Hell Yeah! Der Zorn des toten Karnickels

Hell Yeah! Der Zorn des toten Karnickels

Publisher: Sega
Entwicklerstudio: Arkedo
Genre: Geschicklichkeit
Sub-Genre: 2D-Jump´n´Run
Art: Downloadtitel
Erscheinungsdatum: 03.10.2012
USK 12

Hell Yeah! Der Zorn des toten Karnickels   31.10.2012 von GloansBunny

Der Fürst der Finsternis muss nicht immer groß, stark und muskulös sein. In Segas Arcadegame Hell Yeah! Der Zorn des toten Karnickels zeigt ein kleines, etwas untypisch gestaltetes Langohr den Sofahelden, wie in der Hölle der Hase läuft ...

 

Der König der Hölle ist, man mag es kaum glauben, tot. Allerdings nicht "tot" im Sinne von "untot regierend", sondern tatsächlich tot. Aus dem unterirdischen Leben geschieden. Hinüber. Und da es auch im Fegefeuer eine klar geregelte Erbfolge gibt, tritt Ash, Sohn des jüngst Verschiedenen und somit Prinz der Hölle, seine Thronfolge an. Doch wie das bei Mitgliedern der Royal Family so ist, wird Ash von unersättlichen Paparazzi bei seinen geheimen Vorlieben fotografiert: Baden mit Quietscheentchen. Als die Bilder des zerfledderten Skelettkarnickels samt Hobby im Hellternet (was in etwa dem irdischen Internet entspricht) durch den Medien-Fleischwolf gedreht wird, sinnt Ash auf Rache. Mit Sägeblatt, Raketenwerfer, Maschinengewehr und einer Wut im Bauch, macht sich Prinz Langohr also auf eine witzig-abgedrehte Jagd nach den Drahtziehern und 101 Monstern ...

 

Die Steuerung: viel Spass mit wenig Knöpfchen...

Nostalgie kommt auf, wenn man das 2D-Actionspiel Hell Yeah! Der Zorn des toten Karnickels von Sega und Arkedo vom Marktplatz herunter geladen hat. Die Tastenbelegung erinnert ein wenig an das hauseigene Prestigegame Sonic und ist denkbar einfach konzipiert. Via Analogsticks wird Meister Lampe präzise durch die Level manövriert und die Zielrichtung der ausgewählten Kanone vorgegeben. Per Schultertasten bringt man das monströse Sägeblatt zum Rotieren, feuert die Waffen ab und wechselt zwischen Letzteren hin und her. Die Aktionstasten werden lediglich zum Interagieren mit NPCs und im Pausenmenü betätigt. Ebenso wie der kleine, blaue Igel reichen dem felllosen Hasen wenige Buttons, um flüssig und eingängig durch die Schauplätze zu pflügen. Das Tutorial zu Beginn des Spiels ist ein nettes, selbsterklärendes Gimmick für Controllerneulinge.

 

Grafik und Animationen: höllisch bunt, höllisch grell und verdammt abgefahren...

Ein Blick reicht aus, um zu polarisieren. Quietsch bunte, überzeichnete Charaktere besiedeln zum Teil etwas überladene, aber liebevoll gestaltete Areale. Allen voran steht der Hauptcharakter: Ash, der Prinz der Hölle. Die besten Zeiten hat er schon hinter sich, denn Ash besteht zunächst einmal nur aus Knochen und wird von seinen Gegnern gerne als "nackt" bezeichnet. Da hilft auch der rote Herrscherumhang nichts mehr, der an seinen Schulterblättern flattert. Ohne mit der Wimper zu zucken (was sich als Skelett auch einfach als schlichtweg unmöglich erweist) schnetzelt, rennt und springt das Zweiohr durch Casinos, Eislandschaften und vieles mehr. Es macht höllisch Spaß, die knalligen Farben und abgedrehten Charaktere in Aktion zu sehen. 101 Haupt- sowie unzählige Nebenmonster kreuzen dabei Ash's Wege und überzeugen durch ihre schrille und skurrile Gestaltung. Von plüschiger, dicker Schafsprinzessin über gigantischen Steingolem bis hin zu freakigen Roboter ist jedes Gegnerklischee vertreten und mit viel Charisma und Humor ausgestattet. Dass sich Hell Yeah! Der Zorn des toten Karnickels selbst nicht allzu ernst nimmt, zeigen vor allem die zahllosen Finishing-Moves. Umherfliegende T-Bone-Steaks, sabbernde Dinosaurier oder überdimensionale Bomben sind nur wenige dieser Spezialmanöver. Die überladene Comicoptik samt liebevoll kurioser und blutiger Animationen sorgt für ein konstantes Dauerschmunzeln und endet nicht selten in lautstarken Lachkrämpfen. Zur Hölle ist das cool!
 
