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Jam with the Band

Publisher: Nintendo
Entwicklerstudio: Nintendo
Genre: Geschicklichkeitsspiel
Sub-Genre: Musik-Spiel
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 21.05.2010
USK 0

Jam with the Band   21.06.2010 von derstefan

Nintendo-Kenner wissen es vielleicht schon: „Jam with the Band“ ist streng genommen kein neues Spiel. Eigentlich sollte es schon vor 5 (ja, fünf!) Jahren in Europa erscheinen, hat es aber nur zu einem Release in Japan gebracht. Jetzt dürfen auch die Großnasen Hits wie „Smoke on the Water“ und „Every Breath You Take” auf dem DS nachspielen. Ob das Spiel rockt oder not, lest ihr hier…

All i wanna do is rock with you
Musikspielchen hatten es bisher auf dem DS nicht immer ganz leicht: „Rock Revolution“ und „Ultimate Band“ sind in Deutschland ziemlich gefloppt, das kultige „Rhythm Paradise“ hatte trotz guter Kritiken auch nicht den Erfolg, den es verdient gehabt hätte. „Guitar Hero“ lief zwar ganz gut, man hatte zwar Spaß, aber auch nach spätestens vier Liedern unwiderrufliche Handkrämpfe, da es einfach unmöglich war, den Controller so zu halten, dass sich die Hände nicht völlig wider die Natur verbiegen. Mal sehen, wie es „Jam with the Band“ so macht.

Die Story ist so dürftig wie in jedem anderen Musikspielchen. Ist ja auch wurscht, schließlich will ich mich nicht mit langen Geschichten auseinandersetzen, sondern zocken. Am Anfang des Spiel betreten wir den rockigen Laden der Gastgeberin und Moderatorin des Spiels namens „Barbara the Bat“, einem Comic-Vamp mit lila Haaren und enger schwarzer Hose. Sie ist nicht gleich auf Anhieb besonders sympathisch, versprüht aber einen gewissen morbiden Charme. Euer Auftrag: Ihr tretet als Musiker an und müsst nun hauptsächlich euer Können mit dem Singen vor Publikum beweisen oder zeigen, dass ihr auch Gitarre und andere Instrumente beherrscht.

Das Gameplay

Das Ganze läuft folgendermaßen ab: Wenn ihr ein Spiel beginnt, dürft ihr zuerst einmal einen Gig absolvieren. Barbara teilt euch dann in einem kurzen Briefing mit, was ihr denn spielen dürft. Heute hat sie zum Beispiel mal keinen Bock auf Rock, der launenhaften Dame ist nach Jazz. Also müssen wir „Do you really want to hurt me“ auf dem Sopransaxophon nachspielen. Soso, ich dachte es wird gerockt?!? Aber gut, dann versuche ich mal den Song wenigstens vom Können her zu rocken. Das Ganze läuft hier ein bisschen anders als bei Guitar Hero und Co. ab: Die Noten scrollen nicht von oben nach unten, sondern von links nach rechts. Die Takte werden euch dabei auf dem Bildschirm in vier Kästchen pro Reihe dargestellt, die jeweils wieder vier Streifen haben, also vier Takte mit vier Vierteln.  Den momentanen Stand des Tons zeigt euch eine Linie an, die sich im Takt von links nach rechts weiter bewegt.  Euer Können beweist ihr, indem ihr einen Knopf immer in den richtigen Momenten drückt, die durch Smilies angezeigt werden. Gut, hört sich jetzt nicht wahnsinnig schwer an. Auf der Anfänger-Stufe ist das noch ziemlich easy, aber in der nächsten Stufe als Amateur werden es dann schon vier Knöpfe (A,Y,B und Steuerkreuz) und der Schwierigkeitsgrad der Songs zieht ziemlich stark an. Da sammeln sich teilweise dank des rasanten Durchratterns der Noten schon manchmal so einige Schweißperlen auf der Stirn und die Stresshormone feiern Party. Gitarrenhelden können übrigens auch virtuelle Saiten mittels Touchpen anschlagen, mit dem man über den Touchscreen shredden kann. Das Publikum, das aus seltsamen sonnenbebrillten Äffchen besteht,  verzeiht euch ja noch einige Fehler, aber zum Schluss wird mit Barbara abgerechnet. Je nachdem wie viele Noten ihr je nach individuellem Taktgefühl „Prima“, „Gut“, „Na ja“ oder „Verpasst“ habt, könnt ihr einen Level aufsteigen, fallen oder auf dem gleichen Stand bleiben. Wenn ihr eure Sache gut gemacht habt, dürft ihr auch noch Zugaben machen, könnt aber auch den Gig nach einem Song beenden. Und wer auf der Bühne kläglich versagt hat oder einfach nur ein Streber ist, der kann die einzelnen Songs dann noch einmal im Probe-Modus nachspielen.

