Kaliber 9 (Uncut Version)

Kaliber 9 (Uncut Version)

Originaltitel: Calibre 9
Genre: Action
Regie: Jean-Christian Tassy
Hauptdarsteller: Laurent Collombert
Laufzeit: DVD (80 Min) • BD (80 Min)
Label: Alive
FSK 18

Kaliber 9 (Uncut Version)   08.03.2015 von GloansBunny

Wenn Filme im schwarzen Blu-ray-Case statt in der herkömmlichen blauen Hülle daher kommen, kann das entweder ein Zeichen für etwas ganz besonders Geniales sein, oder das Grauen für den geneigten Reviewer. Was GloansBunny mit Kaliber 9 erlebt hat, folgt hier ...

 

Stadtplaner Yann Moreau (Laurent Collombert) hat die Schnauze gestrichen voll von der korrupten und kriminellen Ader seiner geliebten Stadt. Gerade die Riege der ranghohen Politiker ist ihm ein Dorn im Auge, deren prunkvolles Leben nur auf Kosten der Unterschicht finanzierbar ist. Doch Yann sind die Hände gebunden, da er direkt dem psychopathischen Bürgermeister (Philippe Bussière) unterstellt ist. Gleichzeitig erlebt die langjährige Prostituierte Sarah (Nathalie Hauwelle) die Hölle auf Erden: ihr Zuhälter ist äußerst unzufrieden mit ihrer Arbeit und bringt sie kurzerhand um. Natürlich erregt der Mord zunächst kaum Aufmerksamkeit, schließlich wurde "nur" eine gesichtslose Nutte tot aufgefunden, in deren Bauch sich zufällig eine Pistole befindet. Die 9mm-Waffe landet über Umwege mehr oder weniger zufällig bei Yann, der dem Geheimnis der Knarre jedoch schnell auf die Spur kommt: Sarahs Geist hat sich in ihr eingenistet und sinnt auf Rache. Yann fackelt nicht lange und geht für die Tote auf einen blutigen Rachefeldzug mitten im Reich der Gangster ...

 

Kaliber 9 ist ein recht bluthaltiger, konfuser Actionstreifen aus Frankreich, der sich schamlos bei Vorbildern wie Regisseur Luc Besson, den Crank-Teilen und Jason Statham bedient. Die durchgeknallte, wenig tiefgründige Story gerät durch die brachiale Gewaltdarstellung, die überzogenen Schusswechsel und die dreckig-siffige Atmosphäre schnell in Vergessenheit- zumal sie so dermaßen an den Haaren herbei gezogen ist, dass man oftmals überhaupt keinen Sinn in ihr entdeckt. Doch trotz allem macht die Low-Budget-Produktion richtig Spass, denn Sarkasmus, detaillierte Todesarten und überspitzt gezeichnete Charaktere plus Action satt hat der unsinnige Kaliber 9 am laufenden Band zu bieten.

 

Bildergalerie von Kaliber 9 (Uncut Version) (12 Bilder)

Technisch gesehen merkt man dem C-Movie sein geringes Budget deutlich an. Der verwackelte Kamerastil ist geschmackssache, die Schnittführung etwas plump und die deutsche Synchronisation ist C-Movie-typisch grenzwertig bis grausig. Der Schärfegrad samt satten, natürlichen Farben und der relativ unspektakuläre Soundtrack fangen die schmutzige Atmosphäre gekonnt ein und unterstützen die unbekannten Darsteller gekonnt. Im Extras-Bereich lauert hingegen nur eine magere Trailershow, was den erstaunlich gut gelungegen Action- und Metzelpassagen von Kaliber 9 aber keinesfalls schadet.

Das Fazit von: GloansBunny

GloansBunny

Kaliber 9 ist ein typischer Low-Budget-C-Movie, der mit einer haarsträubenden Geschichte und mäßig talentierten Darstellern eher ein Fall für die Ramschkiste im Elektrofachmarkt als ein Kundenfänger ist. Doch wenn man sich auf den völlig überdrehten Franzosen einlässt, bekommt man Action satt und eine wahre Blutorgie zu sehen, die qualitativ erstaunlich gut umgesetzt wurde. Die 80 Minuten Laufzeit vergehen hierbei wie im Flug und die unterschwellige Sozialkritik birgt durchaus Potenzial. An C-Movie-Perlen wie Wolfcop kommt Kaliber 9 natürlich bei weitem nicht heran, doch Genrefans und Freunde von deftigen Schusswechseln samt detaillierter Gewaltdarstellung dürfen gerne in der Ramschkiste nach diesem Actionspektakel suchen.


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