Akustik, Gameplay und Atmosphäre: Kurzurlaub in der Hölle All inclusive...
Dass aus den Lachkrämpfen ein eindrucksvoller Bauchmuskelkater wird, ist ziemlich sicher. Denn die Handlung am Bildschirm wird von einer sehr unterhaltsamen Vertonung begleitet. Wenn sich Ash quietschend und wild gestikulierend mit einem der vielen NPCs unterhält und nebenbei dem gewaltigen, todbringendem Sägeblatt blubbernd der Sprit ausgeht, bleibt kein Auge trocken. Perfektioniert werden die lustigen Dialoge durch die deutschen Untertitel. Fluchend, drohend und selbstbewusst tritt der Prinz der Hölle viel zu großen Monstern gegenüber, die sich mit viel Witz und Charisma regelrechte Wortduelle mit dem Karnickel liefern. Der erste der 101 Bossgegner beispielsweise zeigt seine soziale Seite und bietet der Kampfjungfrau schüchtern an, erst einmal fies zu brüllen, statt ihn gleich nach allen Regeln der Kunst zu verprügeln. Ash findet diesen Vorschlag natürlich super und holt sich gleich ganz forsch noch ein paar Tipps. Die Konversationen sind wirklich grandios lustig und bilden das eigentliche Herzstück der herrlich frischen, abgedrehten Atmosphäre. Hat man einen Gegner besiegt, hetzt man gleich zum nächsten, um die Dosis an Humor weiter steigern zu können. Auch die dem Hasen freundlich gesinnten Figuren sprühen vor Skurrilität und sorgen für Stimmung.

 

Bildergalerie von Hell Yeah! Der Zorn des toten Karnickels (16 Bilder)

Das Gameplay basiert auf einem Jump'n'Run gepaart mit Action für Erwachsene. Mit Sägeblatt, Bazooka und diversen anderen Wummen bewaffnet, tut Ash das, was ein untotes Karnickel am besten kann: rennen, hüpfen und haufenweise Gegner zerlegen. Simple Sprungpassagen wechseln sich mit taktischen Bosskämpfen ab und sorgen für Langzeitmotivation. Wo bei dem einen Monster rohe Gewalt ausreicht, ist beim nächsten schon Ideenreichtum gefragt. So müssen zum Beispiel zwei emotional inkontinente Schlägerkumpane aufeinander gehetzt werden, ohne selbst Schaden zu nehmen oder die zielsuchenden Raketen eines Cyborgs geschickt umgelenkt werden. Die zuverlässige Autosave-Funktion erweist sich gerade hierbei als hilfreiches Utensil. Für Abwechslung sorgen die zahlreichen ins laufende Spiel integrierten Minispiele. Ein U-Boot durch ein vermintes Labyrinth zu manövrieren oder Granitwände in der richtigen Reihenfolge zu entfernen, sind unterhaltsame Blaupausen. Auch Quizfragen zum Prinzen der Hölle beantworten, Casinospiele zocken und viele, viele weitere Minigames sind im Repertoire von Hell Yeah! zu finden. Anspielungen auf Sega-Klassiker wie Sonic gibt es hier reihenweise, optisch wie inhaltlich. Das Suchtpotenzial ist extrem hoch, auch wenn die vielen Ladepausen einiges an Zeit benötigen!

 

Die Bosse werden meist durch ein optisch klasse gestaltetes Quicktime-Event erledigt, die eine rabenschwarze Exekution nach sich zieht. Satelliten gestützte Tarnraketen aktivieren, Sägeblatt anwerfen oder den Hasen im Feld suchen sind nur wenige der vielen Finisher. Alles ist genial, amüsant und blutig, was dem Spieler hier geboten wird. Hat man eine vorgegebene Anzahl von Monstern eliminiert, werden Tore und Portale zu neuen Abschnitten freigeschalten, die weitere lineare Level beinhalten. Manche Areale können erst mit fortschreitendem Spielverlauf komplett abgeschlossen werden, da zum Beispiel erst Sprungkraft, Waffenstärke oder Spezialmanöver erlernt werden müssen, um alle Tore zu öffnen. Knackig, taktisch und einfach saukomisch ist dieses Comicabenteuer jedenfalls immer und jederzeit.