Das besondere an „Jam with the Band“ ist die Möglichkeit, dass ihr auch eure Stimmbänder einsetzen könnt. Soll heißen: Mitgrölen erlaubt und erwünscht! Zuerst erfolgt eine Stimmanalyse, bei der ihr einen Song nachsingen dürft, danach werden euch die passenden Songs für eure Stimmlage angeboten. Das Schöne am Spiel ist auch das Schwierige: Ihr müsst wirklich über ein gutes Taktgefühl verfügen, sonst werdet ihr nicht über den Amateurmodus hinauskommen. Egal ob ihr singt oder Knöpfchen drückt, einfach ist anders! Die Schwierigkeit besteht darin, dass die Songs nicht immer ganz zu 100% so interpretiert werden, wie ihr sie kennt. Zum Beispiel fand ich den vorher genannten Song „Do you really want to hurt me“ etwas zu schleppend instrumentiert, ich habe ihn anders im Ohr. Wenn man sich aber auf den neuen Rhythmus einlässt, dann  funktioniert es jedoch sehr gut, man ärgert sich nicht über die ungenaue Spielmechanik, sondern über die eigene Unmusikalität.

Grafisch wird das Spiel übrigens nicht in das Geschichtsbuch der hübschesten Spiele eingehen. Zweckmäßig ist hier wohl der richtige Begriff, wobei das Hauptaugenmerk natürlich auf der Spielmechanik liegt und die funktioniert.

Die Songs
Die Trackliste kann sich gegenüber anderen Referenzspielchen sehen lassen. Standardmäßig sind 50 Titel auf dem DS-Modul enthalten, bei denen man zwischen 6 bis 8 verschiedene Instrumente begleiten kann. Unter diesen Titeln sind zur Hälfte klassische Stücke von Beethoven bis Verdi und einige Nintendo-Kompositionen wie ein F-Zero-Medley oder (sehr geil!) ein Super Mario Kart Medley. Der Rest sind etwas  ältere Popsong-Klassiker wie „ABC“ , „The Final Countdown“ oder „Every Breath You Take“. Zusätzlich kann man sich noch kostenfrei bis zu 50 verschiedene Titel via WiFi-Connection herunterladen. Das ist wirklich ordentlich und sollte bei anderen Musik-Titeln Schule machen. Einen Haken hat die Songauswahl jedoch: Die Stücke sind alle im Midi-Format, das heißt es kommt nur mehrstimmiges Gedudel aus den Boxen, kein Gesang oder echte Instrumente. Das spart natürlich einerseits Speicher, haut allerdings nicht jeden vom Hocker.

Nettes Feature:  Auch Eigenkompositionen können erstellt, gespeichert und dann wiedergespielt oder sogar mit Freunden getauscht werden. Das Ganze funktioniert entweder mittels Touchscreen bzw. einer virtuellen Klaviatur oder kann auch (für die Vollprofis unter euch) mittels direkter Eingabe von Noten vor sich gehen. Ein anderer Weg ist das Einsummen von Songs. Dabei summt ihr einfach in das DS-Mikro und die Software arrangiert euch die Instrumente passend zum Song. Hammer!

Der Multiplayer
und mehr
Wie das bei Nintendo-Eigenproduktionen so üblich ist, funktioniert der Mehrspieler-Modus hervorragend. Mit nur einem DS-Modul kann man mit bis zu 8 Musikern jammen. Wer auch noch eine Wii hat, bekommt ein besonderes Schmankerl: Dem Spiel liegt ein Code für einen „Jam with the Band Wii-Kanal“ bei, damit könnt ihr dann euren DS mit der Wii verbinden.


Das Fazit von: derstefan

derstefan

Ich stehe auf Musikspiele, aber auf dem DS konnte mich bisher nur „Guitar Hero“ aufgrund der Songauswahl und „Rhythm Paradise“ aufgrund des abgefahrenen Gameplays wirklich überzeugen. Hauptkritikpunkt sind für mich persönlich die Midi-Songs. Das Gedudel ist einfach nicht jedermanns Sache, für mich einfach leider ein Motivationskiller par excellence. Wirklich toll hingegen ist die Komponier-Funktion, wer sich hier auslässt, der bekommt schnell imposante Eigenkompositionen hin und kann richtig lange seine Freude mit dem Spiel haben. Auch der Mehrspieler-Modus ist prima, es wurde sich hier eben richtig Mühe gemacht, damit die Langzeitmotivation aufrecht erhalten wird. Trotzdem kann ich das Spiel nicht jedem empfehlen, wer gegen klassische oder Midi-Musik allergisch ist, der sollte es lieber zuerst bei einem Freund zocken. Wer aber ein Spiel sucht, mit dem man viel Zeit verbringen kann  und viel entdecken kann, der darf seinen Stylus auspacken und auf Tour gehen.


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positiv negativ
  • 50 Songs, erweiterbar auf 100
  • Komponier-Modus für Unersättliche
  • Mehrspieler-Modus, mit nur einem DS-Modul
  • Funktionierende Spielmechanik
  • Songauswahl Geschmackssache
  • Nur Midi-Sounds
  • Grafisch etwas altbacken





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