gleichen Zug diverse Hollywoodklassiker zitiert. Genau das ist auch der richtige Unterton, den der Film braucht, um nicht zu einseitig daherzukommen. Das ist genau das Richtige für die Cineasten unter uns, denn wir erfreuen uns an den vielen Anspielungen und Zitaten. Es obliegt nun auch mehr dem Zuschauer, sich hier seine Meinung zu bilden. Im Endeffekt ist es natürlich möglich, dass diverse Filme es schaffen eine Vorlage für einen Mord zu bieten, aber niemals sind sie die Ursache dafür. Natürlich hat dieser Film auch ein paar Schwachstellen, aber diese sind für das hier gezeigte „B-Niveau“ durchaus verzeihbar. Fans des Kinos kommen hier auf ihre Kosten und werden zum Nachdenken angeregt. Und Fans von Mickey Rourke freuen sich, ihn in einer seiner ersten Rollen zu sehen.

 

 

Die deutsche DVD von CMV Laservision ist wie immer komplett unzensiert und bietet ein wirklich ordentliches Bild. Man darf hier natürlich keine typische DVD-Qualität erwarten, aber der Film ist auch nicht anders auf einem digitalen Medium verfügbar. Der Ton ist auch in Ordnung und vor allem die Synchronisation kann sich hören lassen. Als Bonusmaterial warten eine alternative Vollbildfassung und ein paar Trailer auf den Käufer. Wie bei CMV üblich befindet sich die DVD in einer Hartbox, welche mit zwei verschieden Covermotiven aufwartet. Alles in allem ist dies eine sehr gute Veröffentlichung.

Das Fazit von: Tobi

Tobi

Und wieder hat CMV mit dem Film „Die schönen Morde des Eric Binford“ meinen Geschmack getroffen. Als Filmfan und Cineast muss man diesen Film einfach gut finden, denn er bedient nun mal das, was man wirklich liebt – das Kino. Dabei kommen ernste Untertöne nicht zu kurz und lassen vor allem in der heutigen Zeit viel Raum für Diskussionen. Dennoch handelt es sich hier „nur“ um einen Film und man sollte das Ganze nicht auf die Goldwaage legen. So viel Intelligenz mute ich unseren Lesern mal zu. Aufgrund einiger typischer Filmfehler gibt es ein paar Punkte abgezogen, was insgesamt auf sieben Punkte hinaus läuft. Eine Empfehlung spreche ich für alle Filmfans aus, die mal wieder mit vielen Zitaten versorgt werden wollen.


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