Kind 44

Kind 44

Originaltitel: Child 44
Genre: Thriller • Drama
Regie: Daniel Espinosa
Hauptdarsteller: Tom Hardy • Noomi Rapace
Laufzeit: DVD (132 Min) • BD (137 Min)
Label: Concorde Home Entertainment
FSK 16

Kind 44   20.10.2015 von MarS

Nicht immer garantieren große Namen vor und hinter der Kamera auch den gewünschten Kinoerfolg. Dies haben in den letzten Jahren immer wieder Filme bitter zu spüren bekommen, so wie auch der vorliegende Kind 44, der an den Kinokassen floppte und durchwegs durchschnittliche bis negative Stimmen erntete. Ob zurecht soll folgende Kritik klären...

 

Im stalinistischen Moskau 1953: Offizier Leo Demidow (Tom Hardy) ist Mitglied der Militärpolizei und Ermittler für Fälle von Spionageverdacht. Als eines Tages die grausam zugerichtete Leiche des kleinen Sohnes seines Kollegen gefunden wird, soll der offensichtliche Mord als Unfall vertuscht werden, da es im perfekten Staat keine Verbrechen dieser Art geben darf. Zunächst willigt Leo ein, doch als er auch noch im Auftrag seines Vorgesetzten Generalmajor Kuzmin (Vincent Cassel) gegen seine eigenen Frau Raisa (Noomi Rapace) ermitteln soll verweigert er erstmals seinen blinden Gehorsam. Er wird degradiert und versetzt und untersteht im Exil dem Milizanführer General Nesterow (Gary Oldman). Als auch dort weitere Kinderleichen auftauchen, die Ähnlichkeiten mit dem Mord in Moskau aufweisen, beginnt Demidow eigene Ermittlungen anzustellen und gerät dadurch selbst immer mehr ins Visier, nicht nur des Geheimdienstes sondern auch seines Widersachers und Rivalen Wassili (Joel Kinnaman). Letztendlich muss sich Demidow seiner eigenen Vergangenheit stellen, um die Wahrheit herauszufinden...

 

Kind 44 hat sehr viel Potential, kann dieses aber nur bedingt nutzen. Die schauspielerische Arbeit aller Beteiligten ist hervorragend, hier glänzt vor allem Tom Hardy mit seiner intensiven und charismatischen Performance. Die Darstellung der stalinistischen Sowjetunion ist atmosphärisch und bewusst trist, die Geschichte selbst eigentlich interessant. Leider verpasst es der Film allerdings, diese Geschichte spannend zu vermitteln, und so kommen im Verlauf immer wieder Längen auf und das Geschehen gleicht eher einem Kaugummi als einem stetigen, fließenden Ablauf. Der prinzipiell spannende Teil der Story, die Jagd nach dem Mörder, verkommt zum Randereignis und wird zu schnell abgehandelt, da die Verfilmung mehr Wert auf die Wirren der damaligen Sowjetunion und Intrigen innerhalb der Staatsgewalten legt als auf die eigentliche Grundgeschichte. Der politische Druck und die Einschüchterung des Volkes werden allerdings gekonnt dargestellt. Die wenigen Actionszenen verhelfen Kind 44 auch zu keiner wirklichen Steigerung, denn diese sind sehr hektisch und wackelig eingefangen, wodurch deren Intensität verloren geht. 

 

Bildergalerie von Kind 44 (6 Bilder)

Das Bild der Blu-ray ist insgesamt sehr gut. Die Schärfe ist ordentlich und der Detailgrad hoch, nur selten schleichen sich weichere Szenen und Unschärfen, vor allem im Randbereich ein. Dezentes Filmkorn ist ab und an wahrzunehmen aber nie störend. Die Farbgebung ist natürlich und der Kontrast stets passend. Der Ton ist zwar auf Grund des hohen Dialoganteils oftmals frontlastig, zeigt aber in den Actionszenen und bei der Klangkulisse seine Stärken im Surround-Bereich und der Dynamik auf allen Kanälen.


Das Fazit von: MarS

MarS

 

Kind 44 kann trotz seiner tollen Schauspieler und der atmosphärischen Darstellung der Sowjetunion sein Potential nicht umsetzen. Dies ist in weiten Teilen den stilistischen und inhaltlichen Änderungen gegenüber der Romanvorlage geschuldet, die den Fokus des Geschehens von der eigentlichen Mördersuche zu sehr auf die politische Anklage gegenüber den staatlichen Vorgehensweisen legt. Kind 44 ist kein schlechter Film, doch wirklich spannend und packend ist er nicht und landet so leider nur im Mittelfeld.


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