Horizon: Zero Dawn

Horizon: Zero Dawn

Publisher: Sony
Entwicklerstudio: Guerilla Games
Genre: Action
Sub-Genre: Open-World
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 01.03.2017
USK 12

Horizon: Zero Dawn   23.05.2017 von Torsten

Selbst für Stephen Hawking, seines Zeichens einer der klügsten Köpfe dieser Welt, steht fest, dass die Menschheit unwiderruflich verloren ist. So wundert es nicht, dass die Thematik einer Endzeit sich großer Beliebtheit erfreut und auch auf der Konsole regelmäßig Spiele mit dystopischem Hintergrund erscheinen. Und warum auch nicht? Schließlich gehören einige von ihnen zu den erfolgreichsten Spielen vergangener Jahre. So wurde auch das vorliegende Horizon: Zero Dawn bereits im Vorfeld mächtig umjubelt. Dass dies jedoch kein fehlgeleiteter Hype war zeigt dieser, dank Testmusterengpass, verspätete Test.

 

Zurück zu den Wurzeln

 

In ferner Zukunft hat es die Menschheit nun also tatsächlich geschafft. Sie hat sich auf dem Höhepunkt ihrer eigenen Entwicklung selbst ausgerottet. Zumindest beinahe. Die wenigen Überlebenden haben sich technisch weit zurück entwickelt und führen ein Leben nahe der Natur. Nur die verlassenen Ruinen der längst vergessenen „Metallwelt“ und die hochentwickelten Maschinen, die wie wilde Tiere die Steppe durchstreifen, zeugen Kenntnis von einer Zeit vor der Katastrophe. Doch die Menschen, die sich ähnlich der Ureinwohner zu Stämmen formiert haben, leben alles andere als friedlich vereint mit der Umwelt. Da wären zum einen die herumstreifenden Jagdmaschinen, die die Stämme bedrohen. Und zum anderen sind sich die einzelnen Stämme untereinander nicht immer friedvoll gesonnen. So herrschen furchtbare Kriege, denn die Menschen haben trotz des stets vor Augen liegenden Mahnmals nichts von ihrer aggressiven und zerstörerischen Gesinnung verloren.

 

Von der Ausgestoßenen zur Heldin

 

Wir schlüpfen in die Rolle des kleinen Rotschopfs Aloy, die von ihrem  Ziehvater Rost groß gezogen wird. Aloy ist „Mutterlos“. Eine fatale Sünde bei den Noras, die im selbst ernannten Heiligen Land leben. So wird sie selbst wie auch ihr Ziehvater vom Stamm verstoßen. Der Kontakt zu Stammesangehörigen ist ihnen strengstens verboten. Das kleine Mädchen wird von Rost in den ersten Missionen, die als Tutorial dienen, unterrichtet und ausgebildet. Sie lernt den Umgang mit Waffen und Ausrüstung und sammelt ihre ersten Erfahrungen – und Narben – im Kampf. Dies lässt nicht nur die Protagonistin ins Herz schließen, sondern führt ganz nebenbei auch hervorragend ins Spiel und dessen Geschichte. Bis Aloy alt genug ist, um bei der „Erprobung“ als Kriegerin Absolution zu erhalten vergeht über eine unterhaltsame Stunde Spielzeit. Nun muss sich zeigen, wer Freund und wer Feind ist und was es mit ihrer mysteriösen Herkunft auf sich hat. Hilfreich wird ihr dabei ihr „Fokus“ sein. Ein in den alten Ruinen gefundenes, hochtechnologisches Artefakt, das sie neural vernetzt mit nützlichen Informationen versorgt.

 

Bildergalerie von Horizon: Zero Dawn (13 Bilder)

Schleichend kommen wir schneller voran

 

Die Spielwelt von Horizon: Zero Dawn ist ein rauer und gefährlicher Ort. Überall lauern Gefahren in Form der Maschinenwesen und verfeindeter Stämme. So muss Aloy bereits in jungen Jahren lernen, sich mit Pfeil und Bogen an die todbringenden Maschinen anzupirschen oder sie gekonnt zu umgehen. Mit ihrem Fokus kann sie sich zum Glück nicht nur die Schwachstellen der einzelnen Maschinen sondern auch deren Laufwege anzeigen lassen. Und meist ist eine ruhige Vorgehensweise mit guter Planung dem einfachen Drauflos zu bevorzugen. Geduckt ist sie schwerer zu erkennen und je langsamer sie sich bewegt, umso schwerer ist sie zu hören. Hohes Gras dient zum Schutz vor dem Erkennen und dient als ruhiger Ausgangsort für geplante Angriffe. Und hier dreht das Spiel auch sofort auf. Wir stellen Fallen für überlegende Jagdmaschinen, attackieren Schwachpunkte mit Pfeil und Bogen oder stürzen uns aus luftigen Höhen auf nichtsahnende Streuner. Erlegte „Tiere“ bieten Rohstoffe, die wir im Tausch gegen Waffen-Upgrades und nützliche Gegenstände den Händlern feilbieten. Mit gewonnener Erfahrung schalten wir neue Fähigkeiten frei, die uns nach und nach von der zähen Kämpferin zur fähigen Assassinin werden lassen. Wir nutzen wahlweise unsere Umgebung besser und/oder verstärken Nah- wie Fernangriffe. Slow-Motion-Einlagen bieten mehr Zeit für tödliche Angriffe und sehen nebenbei bemerkt auch richtig cool aus.