 

Auf der rund 15-stündigen Suche nach dem Drahtzieher hinter den Quietscheentchenfotos sammelt der Hauptcharakter Edelsteine, Münzen und Seelen ein. Erstere kann Ash für unterschiedliche Waffenupgrades und Utensilien bei fest in den Leveln installierten Händlern verbraten. Höhere Durchschlagskraft für MG und Co stehen ebenso in den virtuellen Regalen wie lustige Masken, dämliche Frisuren und coole Mützen. Die Beschreibungen des Verkäufers zum jeweiligen Artikel zeigen einmal mehr, dass sich Hell Yeah! verdammt gern selbst auf die Schippe nimmt. Dauergrinsen garantiert!

 

Wer seinen Analogsticks etwas Ruhe gönnen möchte, der sollte einen Abstecher auf Ash's höchst private Insel wagen, auf der der Prinz der Hölle sämtliche bisher besiegte Monster zu Zwangsarbeit verpflichtet. Mit dem gewohnt abgedrehten Humor dürfen hier die ehemals Furcht einflößenden Bosse in gesammelter Seelenform bei ihrer Sklavenarbeit beobachtet werden. Herrenhaus putzen, Fabriken und Farmen bewirtschaften, Neuankömmlinge quälen und Revolten aushecken steht hier auf der höllischen Tagesordnung. Neben Upgrades und kleidsamen Utensilien produzieren die frei zuweisbaren Arbeiter auch geheime Gegenstände und Geld - sofern sie bei Laune gehalten werden. Mit einer Prise Wirtschaftssimulation ausgestattet, darf der Spieler in Hell Yeah! durch geschicktes Umverteilen der Aufgaben und Arbeiter auf die Stimmung der Monster einwirken. Wehe dem, der nicht regelmäßig auf dem royalen Eiland vorbei schaut! Revolution, Streik und Unmut sind die Folge, was sich natürlich auf die Produktivität auswirkt. Die Insel ist eine verrückte, unterhaltsame und nützliche Nebenbeschäftigung für alle Karnickelfans.

 

Hell Yeah! Der Zorn des toten Karnickels ist bunt, abgedreht und extrem unterhaltsam. Schwarzer Humor, liebevoll gestaltete Charaktere und irrwitzige Ideen zeichnen dieses 2D-Jump'n'Run aus. Nicht nur die berühmten Raving Rabbits zeigen der Spielewelt, wo die Karotte hängt. Pflichtdownload für Fans des Genres!

Das Fazit von: GloansBunny

GloansBunny

Sega lebt und schickt neues Material in die unendlichen Weiten der virtuellen Marktplätze. Hell Yeah! Der Zorn des toten Karnickels ist ein rabenschwarzes, ultrawitziges 2D-Jump'n'Run von höchster Qualität. Blutig, charismatisch und enorm unterhaltsam schnetzelt, hüpft und quatscht man sich durch unzählige, knallbunte Level. Der Schwierigkeitsgrad nimmt mit fortschreitendem Spielverlauf rasant zu und die Bosskämpfe erfordern einiges taktisches Denken. Mehr als 100 skurrile und abgedrehte Monster bevölkern die Comicwelten und machen dem amüsanten, selbstbewussten Skelettkarnickel das Leben schwer. Irrwitzige Minigames, die herrschaftliche Insel samt "Sklavenhaltung" und Quicktime-Events lockern die prallgefüllte Action auf und sorgen garantiert für einen ordentlichen Lachmuskelkater. Das blutige, sich selbst auf die Schippe nehmende Downloadgame ist jeden Cent wert und wird Fans des Genres mit seinem Witz und Charme schnell um die Finger wickeln. Aber Vorsicht: Wer nicht mit Sarkasmus umgehen kann, sollte lieber ein paar Meerschweinchen im Garten halten. Suchtpotenzial und Wiederspielwert sind sehr hoch!


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positiv negativ
  • Knallbunter Comiclook, irrwitzige Settings
  • Abgedrehter, sarkastischer Humor
  • Lustige, einfallsreiche Charaktere
  • Intuitive Steuerung
  • Saukomische Dialoge und Minispiele
  • Schwierigkeitsgrad recht anspruchsvoll
  • Hoher Preis
  • Relativ lange Ladezeiten





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