Fist of the Northstar? Next-Gen-Konsolen? Wo bei Vielen nun Fragezeichen auf der Stirn erscheinen, fangen bei Anderen die Augen an zu glänzen. Woran das liegt? Das könnt Ihr im kommenden Beitrag vielleicht selbst herausfinden.
Gute Games, welche auf Manga oder Anime Serien basieren sind meiner Meinung nach sehr dünn gesät. Es gibt einige gelungene Comic Umsetzungen wie „Wolverine“, „Spiderman“ oder „Herr der Ringe“, aber wirkliche Klassiker aus Japan sind schwer zu finden. Umso neugieriger wurde ich, als ich von „Fist of the Northstar“ hörte. Ein kleiner Einblick in der Vergangenheit: 1984-1988 produzierte das Studio „Toei Animation“ zu dem damals schon in Japan bekannten Anime eine Fernsehserie. Über 100 Folgen wurden ausgestrahlt und in zahlreiche Sprachen übersetzt. 1986 kam auch der Film zur Serie, der mir allerdings erst 1993 in die Hände fiel. Die Story hat mich als Anime-Fan sofort in den Bann geschlagen. Jetzt – fast 20 Jahre später – erscheint also ein Spiel zu diesem erfolgreichen Manga für die Spielkonsole.

Fist of the Northstar ist ein Klassiker in einer postapokalyptischen Welt, welcher die Geschichte von Kenshiro – einem Mann der den tödlichen Kampfstil Hokotu Shinken beherrscht – erzählt. Dieser Kampfstil ermöglicht es, Gegner von innen heraus zu töten, indem man die 7 wichtigsten Vitalpunkte des menschlichen Körpers trifft. Der Manga folgt der Geschichte Kenshiros und erklärt die Entstehung dieses einzigartigen Kampfstils und wie er die Apokalypse überlebte.
Von den Machern von Spielen wie „Dynasty Warriors“ kommt nun also diese Spielumsetzung. Ob sie es schaffen, diese Story im Spiel richtig umzusetzen? Ja! Die Geschichte wird neben Missionen mit wirklich umwerfenden Zwischensequenzen erzählt, die wirklich großes Lob verdienen. Ein weiteres Plus ist, dass Ihr die Handlung nicht nur aus der Sicht von Kenshiro erlebt, sondern auch aus der Sicht anderer Charaktere, die Kenshiro im Laufe der Geschichte trifft, wie Rei oder Shin. Jeder dieser Charaktere hat seine eigene Geschichte, die Ihr alle einzeln spielen könnt. So bietet dieses Mangas den Fans mehrere Handlungsstränge und Abläufe an, um einen tiefen Einblick in die Welt nach der Apokalypse zu erhalten.
Das Spiel bietet verschiedene Spielmodi an. Im Legenden Modus beginnt man mit Kenshiro und schaltet mit der Zeit weitere Charaktere und Geschichten frei. In jedem Abschnitt gibt es eine Gesamtwertung zur Story – wahre Fans werden hier wohl viel zu tun haben, um wirklich alle Ziele in den Missionen zu schaffen. Neben dem normalen Story Modus gibt es auch den sogenannten Dream Modus. In diesem Modus erfahrt Ihr zahlreiche Informationen und Einzelheiten über die Charaktere und deren Geschichte. Hier kann man den Entwicklern nur zu der gelungenen Umsetzung applaudieren. Es wird für jeden Fan eine Menge geboten - weit über den gewohnten Standard hinaus.
Last but not least ist auch der Challenge Modus zu erwähnen. Hier gilt es zu überleben. Eine Welle nach der Anderen voller Gegner wird über Euch herfallen, um Euch zu besiegen. Doch frei nach Darwins Motto „Nur der Stärkste überlebt“ beweist Ihr euer Geschick. Dank der Einstellungsmöglichkeit des „Gore-Faktors“ könnt Ihr selbst entscheiden, wie blutig das Spiel sein soll. Wie? Euch reicht es nicht, die Massen der Gegner in literweise Blut und Fleischklumpen zu verwandeln? Dann schnappt Euch Eeuren Freund und metzelt gemeinsam im Koop-Modus durch die Gegnerwellen. Das rockt!
Wenn man jedoch einmal die ganze Story beiseite lässt, findet man sich in einem reinen Prügelspiel wieder. Die Missionen ähneln sich auf erschreckende Art und Weise, die Umgebung ist teilweise lieblos dargestellt und die Gegner stammen offensichtlich allesamt aus der Retorte eines einzigen Mannes. So weicht der erste großartige Eindruck einem eher resignierten „Naja“. Die Kämpfe enden stets in simplem Knopfdrücken ohne große Herausforderungen und ohne Tiefgang. Hau diese Bande um, dann anschließend jene bis der Anführer auftaucht.

Zudem sorgt die teilweise sehr geistig abwesende KI dafür, dass man die Stirn runzelt und sich fragt, ob das Spiel hängt. Die Gegner stehen direkt neben einem und wackeln hin und her oder heben die Waffe in die Höhe und stehen 2 Minuten oder länger tatenlos neben einem.
Kommen wir mal zur Grafik. Während die eigentliche Spielgrafik etwa 4-5 Jahre hinter der Zeit ist, sorgen die Zwischensequenzen für eine deutliche Aufwertung. Die Charaktere sind detailgetreu dargestellt worden und sorgen so fast für einen echten Anime-Charme. Im Spiel dagegen merkt man die fehlende Liebe zum Detail. Trübe Hintergründe in den Etappen und lieblos dargestellte Gegner. Teilweise morphen die Gegner nach einem Schlag in exorbitante Fleischhaufen, bevor Sie dann mit einem lauten "Plopp" zerplatzen. Hier hat Omega Force viel Potential verschenkt. Soundtechnisch bietet das Spiel eine gute englische Synchronisation. Für echte Fans ist jedoch auch die Option vorhanden, auf Japanisch zu wechseln. Die Heavy Metal Rhythmen als Hintergrundmusik sind stimmig, jedoch auf Dauer zu monoton.
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