Dirt Rally VR Edition

Dirt Rally VR Edition

Publisher: Codemasters
Genre: Sport
Sub-Genre: Rennspiel
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 17.02.2017
USK 6

Dirt Rally VR Edition   01.03.2017 von Torsten

Besitzer einer VR-Brille können nun für kleines Geld Ihr Dirt Rally-Spiel upgraden. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, das Spiel gleich inklusive der VR-Unterstützung zu erwerben. Aber lohnt sich das kostenpflichtige Upgrade überhaupt oder eignet sich die VR-Brille nicht für derart hektischen Rennsport?
 
Den ursprünglichen Test zu Dirt Rally findet Ihr hier! Die nachfolgenden Absätze beziehen sich auf das Spielerlebnis mit der VR-Brille. 
 
Mittendrin statt nur dabei!
 
Beim Start des Spiels bekommen wir zunächst das bereits gewohnte, karge Menü zu Gesicht. Nach wie vor ist es möglich, das Spiel auch in seiner ursprünglichen Form zu spielen. Schließen wir allerdings die Peripherie der VR-Brille an, so können wir im Hauptmenü in den VR-Modus schalten. Sobald wir nun auf die Rennstrecke gelangen wechselt das Spiel in die VR-Ansicht in der Helm-Perspektive. Optional lässt sich in den Einstellungen auch die Auswahl der übrigen Ansichten freischalten, aber dies macht natürlich nicht wirklich einen Sinn. Im Cockpit können wir uns wie von anderen Spielen gewohnt nun umsehen. Die Cockpits sind allesamt liebevoll gestaltet und bieten ein hervorragendes Mittendrin-Gefühl. Allerdings wird nur der vordere Bereich des Fahrzeugs originalgetreu dargestellt. Drehen wir unseren Kopf nach hinten, so erblicken wir oft nur eine Trennwand oder ein wenig detailliertes und nicht vollständiges Fahrzeugheck. Aber wer schaut schon während der Rally-Fahrt nach hinten? 
 
Es ist zwar möglich, das Spiel mit einem Controller zu bedienen, allerdings empfiehlt sich dringend der Einsatz eines ordentlichen Lenkrads, um das möglichst hohes Gefühl der Immersion zu erzeugen. Im vorliegenden Fall wurde zum Test ein Rennsitz und das Force Feedback Lenkrad Thrustmaster T300 RS inlusiver manueller Kupplung und H-Schaltung verwendet. Aber zurück zur Startlinie. Optional lässt sich hier die Handbremse manuell anziehen, um noch etwas aus der Startzeit herauszukitzeln. 3, 2, 1 und Start! Sofort schnellt mein Opel Kadett C Coupé/GTE nach vorne, sein Alter von etwa 40 Jahren ist ihm nicht anzumerken. Links und rechts schießen die Bäume an mir vorbei. Die erste Kurve zwingt mich zu einer starken Bremsung, dann hart links einschlagen und Vollgas geben. Das Heck bricht aus, ich korrigiere den Lenkradeinschlag und schaue nun in Fahrrichtung aus dem rechten Seitenfenster. Auf der Geraden geht es über eine Kuppe, der Wagen hebt kurzfristig ab, schlägt kurz danach hart auf und gerät fast in den Graben der nächsten Rechtskurve. Das Adrenalin stößt in meinem Körper als ich, das Lenkrad fest umklammernd, gegenlenke und das Fahrzeug elegant um die nächste Kurve driften lasse. Nach der Einfahrt in das Etappenziel muss ich mir erst einmal Headset und VR-Brille vom Kopf nehmen. Wow, was ein höllischer Ritt. Ich bin schweißnass und absolut begeistert. Der Fliegengitter-Effekt der Oled-Displays ist natürlich eine optische Einschränkung zum Full-HD-Bild des LCD-TVs, wirkt sich allerdings nicht so stark aus wie bei der Konkurrenz von Driveclub VR. Die Effekte wirken grandios echt, man kann förmlich den Schlamm zwischen den Zähnen schmecken. Optional lassen sich Scheinwerfer und Scheibenwischer auch manuell bedienen, was den Realismus-Anspruch und das damit verbundene Immersions-Gefühl noch etwas erhöht. Wenn wir dann durch vollgelaufene Spritzbecken fahren, müssen wir erst den Scheibenwischer aktivieren, um nicht im Blindflug in die nächste Kurvenbegrenzung zu donnern. Dies ist auch ohne direkte Sicht auf das Lenkrad nach kurzer Eingewöhnungszeit ohne weiteres möglich. Wenn man denn dann nicht derart ins Spiel eingetaucht ist, dass man versucht, den Scheibenwischerhebel des virtuellen Cockpits nach oben zu reißen. Die mitunter harten Lastwechsel können nach einiger Zeit ein gewisses Gefühl des Unwohlseins erzeugen. Regelmäßige Pausen sind zu empfehlen. Das hat auch Codemasters erkannt und verengt die Sicht künstlich, sobald das Fahrzeug von der Piste gerät oder sich zu überschlagen droht. Ein lobenswerter Effekt, der die sonst wohl sehr schnell einsetzende „Motion Sickness“ gekonnt verzögert.
 

Bildergalerie von Dirt Rally VR Edition (8 Bilder)

Beifahrer-Modus
 
Das Spiel bietet einen optionalen Koop-Modus, bei dem ein zweiter Spieler den Beifahrer mimen darf. Dieser bekommt die jeweiligen Streckenansagen auf dem TV-Bildschirm angezeigt und muss diese an den Fahrer übermitteln. Dafür drückt er im richtigen Moment die angezeigten Tasten des Controllers. Ein nettes Feature am Rande, aber vielmehr als ein simpler Guitar-Hero-Klon ist es am Ende dann nicht. Immerhin lässt sich so die Wartezeit auf den Fahrerwechsel verkürzen. 
 
 
Das Spiel wurde mit der PSVR-Brille auf der Playstation 4 Pro getestet. 

Das Fazit von: Torsten

Torsten

Was für ein Höllenritt! Das Fahrgefühl mit aufgesetzter VR-Brille ist unbeschreiblich und eine deutliche Aufwertung zum ohnehin schon sehr guten Spiel. Ich sitze nicht in meinem Wohnzimmer im Rennsitz vor der schnöden PS-Kamera, ich sitze im Kadett C und erfreue mich am brachialen Vergaser-Auspuff-Sound meines Retro-Renners. Derart tief eingetaucht greife ich instinktiv zum Scheibenwischerhebel, anstatt die Taste auf meinem Lenkrad zu bedienen und alle Kritikpunkte des Hauptspiels rücken in weite Ferne. Das fantastische Immersions-Gefühl und das tolle Fahrverhalten machen Dirt Rally VR Edition Für Rennspielfans und Besitzer einer VR-Brille zum absoluten Pflichtkauf!


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positiv negativ
  • Unbeschreibliches Immersions-Gefühl
  • Greifbar wirkende Effekte
  • Detaillierte Grafik
  • Wunderschöne Cockpits
  • Distanzen und Geschwindigkeit mit VR-Brille besser abschätzbar
  • Blendenfunktion bei Überschlägen
  • Toller Sound
  • Hübsche Strecken und Umgebungen
  • Schadensmodell zu schwach
  • Zu geringes Preisgeld und somit zu langwieriges Freischalten von Fahrzeugen
  • Force Feedback etwas zu schwach
  • Unvollständige Fond-/Heck-Innenansicht





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