Killer Beach

Killer Beach

Originaltitel: Killer Beach
Genre: Horror
Regie: Isaac Gabaeff
Hauptdarsteller: Jamie Kennedy
Laufzeit: BD (81 Min)
Label: Tiberius Film
FSK 16

Killer Beach   01.06.2016 von LorD Avenger

In Amerika werden College-Abschlussfeiern gerne am Strand gefeiert - und noch gerner mit reichlich Alkohol! Das hat dummerweise meist auch zur Folge, dass die jungen Leute buchstäblich ins Koma fallen und am nächsten Tag verkatert aufwachen, ohne zu wissen, was alles geschehen ist. Zum Beispiel, dass ein mysteriöses Ei aus dem Meer angeschleppt wurde, das schlüpfte und den Sand um sie herum zur tödlichen Falle macht...

 

Wow, also... öhm... naja... okay... ich will jetzt nicht "interessant" sagen, aber... hm... kurioser Film? Bescheuert? Auf alle Fälle einzigartig. Der Streifen heißt zwar Killer Beach, aber wer konnte ahnen, dass man das wörtlich nehmen muss und es sich tatsächlich um Killer-Sand handelt? Ganz richtig gelesen! Habt ihr als Kind ebenfalls gerne "Der Boden ist Lava" gespielt? So müsst ihr euch den Film vorstellen, nur mit großen Kindern, Bikinis und wahnsinnig schlechten Effekten.

 

Die Produzenten von Killer Beach sind wirklich ausgesprochen günstig davon gekommen, da sich ihre Darsteller ja schließlich nicht großartig bewegen durften und man somit sämtliche Dreharbeiten an einem kleinen Strandabschnitt abschließen konnte. Ein Duo sitzt im Bademeister-Häuschen fest, zwei Pärchen sind im Auto eingeschlafen und der Einzige ohne Astralkörper wurde in eine Mülltonne gesteckt - somit waren sie die Einzigen, die keinen direkten Körperkontakt mit dem Sand hatten und (noch) nicht gefressen wurden. Oh, stimmt, ich hab die Nackt-Brüstige auf dem Campingtisch vergessen. Aber naja... wir wissen ja alle, was mit den offensichtlichsten weiblichen Sex-Symbolen in billigen Horrorfilmen geschieht... Diese 8 Teenager sind also die einzigen Überlebenden des Monsterangriffs und brauchen auch nur ein weiteres Opfer, um mit ihren verkaterten Hirnen zu kapieren, dass Sandberührungen böse sind - sehr böse sogar! Für eine Ab 16-Freigabe gab es ein bis zwei Splatter-Stellen, die schon grenzwertig waren... andererseits konnte die FSK das Ganze wohl genauso wenig ernst nehmen wie jeder andere Mensch auf diesem Planeten.

 

Nichts desto trotz ist es faszinierend zu sehen, wie man aus so einer Idee und einem einzigen Setting 81 Minuten vollbekommt. Sogar noch faszinierender, als 7 Jugendliche, die nach einer durchzechten Nacht wie frisch frisierte Models aussehen, deren überflüssige Pfunde sich allesamt auf den 8. Darsteller verteilen und die nach einer Nacht voller Alkohol und einem Tag in brütender Hitze ohne Flüssigkeit nicht dehydrieren. Oh, Handys haben sie natürlich auch nicht - ohne dieses Klischee würden die meisten Horrorfilme schließlich gar nicht mehr funktionieren.

 

Wie dem auch sei, der Film ist aufgrund seiner völlig bekloppten Idee und der nicht vorhandenen Qualität von Spezialeffekten und schauspielerischer Leistung tatsächlich relativ kurzweilig (und wegen seiner geringen Laufzeit), auch wenn er ein einziges sinnloses Hirngespinst ist. Die Beziehungen zwischen den Charakteren machen jeder Daily Soap Konkurrenz, ihre Intelligenz ist auf dem tödlichen Strand verteilt und das Monster, das seine unnachgiebigen Härchen und Tentakel aus dem Sand streckt bekommt mal so gar keine Geschichte. Wo kam das Ei her? Was ist das für ein Ding? Wie ist das Ganze überhaupt physikalisch möglich? Man versucht sich nicht einmal an einer Hintergrundmythologie. Vielleicht ist das aber auch besser so. Ja, doch, ist definitiv besser so.

 

Bildergalerie von Killer Beach (7 Bilder)

So günstig wie alles andere war offenbar auch die Miete der Kameras, denn das Bild ist zwar scharf, aber definitiv kein Blu-ray-scharf. Auch was das überbelichtete Bild angeht, das offenbar die strahlende Sonne verdeutlichen soll, büßt die Bildqualität ordentlich ein. Dafür ist die deutsche Synchro überraschend gelungen - sie macht tatsächlich das Beste aus dem, was ihnen vorgelegt wurde.


Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

 

Letztens erst habe ich mir Rubber zu Gemüte geführt, ein kurzer "Horror"-Film über einen Killerreifen - man kann sich schon ausmalen, dass die Ernsthaftigkeit eines vermeintlich gruseligen Films mit Killersand gehörig leidet. Dennoch, für einen Regisseur mit offenkundig arg eingeschränkten finanziellen und technischen Mitteln ist echt was Ordentliches draus geworden, das man sich an einem entspannten Abend belustigt ansehen kann. Alles andere als gut, ganz klare Sache, aber definitiv die angenehme Variante von schlecht.


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