 

Die Kämpfe laufen stets dynamisch ab, die Reaktion der „Tiere“ bleibt oft unvorhersehbar. Und was sind das nur für toll gestaltete Maschinen? Wie lebendige Lebensformen interagieren sie mit ihren Artgenossen, streifen herum, wittern Beute und machen sich über gefallene Kameraden her, um ihnen ihre Bauteile zu entreißen. Im Verlauf der Geschichte lernen wir immer neue, noch größere und tödlichere, Maschinen kennen, bei denen wir uns zunächst eine neue Taktik überlegen müssen. Wie sollen wir es nur mit den fast haushohen Mecha-Dinosauriern aufnehmen? Da hilft nur beobachten und analysieren, was selbst abseits der Kämpfe – dank des authentischen Verhaltens der Maschinenwesen – durchaus seinen Reiz hat. Die Kombination von Sprengfallen, Netzankern und Feuer- oder Eispfeilen macht seinen ganz eigenen Reiz an der Jagd aus. Immer wieder müssen wir uns etwas Neues überlegen, um beispielsweise eine ganze Herde zu erledigen, die sich schützend vor unserer Beute aufgebaut haben.

 

Nicht selten müssen wir auch klettern, um Vorsprünge oder gar hoch in den Bäumen gelegene Plattformen zu erreichen. Die zugrunde liegende Kletterroutine macht einen ausgewogenen, wenn auch stark vereinfachten, Eindruck. Sicher ist Aloy weder eine zweite Lara, noch ein Ezio, aber die Kletterpassagen sollen auch nur zum Ziel führen und nicht dominanter Bestandteil der Spielerfahrung sein. Viel eher konzentrieren wir uns auf den Mix aus Kampf, Rätsel, Crafting und Story. Gerade letztere wartet immer wieder mit zahlreichen optionalen Nebenquests auf, die den bereits üppigen Spielumfang noch weiter erhöhen.

 

Eine wahre Augenweise

 

Horizon: Zero Dawn sieht einfach fantastisch aus. Vor allem auf einem 4K-Fernseher,der von einer PS4 Pro angesteuert wird, gibt es ordentlich Zucker auf die Augen. Auf der Pro können wir uns übrigens für die höhere Auflösung oder aber für zusätzliche Details in Full-HD entscheiden. Wer jedoch den passenden 4K-Fernseher sein Eigen nennen kann, der sollte stets die erst genannte Option wählen. Denn dann zählt das Spiel zu den schönsten Titeln der aktuellen Konsolengeneration, bei dem sogar die einzelnen Grashalme der üppig bepflanzten und von Tieren bewohnten Steppe zu erkennen sind. Abwechslungsreiche Szenarien führen uns durch die Prärie über die Wüste bis zu mit Schnee bedeckten Berggipfeln. Natürlich gibt es, wenn man denn will, auch hier und da Grund zu meckern. So gibt es immer wieder unschöne Textur-Pop-Ups, die Charaktere werden im Regen nicht wirklich nass und Wasser schlägt nicht ansatzweise realistische Wellen, wenn wir hindurchstapfen. Außerdem sind die Ladezeiten mitunter recht lang. Aber das alles sind Punkte, die die beinahe erreichte Perfektion des maximal möglichen Ergebnisses nur wenig abschwächen. Auch die deutsche Synchronisation kann sich wirklich hören lassen. Der Soundtrack wechselt dynamisch angepasst zur jeweiligen Situation, die Geräusche der Umgebung, sowie der Tiere und Maschinen fügen sich nahtlos in diese wirklich authentische Spielwelt ein. 

 

Das Spiel wurde auf der Playstation 4 Pro in 4K getestet. 


Das Fazit von: Torsten

Torsten

Horizon: Zero Dawn ist eine wahre Spieleperle. Nicht, weil es alles perfekt macht. Nimmt man die einzelnen Bestandteile des Spiels, so ließe sich bei fast jedem davon einen bereits vorhandenen, noch besseren Konkurrenten finden. Allerdings werden nur selten die einzelnen Elemente derart gekonnt wie hier beim vorliegenden Genre-Mix vereint. Allein schon das anfangs skurril wirkende Szenario entpuppt sich als Glücksgriff. Die Vermischung von prähistorischer Urzeit und High-Tech-Elementen wirkt frisch und wie aus einem Guss durchzeichnet. Die actionreichen und doch auch taktischen Kämpfe machen richtig Laune und die interessante Story, sowie die neu hinzukommenden Maschinenarten verleihen dem Spiel eine langanhaltende Motivation. Horizon: Zero Dawn ist ein fantastisch geratener Open-World-Genre-Mix, das den roten Faden der Geschichte nie zu locker spinnt und spieltechnisch wie auch optisch herausragend gestaltet ist.  


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positiv negativ
  • Fantastische Spielewelt
  • Abwechslungsreiche Szenarien
  • Taktische Kämpfe
  • Tolle Grafik
  • Glaubhafte Animationen
  • Haufenweise Items und Upgrades
  • Faire Rücksetzpunkte und Speicherpunkte
  • Interessante Maschinenkreaturen
  • Motivierende Story
  • Hoher Spielumfang
  • Massig Nebenmissionen
  • Längere Ladezeiten





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