L.A. Shield

L.A. Shield

Originaltitel: Splinter
Genre: Action • Thriller
Regie: Michael D. Olmos
Hauptdarsteller: Tom Sizemore • Edward James Olmos
Laufzeit: Ca. 96 Minuten
Label: Epix Media AG
FSK 16

L.A. Shield   20.03.2011 von Tobi

Der gute Tom Sizemore ist durch Filme wie „Der Soldat James Ryan“ und „Das Relikt“ in Hollywood bekannt geworden. Dummerweise hat er mit seiner Drogen- und Alkoholsucht seiner Karriere überhaupt keinen Gefallen getan. Und so ist es nun, dass er mittlerweile immer öfter in B-Movie-Produktionen zu sehen ist. Wahrscheinlich kann der Mann froh sein, dass er überhaupt noch gebucht wird. Der heutige Artikel befasst sich mit seinem Film „L.A. Shield“, in dem er einen Polizisten spielt, der mitten in einen Bandkrieg gerät. 

 

Joey, auch Dreamer genannt, gehört in Los Angeles einer Gang an. Eines Tages werden er und sein Bruder von einer gegnerischen Gang überfallen. Seinem Bruder wird in den Kopf geschossen und dieselbe Kugel bleibt anschließend bei Dreamer im Kopf stecken. Er überlebt den Angriff und leidet fortan an einer partiellen Amnesie. Nachdem er aus dem Krankenhaus entlassen wurde begibt er sich zusammen mit seiner Gang auf einen Rachefeldzug, um die Schuldigen für diesen Anschlag zur Rechenschaft zu ziehen. Dabei kreuzen zwei Polizisten den Weg dieses Krieges. Diese sind nämlich während dieser Zeit auf der Suche nach einem Serienkiller, der in der Gegend sein Unwesen treiben soll. Dreamer und die Polizei versuchen sich einander zu helfen, doch niemand weiß, wem man hier trauen kann.

 

Als ich den Film „L.A. Shield“ in meinen DVD-Player gelegt habe war ich anfangs echt erstaunt wie gut der Film eigentlich ist. Die Story ist sehr interessant und macht nach den ersten fünfzehn Minuten Lust auf mehr. Dummerweise verliert sich der Film mit der Laufzeit, weil er versucht zwei verschiedene Geschichten in einer zu kombinieren. Das funktioniert leider nicht und läuft ziemlich aus dem Ruder. Das ist wirklich sehr schade, denn fast alle Schauspieler sind hier wirklich gut aufgelegt. Leider muss ich sagen, dass Tom Sizemore als alkoholkranker Polizist überhaupt nicht überzeugt. Er spielt sich zwar ein wenig selbst, aber er wirkt total fehlbesetzt. Wirklich gut gecastet sind sämtliche Gangmitglieder, die man bereits aus diversen anderen Gangster-Streifen kennt. Denen nimmt man ihre Rollen auf alle Fälle ab und sie fügen sich perfekt in den einen Teil der Geschichte ein.

 

Der Film kann aber noch in einigen anderen Bereichen punkten. Zum einen ist die Grundstimmung wirklich sehr düster, was durch einen wirklich guten Soundtrack untermalt wird. Man bekommt altbekannte Hip-Hop-Klänge präsentiert, aber auch viele seichte Musikstücke, die sehr gut das Stadtbild bei Nacht zeigen. Für eine derartige Produktion ist das definitiv nicht selbstverständlich. Was leider nicht funktioniert sind die Gewaltszenen. Diese sind viel zu harmlos inszeniert und schaffen es nicht den Zuschauer richtig zu fesseln und abzuschrecken. Das hat man schon des Öfteren viel besser gesehen. Wer hier viel erwartet wird leider enttäuscht werden, denn das wurde wirklich vergeigt. Das ist ebenfalls sehr schade, denn eine authentische Darstellung hätte der überladenen Geschichte sehr gut getan. Aber man kann ja nicht alles haben.

 

Die deutsche DVD stammt aus dem Hause Epix Media AG und ist komplett ungekürzt mit seiner Freigabe ab sechzehn Jahren. Die Bildqualität ist dabei leider alles andere als gut, denn es ist viel zu verrauscht und verwaschen. Die Farben wirken unnatürlich und von einer guten Schärfe kann man ebenfalls nicht sprechen. Auch die Tonspuren sind nur unter Durchschnitt, da sie sie Heimkino-Anlage zu keiner Zeit fordern. Des Weiteren ist auch die deutsche Synchronisation echt mies. Jeglicher Gangster-Slang wurde nicht übernommen und manche Typen klingen wie aus dem Mickey-Maus-Club. Daher empfehle ich hier jedem die englische Tonspur zu wählen, damit der Film wieder einigermaßen authentisch wird. Bonusfans bekommen einiges an Hintergrundinformationen geboten und können sich noch an einigem mehr erfreuen. Die FSK-Logo-Hasser können diese durch ein Wendecover verschwinden lassen. Danke dafür.


Das Fazit von: Tobi

Tobi

Nach meiner anfänglichen Freude über diesen Film ist doch wieder recht schnell Ernüchterung eingetreten. Warum muss man denn diese coole Geschichte nur mit einer zweiten belasten? Das wäre überhaupt nicht nötig gewesen und passt auch gar nicht ins Geschehen. Das macht so viel kaputt, dass ich mich frage, wer hier dafür verantwortlich ist. Wenn das nämlich nicht wäre, dann wäre „L.A. Shield“ ein sehr solider Streifen, der definitiv seine Momente hat. So aber ist es leider nur zu Durchschnittsware geworden. Eine Empfehlung auszusprechen fällt mir hier schwer und ich kann nur jedem raten vor dem Kauf mal reinzuschauen, um sich ein Urteil zu bilden. Danach kann man das sicher besser entscheiden. Mehr persönlich reicht das eine Mal.


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