Gotti

Gotti

Originaltitel: Gotti
Genre: Mafiathriller • Biografie
Regie: Kevin Connolly
Hauptdarsteller: John Travolta • Spencer Rocco Lofranco
Laufzeit: DVD (105 Min) • BD (109 Min)
Label: NEW KSM
FSK 16

Gotti   04.12.2018 von MarS

John Joseph Gotti war von 1973 bis ins Jahr 2002 Mitglied der amerikanischen Cosa Nostra und eines der berühmtesten Mafiamitglieder aller Zeiten nach Al Capone. Regisseur Kevin Connolly (Rocky V, John Q. - Verzweifelte Wut) widmete ihm nun einen biografischen Thriller mit John Travolta in der Hauptrolle...

 

Inhalt

 

1999. Der zu fünf Mal lebenslänglich verurteilte Mafiaboss John Gotti, schwer erkrankt an Kehlkopfkrebs, wird im Gefängnis von seinem Sohn besucht. Der möchte ihm seine Entscheidung mitteilen, der Cosa Nostra den Rücken zu kehren und sich für seine Verbrechen schuldig zu bekennen. Dadurch erhofft er sich Strafmilderung, um in wenigen Jahren wieder mit seiner Familie vereint sein zu können. Doch John Gotti wäre nicht das Oberhaupt der Gambino-Familie geworden, wenn er auch nur ein einziges Mal in seinem Leben nachgegeben hätte, und genau dies erwartet er auch von seinem Sohn. Um ihm seinen Standpunkt noch einmal darzulegen, erinnert ihn Gotti an seinen eigenen Werdegang, der mit einem kaltblütigen Mord im Jahr 1973 seinen Anfang nahm und erst nach vielen Jahren der zwecklosen Anklagen endete. Nicht umsonst nannte man ihn über Jahre "Teflon-Don", da jegliche Versuche, ihn hinter Gitter zu bringen, an ihm abperlten...

 

Grundsätzlich ist die Geschichte um das hochrangige Mafia-Mitglied John Gotti wirklich interessant, vorallem weil dieser sich ungewöhnlich offenherzig in der Öffentlichkeit zeigte und damit ein regelrechter Star gewesen ist. Woran es der Verfilmung von Kevin Connolly allerdings mangelt, ist ein stimmiger Erzählfluss, der den Zuschauer mitreißt. Stattdessen spult der Film den Werdegang extrem sprunghaft herunter, ohne dass es dabei gelingt, auch nur ansatzweise eine Bindung zum Zuschauer aufzubauen, wodurch Dramatik und Intensität der Ereignisse gänzlich verloren gehen. Dabei gibt sich John Travolta als titelgebender John Gotti sichtlich Mühe und beweist, dass er noch immer imstande ist, charismatische Darbietungen abzuliefern, was wenigstens dafür sorgt, dass der Film kein völliger Totalausfall geworden ist. Überhaupt kann man über die darstellerischen Leistungen der Beteiligten kaum etwas negatives Sagen, doch aus einer schwachen Inszenierung können auch die besten Schauspieler kaum noch etwas herausholen. Natürlich gibt es auch die ein oder andere Szene, die ihr Ziel tatsächlich nicht verfehlt, größtenteils besteht das Geschehen aber aus klischeehaften Abläufen und Standarddialogen aus jeglichem Mafiafilm, der jemals gedreht wurde, wodurch man schnell vergisst, dass hier eigentlich eine wahre Geschichte erzählt wird. Und auch der Hip-Hop Soundtrack von Pitbull zu einem Mafiathriller im italienischen Gangstermillieu ist nicht gerade ein bemerkenswerter Glücksgriff.

 

Bildergalerie von Gotti (9 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Die Blu-ray bietet eine ordentliche Schärfe, der es jedoch ein wenig an Durchzeichnung fehlt. Schuld daran ist der oftmals etwas zu schwache Kontrast, der zwar die natürliche Farbgebung nicht beeinträchtigt, dafür aber einige Szenen etwas zu weich wirken lässt. Nahaufnahmen sind hingegen meist sehr scharf und gut detailliert. Die Tonspur konzentriert sich auf Grund der hohen Dialoglastigkeit überwiegend auf den vorderen Boxenbereich. Nur selten und meist nur beim Soundtrack erscheint der Ton etwas kraftvoller und weitet sich dann auch ein wenig weitläufiger auf den gesamten Boxenbereich aus. Technisch keine überragende Scheibe, aber grundsolide und für den Film völlig ausreichend. 


Das Fazit von: MarS

MarS

Gotti sollte eigentlich eine Art Biografie werden, letztendlich ist der Film aber nur ein klischeebehafteter Mafiathriller unter vielen, dem es sowohl an einer packenden Inszenierung als auch an der benötigten emotionalen Komponente mangelt. John Travolta ist hier eigentlich der einzige Grund, sich den Streifen überhaupt anzuschauen, denn er zeigt endlich mal wieder, dass er immer noch Talent hat. Ansonsten aber holpert die Erzählung viel zu nichtssagend vor sich hin, als dass die wenigen guten Szenen ihre Wirkung entfalten könnten. 


Die letzten Artikel des Redakteurs:




Kommentare[X]

[X] schließen