Drei Stern Rot

Drei Stern Rot

Originaltitel: Drei Stern Rot
Genre: Drama • Komödie
Regie: Olaf Kaiser
Hauptdarsteller: Rainer Frank • Petra Kleinert
Laufzeit: ca. 90 Minuten
Label: Epix Media AG
FSK 12

Drei Stern Rot   27.12.2009 von Tobi

Dieses Jahr haben wir alle „20 Jahre Mauerfall“ gefeiert. Es gibt mittlerweile einige Filme, die es sich zur Aufgabe gemacht haben über die DDR zu „berichten“. Bisher ist es aber keinem wirklich gut gelungen, da doch immer wieder nur an der Oberfläche gekratzt wird und Klischees bedient werden. Ob der Film „Drei Stern Rot“ es besser macht zeigt der folgende Bericht.

 

Christian ist ehemaliger Grenzsoldat der DDR. Momentan spielt er genau einen solchen Charakter in einer Filmproduktion über die Flucht in den Westen. Während der Dreharbeiten rastet Christian aus und attackiert einen anderen Schauspieler. Daraufhin wird er in ein Krankenhaus eingeliefert und in psychiatrische Betreuung übergeben. Die Ärztin Pamela macht es sich zur Aufgabe herauszufinden, was mit Christian los ist und warum er ausgerastet ist. Denn alles deutet auf nicht bewältigte Erlebnisse aus der Vergangenheit hin. Christian beginnt nun genau von dieser zu erzählen.

 

Dabei erfährt Pamela, dass ein Mann namens Mirco Nattenklinger eine sehr große Rolle in Christians Leben gespielt hat. Dieser war sein Lehrer und Vorgesetzter in der NVA (Nationale Volksarmee) zugleich und hatte ihn immer im Auge. Christian hat über die Jahre hinweg einen richtigen Hass gegen Nattenklinger aufgebaut. Des Weiteren erzählt er Pamela von der Liebe seines Lebens. Alles was Christian je wollte war und ist Jana, doch die Wehrdienstzeit in der NVA machte ihm einen Strich durch die Rechnung, da es ihm unmöglich war Jana während dieser Zeit zu besuchen. Ist Christian nun wirklich irre oder ist er nur Opfer eines alten Systems, was längst gestürzt wurde?

 

Der Film „Drei Stern Rot“ beobachtet die Geschichte der DDR aus einer ganz neuen Perspektive. Die Darstellung ist teilweise sehr satirisch gelungen, andererseits aber auch erschreckend. Manchmal weiß man als Zuschauer nicht, ob man lachen oder weinen soll. Das Thema der Grenzer in der DDR wird hier wirklich sehr genau betrachtet und sehr feinfühlig erzählt. Das gab es vorher noch in keinem Film über die DDR. Darüber hinaus machen die Schauspieler ihre Sache hier wirklich großartig. Genau die machen es möglich, dass man sich als Zuschauer so hin und her gerissen fühlt.

 

Die ganze Zeit will man wissen, warum Christian ausgerastet ist und ob er die Liebe seines Lebens wieder findet. Der Vorteil der Inszenierung ist die Erzählung in Rückblenden, wodurch man genau diesen Sachverhalt mehr und mehr erklärt bekommt. Teilweise ist es wirklich tragisch, was Christian erleben musste. Ich kann diesen Film eigentlich jedem deutschen Bürger empfehlen, der diese Zeit noch miterlebt hat. Denn hier findet sich sicherlich jeder irgendwo wieder. Wer danach mit dem Spruch „Früher war alles besser!“ kommt, dem ist dann wirklich nicht mehr zu helfen.

 

Die DVD-Veröffentlichung aus dem Haus Epix ist hier leider nichts Besonderes. Bild und Ton gehen in Ordnung. Mehr braucht man als Zuschauer an dieser Stelle auch nicht erwarten, da es hier eher auf den Inhalt, als auf Effekte ankommt. Das große Manko der DVD ist das Bonusmaterial, denn hier befinden sich nur ein paar Trailer auf der DVD. Dabei bietet dieser Film soviel Raum für mehr Hintergrundinformationen. Einzig das Wendecover ist noch positiv zu erwähnen, da es das nervige FSK-Logo vom Cover verschwinden lässt. Schade eigentlich, denn hier wäre mehr wirklich mehr gewesen.


Das Fazit von: Tobi

Tobi

Ich muss sagen, dass mir dieser Film sehr gut gefallen hat. Das Thema ist ja derzeit recht aktuell und Verfilmungen, wie „Goodbye, Lenin“ haben mir überhaupt nicht gefallen. „Drei Stern Rot“ schafft es irgendwie sehr authentisch zu wirken und ist befreit von Klischees und dummen Ossi-Sprüchen. Da macht es doch schon mehr Spaß einen Film zu schauen, wenn man sich als Zuschauer nicht für dumm erklärt vorkommt. Hut ab vor Olaf Kaiser, dem hier wirklich ein kleines interessantes Filmchen gelungen ist.


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